Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Boulevard Gohliser Kneipe und Pension "Zur 102" ist "Tatort" für den Leipzig-Tatort
Leipzig Boulevard Gohliser Kneipe und Pension "Zur 102" ist "Tatort" für den Leipzig-Tatort
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 14.01.2012
Anzeige

. Seit 2008 ist sie sogar ganz nah dran am Geschehen. Denn in ihrer Pension und Gaststätte „Zur 102" in der Georg-Schumann-Straße hat Kommissar Andreas Keppler im Leipzig-Tatort seine bescheidene Bleibe, in der er sich doch so wohlfühlt.

In der Gottschedstraße im schicken Waschsalon Maga Pon tranken die in Rente geschickten MDR-Kommissare Ehrlicher und Kain ihr Feierabendbier. Mit dem jetzigen Ermittlerduo Eva Saalfeld (gespielt von Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) bekommen die Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine eher schäbige Gegend präsentiert: die laute, heruntergekommene Georg-Schumann-Straße.

Im Schnitt dreimal pro Jahr rückt in Gohlis der Drehstab an, rund 30 Mann stark. Eine Fahrspur der Hauptstraße wird dann gesperrt, Parkplatz und Seitenstraßen mit Technikfahrzeugen, Kostüm- und Maskenwagen, Cateringauto und den Wohnwagen der Hauptdarsteller in Beschlag genommen. Per Hebebühne kommt ein leuchtend blaues Schild über den Eingang, aus der „Zur 102" wird die „Zur 13". Die Filmleute bringen Möbel, Lampen, Gardinen, Deko-Gegenstände, Bettwäsche und selbst Gläser ohne Werbeaufdruck mit. Sie tauschen den roten Vorhang am Empfang gegen einen grünen und hängen überm Schlüsselkasten einen riesigen Fernseher auf. Dort kriegt Kommissar Keppler im Film sein Leberwurstbemmchen oder spielt eine Partie Schach mit Pensionswirt Schmitz, gespielt vom Leipziger Dieter Jaßlauk.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_14251]

„Ich weiß, dass meine Pension als schmuddelig und abgewirtschaftet rüberkommt", sagt die Wirtin, die von ihren Stammgästen nur Tina genannt wird. Das findet sie nicht unbedingt toll. Die dunkle, altmodische Tapete, die braunen Türrahmen, die düsteren Möbel in Kepplers Zimmer sind aber nicht ihr persönlicher Geschmack. „Das Zimmer war vorher komplett weiß", erzählt die 52-Jährige. Für den Tatort wurde es umtapeziert und neu möbliert. So bleibt es, auch während der drehfreien Monate, und wird dann ganz normal vermietet, für 35 Euro pro Nacht. „Voriges Jahr rief jemand aus den alten Bundesländern an, die wollten ihrem Chef zum Geburtstag unbedingt eine Nacht im Tatort-Zimmer schenken. Er war dann zwei Nächte hier", schmunzelt die Wirtin.

Auf Schauspieler Martin Wuttke hält sie große Stücke: „Ich mag den. Der ist ein ganz normaler Mensch, unterhält sich mit uns. In der Pause kommt er auch mal rein, und nach dem Dreh hat er in der Kneipe mal einen mit uns getrunken." Simone Thomalla hingegen komme nur zum Drehen ins Haus und sei danach sofort weg. Was Rieling wundert: „Wenn die beiden draußen auf ihren Stühlen sitzen und auf den Einsatz warten, reden sie kein Wort miteinander, gucken oder lächeln sich nicht an. Sie sind ein ungleiches Paar, schon vom Äußeren her. Dass die laut Film mal ein Ehepaar gewesen sein sollen, passt irgendwie nicht."

Wenn am Sonntag (15. Januar) der nächste Leipzig-Tatort ausgestrahlt wird, muss die Wirtin mit ansehen, wie Kommissar Keppler sich eine andere Wohnung anschaut. Weil er laut seiner Kollegin nicht ewig in dieser Pension bleiben könne. „Das ist für mich wie ein Messerstich", gesteht die Ur-Leipzigerin. „Das wäre schade, ich würde es bedauern, wenn er auszieht." Denn klar, der Tatort ist Gesprächsthema in der Nachbarschaft, bringt ihr neugierige Leute ins Haus. Und mit dem Geld, was sie vom MDR als Entschädigung für die Drehtage erhält, ist die Wirtin „sehr zufrieden."

Kerstin Decker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

nein, so fühlt sich Schauspielerin Uta Schorn nicht, auch wenn sie heute 65 wird. Es sei doch „ein völlig belangloser Geburtstag“ und „nur ein halbrunder“, spielt sie das Ereignis ein wenig herunter.

13.01.2012

Zwei Tatort-Kommissare am gleichen Abend in Leipzig: Allerdings ohne voneinander zu wissen. Dietmar Bär (der Kölner Ermittler Freddy Schenk) war am Mittwoch von Berlin schnell mal eben nach Leipzig-Lindenau gedüst.

13.01.2012

[image:phpaf8f8b050e201201111832.jpg]
Können wir Uromas Kaffeeservice beim nächsten Polterabend zerdeppern, oder ist es ein wertvolles Erbstück, das uns womöglich reich macht? Kunst oder Kitsch, diese Frage stellt sich bei vielen Familienschätzen.

12.01.2012
Anzeige