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Große Freude, viele Erinnerungen: Fürstenhof-Mitarbeiter treffen sich nach 20 Jahren

Wiedereröffnung März 1996 Große Freude, viele Erinnerungen: Fürstenhof-Mitarbeiter treffen sich nach 20 Jahren

Die meisten Mitarbeiter, die den Neustart des Hotels Fürstenhof im Frühjahr 1996 miterlebt haben, hat es inzwischen in alle Welt verschlagen. Dennoch kamen viele am Wochenende zum großen Wiedersehen nach Leipzig. Es wurde 20 Jahre nach der Wiedereröffnung der ehemaligen Schneider-Immobilie gefeiert.

Erinnerungsfoto der ehemaligen und zum Teil noch heutigen Belegschaft mit Friedrich W. Niemann (links), Hoteldirektor von 1996 bis 2000, und Jörg Müller (Zweiter von links), Direktor seit 2004.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Es muss eine unvergessliche Zeit gewesen sein. Sonst wären sie nicht aus London, Wien, Zürich und ganz Deutschland nach Leipzig gekommen: 45 ehemalige Mitarbeiter, die den Neustart des Hotels Fürstenhof im Frühjahr 1996, also vor 20 Jahren, miterlebt haben. Am Sonnabend fielen sie sich an ihrer einstigen Arbeitsstätte in die Arme. Friedrich W. Niemann (54), Hoteldirektor von 1996 bis 2000, hat in einer geschlossenen Facebookgruppe Kontakt zu 82 ehemaligen Mitarbeitern gehalten und nun, zum Jubiläum, das Wiedersehen in Leipzig in die Wege geleitet.

Eine Art Déja-vu erlebte Martina Bauer (48), als sie zum Treffen ins Hotel kam. Denn in diesem Moment checkte gerade das Ehepaar Biedenkopf ein. „Die beiden waren auch früher hier oft zu Gast“, erinnert sich die ehemalige Serviceleiterin. Überhaupt wurde das kleine feine Hotel im Laufe der Jahre Anlaufpunkt für viele Prominente: Es beherbergte Whitney Houston, Paul McCartney, Sophia Loren, Bud Spencer, ACDC, Michael Jackson, Bruce Springsteen, Genesis, Depeche, Mode, Königin Silvia und König Carl Gustaf von Schweden, Bill Gates, Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher, Lenny Kravitz oder Harald Glööckler.

Christian Schneider schaute sich am Sonnabend noch einmal in der Hotelküche um, in der er von 1997 bis 2000 seine Kochlehre absolviert hat: „Sieht noch genauso aus wie damals, riecht auch noch so. Nur das Equipment wurde modernisiert.“ Der 37-jährige Grimmaer ist nach seiner Lehre für 15 Jahre nach Asien gegangen, hat in Vietnam, Malaysia, auf den Philippinen und in China gekocht. Inzwischen hat er das Altstadt-Hotel seiner Eltern in Grimma übernommen. „Man war in diesem kleinen Haus nicht nur Lehrling, sondern als Mitarbeiter richtig gefordert. Ohne diese Ausbildung hätte ich meine Laufbahn nicht geschafft“, ist der heutige Hotelier überzeugt.

„Es hat so viel Spaß gemacht, das Haus zu eröffnen. Ein wunderschönes Hotel, ein tolles Team, eine spannende Stadt“, schwärmt Barbara Düstersiek noch heute. Die 47-Jährige hat zwei Jahre am Tröndlinring gearbeitet. Mittlerweile lebt sie in Nordrhein-Westfalen. Die alten Pressespiegel mit Veröffentlichungen über den Fürstenhof hat die damalige PR-Chefin aufgehoben und zum Treffen mitgebracht. Ihr Nachfolger Konrad Schröpel (45) blieb ebenfalls zwei Jahre. Inzwischen leitet er in Wien selbst ein kleines Haus, ein Weinhotel mit 40 Zimmern.

Eine Handvoll Mitarbeiter der Nachwende-Zeit sind sogar noch bis heute im Fürstenhof tätig. Zu ihnen gehört Bardame Anja Haentzschel. Schon damals, als 25-Jährige, arbeitete sie an der Bar. Haentzschel hat einen besonderen Prominenten kennengelernt: den Frankfurter Immobilienunternehmer Jürgen Schneider. Nach der Wende sicherte er sich in Leipzig rund 60 Edelimmobilien, für die er große Pläne entwickelte. Darunter waren die Mädler-Passage, Barthels Hof, der Zentralmessepalast und eben auch der Fürstenhof. Zum Richtfest im Fürstenhof ließ sich der Baulöwe noch persönlich feiern. Anfang 1994 tauchte er überraschend ab – denn inzwischen war er als Hochstapler und Pleitier aufgeflogen. Die Hypobank, die den Kredit für die Sanierung des Fürstenhofs ausgereicht hatte, ließ das luxuriöse Hotel letztlich fertigstellen. Zur Eröffnung im März 1996 saß Schneider längst im Gefängnis. Nachdem er seine Haftstrafe – sechs Jahre und neun Monate – zu zwei Dritteln verbüßt hatte, wurde er vorzeitig entlassen. Im März 2000 logierte er dann als Gast im Fürstenhof und stellte seine Autobiografie „Bekenntnisse eines Baulöwen“ vor.

Ursprung des Fünf-Sterne-Hotels war das um 1770 gebaute Wohnpalais des Leipziger Bankiers Eberhard Heinrich Löhr. 1889 wurde daraus das Hotel Fürstenhof. 1913 bekam es den Namen „Erwigs Hotel Fürstenhof“. Zu DDR-Zeiten lief Haus unter dem Namen Hotel International. Seit 1996, also seit 20 Jahren, ist es der alte neue Fürstenhof.

 

Von Kerstin Decker

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