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Gabriele Haase und Ute Schäfer: Die Mustermieterinnen

Gabriele Haase und Ute Schäfer: Die Mustermieterinnen

Es ist ein bisschen wie in der Zeitschrift "Schöner Wohnen". Im Verwaltungsgebäude der LWB stehen die Geschäftsführerinnen Ute Schäfer und Gabriele Haase auf einem grellgrünen Teppich, von der Wand erstrahlt ein abstraktes Bild in Gelb, Grün und Rot.

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Wohnen ist ihr Hobby: Im Lederetui bewahrt Ute Schäfer ihren Haustür-, Briefkasten-, einen Büro- und einen Generalschlüssel für die LWB auf. Weniger schmuck, dafür farblich bestückt: der Schlüssel von Kollegin Gabriele Haase. Auch an ihrem Bund die üblichen Verdächtigen: ein Haustür-, ein Briefkasten und der zentrale LWB-, außerdem ein unbekannter Schlüssel. Um sicher zu gehen, dass die Bunde nicht verwechselt werden, tragen die sie Nummern zur Identifikation des Eigentümers.Fotos: Nick Putzmann

Quelle: Putzmann Nick

Ein Steinbrocken liegt, als wäre er gerade gelandet, dekorativ im Raum. Hauptsächlich ist die farbenfrohe Ausstattung auf Ute Schäfers "Mist gewachsen", wie die 48-Jährige sagt. Seit sechs Jahren ist die Diplom-Ökonomin in der Chefetage "eingezogen" und leitet seitdem die Finanzen der Gesellschaft. Kollegin Gabriele Haase, promovierte Rechtswissenschaftlerin, kümmert sich unterdes um den Bereich "Wohnungswirtschaft und Bau". Während Ute Schäfer ein elegantes, ledernes Etui mit ihren Schlüsseln hervorholt, schaut Kollegin Haase auf ihren Bund: So schön sei ihrer leider nicht, sagt die 58-Jährige. An einem Ring hängt ein altes rotes Schild mit der Aufschrift "Haase".

Was hat es denn damit auf sich?

Haase: Das brauche ich, damit wir beide uns nicht um die Schlüssel streiten. (Lacht.) Nein, um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mehr, warum das Schild daran ist - wahrscheinlich ist es noch von der Schlüsselübergabe. Ich bin ja schon seit 20 Jahren bei der LWB - Und dieser Schlüssel hier (zeigt auf einen eckigen) ist mir auch ein Rätsel. Ich habe keine Vorstellung, wofür der sein könnte.

Vielleicht für eine Tür zu einer Elektro-Werkstatt?

Haase: (Lacht.) Das glaube ich nicht. Ich habe vor meinem Studium tatsächlich Elektronikfacharbeiterin gelernt, wenn Sie das meinen. Das war in den 70er-Jahren; damals war dieser Beruf sehr begehrt. Für mich war die Berufswahl nicht das Richtige, weil ich kein Interesse an technischen Basteleien hatte und auch keine Lust, Leiterplatten zu bestücken.

Sind Sie auch über berufliche Umwege an Ihren LWB-Schlüssel gekommen, Frau Schäfer?

Schäfer: Ich habe auch eine Ausbildung gemacht: zur Lebensmittelfachverkäuferin. Haase: Genauso spannend! Schäfer: Die betriebliche Ausbildung war Voraussetzung für das Studium an der Handelshochschule. Viele Jahre später wollte es der Zufall, dass ich zur LWB komme.

Was erwartet uns, wenn wir Ihre privaten Wohnungstüren aufschließen?

Haase: Es erwartet Sie eine Drei-Zimmer-Wohnung; meine Kinder sind 31 und 33 Jahre alt und schon ausgeflogen. Durch sie bekomme ich mit, was gerade Zeitgeschmack ist, also bin ich recht modern eingerichtet. In einem Zimmer habe ich ein Regal mit einer kleinen Büchersammlung; ich lese sehr gerne, vor allem Krimis, wie ich gestehen muss, und DDR-Literatur. Genauso wichtig ist die Musikanlage: Ich höre gerne Klassik und Modernes, wie Grönemeyer oder Depeche Mode.

Und bei Ihnen, Frau Schäfer?

Schäfer: Meine Wohnung ist hell: Ich habe viele Pflanzen - unter anderem einen traumhaft schönen Frauenhaar-Farn - viele Bücher und viel Licht. Es ist verspielt und modern eingerichtet. Haase (nickt): Frau Schäfer hat einen sehr speziellen Stil! Und eine tolle Terrasse. Schäfer: Ich habe auch eine Schwäche für moderne Kunst. Als ich noch mehr Zeit zu meiner persönlichen Verfügung hatte, war Fotografieren eine meiner Leidenschaften. Es hat mir viel Freude gemacht, spannende Menschen "aufs Bild zu bringen". Früher, zur Wendezeit, bin ich mit der Kamera auch in alte Fabrikgebäude gestiegen. Mittlerweile habe ich meine Kamera verschenkt.

Angenommen, wir tauschen Ihre Bunde. Über welchen von Frau Haases Schlüsseln würden Sie sich am meisten freuen?

Schäfer: Über den Wohnungsschlüssel. Wir teilen die Leidenschaft für klassische Musik, für Pflanzen und für Rotwein. (Lacht). Und wir teilen den Humor! Uns ist auch die Atmosphäre, die Freude an einer wirkungsvollen Arbeit ganz wichtig. Ich denke, da ticken wir als Duo im gleichen Takt.

Wenn Sie einen beliebigen Schlüssel für einen Tag haben könnten, welcher wäre es?

Schäfer: Ich würde gerne zu Joda fliegen - galaktisch - oder einfach mal kurz Schäfchenwolken im Himmel zählen. Haase: Naja, den Papst habe ich ja schon gesehen, rein zufällig auf der Straße. Von daher hätte ich gerne, analog zum Wunsch meiner Kollegin, den Schlüssel zur Unterwasserwelt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.08.2013

Lisa Berins

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