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Boulevard Gutes Benehmen kannste knicken – oder mit jungen Leuten üben
Leipzig Boulevard Gutes Benehmen kannste knicken – oder mit jungen Leuten üben
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17:17 13.03.2018
Die ehemalige Bauingenieurin Frauke Weigand kümmert sich in der Heinrich-Budde-Straße um Ton und Takt, Stil und Benehmen.  Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

 Einen fetten Döner in der Straßenbahn essen. Im Kino das Handy klingeln lassen. In der Konferenz pausenlos Nachrichten verschicken. Im guten Restaurant die coole Wollmütze aufbehalten... Geht alles gar nicht, schüttelt Benimmtrainerin Frauke Weigand entschieden den Kopf. Oder um im Jugendlichen-Jargon zu bleiben: Kannste knicken. Allerdings muss jede Generation gute Manieren erst lernen. Die 49-Jährige will Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Umgangsformen und Etiketteregeln vertraut machen. Dafür hat sie im September eine Knigge-Agentur in Gohlis eröffnet.

„Umgangsregeln sind dafür da, dass man den anderen mit seinem Verhalten nicht auf die Nerven geht, dass das Miteinander klappt und die Menschen selbstsicher auftreten können“, erklärt die ehemalige Bauingenieurin, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. Beispiele, wie die Netiquette gerade schwer leidet, sind für sie Hasskommentare im Internet, Mobbing per Smartphone oder Ausländerfeindlichkeit. „Mehr nachdenken und sich in die Situation der anderen hineinversetzen“ lautet da ihr Ratschlag.

Frauke Weigand gibt Kurse in Horten, Schulen oder für Privatleute. In Hort und Grundschule geht es auf spielerische Art ums Grüßen, um Essmanieren, Tisch decken und abwischen oder den fairen Umgang miteinander. Jugendliche bereitet sie dann schon auf ihren ersten großen Auftritt in der Öffentlichkeit bei der Jugendweihe oder Konfirmation vor. „Die Jugendlichen werden meist von ihren Eltern geschickt. Freiwillig kommen sie dann so ab 20, wenn sie ein Briefing fürs Bewerbungsgespräch brauchen oder merken, dass sie Defizite haben“, erzählt die zertifizierte Business-Etikette-Trainerin. Mit ihrem Knigge-Programm tritt die gebürtige Crimmitschauerin in Gaststätten, Eventlocations oder auch bei Firmen auf. Sie hat jeweils eine Knigge-Fibel für Erwachsene und Kinder geschrieben – die für Erwachsene kommt zur Buchmesse in überarbeiteter Form neu heraus.

Außerdem gehört sie als einzige Leipzigerin der Deutschen Knigge-Gesellschaft an, die einmal im Jahr aktuelle Empfehlungen für gutes Benehmen herausgibt. Eines der Themen beim Treffen Ende Februar in München dürfte die Flüchtlings-Integration sein. Frauke Weigand, die mit ihren Eltern selbst einige Zeit in Syrien gelebt hat, sieht es so: „Man kann den Neubürgern sicher einiges verzeihen, weil sie es nicht kennen. Aber sie sollten sich bemühen und wir sollten sie dabei unterstützen, zu lernen, wie es bei uns läuft.“ Denn nur wer bestimmte Umgangsregeln kennt und beherrscht, komme in der Gesellschaft voran.

Frauke Weigand ist nicht die Einzige, die sich in Leipzig um Ton und Takt, Stil und Benehmen bemüht. An der Tanzschule Jörgens wie auch an der Tanzschule von Tina Spiesbach und Oliver Thalheim absolvieren die Jugendlichen zwei Unterrichtseinheiten „Antiblamierprogramm“, wenn es auf den Abschlussball zugeht. Auch im Jugendweihe-Vorbereitungsprogramm können sich Heranwachsende über Tischsitten, Gästebegrüßung oder die erste eigene Tischrede informieren. Die Volkshochschule bietet ebenfalls Kurse zu modernen Umgangsformen und Anstandsregeln an.

„Aber am Ende macht es einen Menschen nicht sympathischer, wenn er weiß, wie man das Couvert-Brot bricht“, relativiert Frauke Weigand. Die perfekte Umgangsform sieht sie genau darin, wie Knigge es geschrieben hat: „Interessiere Dich für andre, wenn du willst, daß andre sich für Dich interessieren sollen.“

www.actiopro.de

Von Kerstin Decker

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