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Boulevard Frühere Straßenbahnschaffnerin aus Leipzig sucht einstigen Verehrer
Leipzig Boulevard Frühere Straßenbahnschaffnerin aus Leipzig sucht einstigen Verehrer
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23:59 27.06.2013

In dem beschaulichen Ort an der Mosel lebt Ruth Hannig. Die 89-Jährige verbindet mit Leipzig und dem Völkerschlachtdenkmal eine ganz besondere (Liebes-)Geschichte.

"Er hat seinen Freunden immer erzählt, dass er mich später einmal heiraten wolle. Die haben ihn daraufhin natürlich ausgelacht. Er mit seinen sieben Jahren hat das damals nicht verstanden." Er, der Junge, hieß Hans Riedel, genannt Hansi. Und die von ihm angebetete junge Frau hörte seinerzeit auf den Namen Ruth Fischer, später Ruth Hannig.

In den Jahren 1942/43 hatte das Fräulein Ruth, 18 Lenze jung, Arbeitsdienst zu leisten. Fern der Heimat, als Straßenbahnschaffnerin in Leipzig. Einsatzbahnhof Probstheida, keinen Kilometer vom Denkmal entfernt. In der Nähe wohnte auch der Junge. Irgendwann liefen sich die beiden über den Weg. Der kleine Hans und die große Ruth. "Er hing an mir wie eine Klette", erzählt die Dame aus Enkirch in einem Brief, der dieser Tage bei den Mitarbeitern der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH landete. "So oft ich konnte, bin ich mit ihm in den Zoo gegangen." Dann fuhren Hans und Ruth mit der Bimmel - und stets am Völkerschlachtdenkmal vorbei, das Hansi ebenso staunend betrachtete wie die Löwen im Zoologischen Garten.

Die Besuche bei den Tieren an der Pfaffendorfer Straße müssen recht zahlreich gewesen sein, denn nachdem das Fräulein Ruth, das im Jahr 1943 Fritz Hannig und nicht Hans Riedel heiratete, an die Mosel zurückgekehrt war, schickte Hansis Mutter noch eine Weile regelmäßig Briefe. "Darin hat sie mir berichtet, wie traurig der Junge über meinen Weggang gewesen sei, dass er bittere Tränen vergossen habe und dass auf seinem Nachttisch ein Bild von mir stehe", schildert Ruth Hannig. In den Wirren des Krieges brach der Kontakt irgendwann ab. Seither hat die Ex-Schaffnerin nichts mehr von ihrem Hansi gehört. "Noch einmal mit ihm in Kontakt treten, das wäre wunderbar", formuliert die Rentnerin einen ihrer sehnlichsten Wünsche.

Auf die Zeit an der Pleiße folgte ein arbeitsreiches Leben an der Mosel. Auch als Kindergärtnerin war Ruth Hannig beschäftigt. "Ich habe Kinder immer sehr gemocht. Meine beiden Enkel, längst erwachsene Leute, hängen nach wie vor an mir. So wie damals der Hans."

Der Junge von einst - sollte er noch leben - ist heute gleichfalls Ruheständler. "77 oder 78 Jahre alt wird er inzwischen sein", sagt die Enkirchnerin. Sie denke oft an Leipzig, würde gern mal wieder hinfahren, beispielsweise zu den Feierlichkeiten anlässlich des Doppel-Jubiläums zur Völkerschlacht. Doch die Gesundheit mag momentan nicht so recht mitspielen. Vielleicht bessert sich Ruth Hannigs Zustand ja, sollte sich Hans Riedel in den nächsten Tagen melden. Etwa in der LVZ-Lokalredaktion (0341 21811342) oder bei der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (0341 7104355).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Dominic Welters

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