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Boulevard Josef Rahmen: Easy Rider mit Krawatte
Leipzig Boulevard Josef Rahmen: Easy Rider mit Krawatte
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15:46 17.07.2015
LVV-Chef Josef Rahmen. Quelle: Christian Nitsche

Ein gelassenes Lächeln, ein leises "Hallo" - mit Lärm und Hektik scheint der 61-Jährige nichts am Hut zu haben. Alles easy also. Im Jahr 1992 kam der gebürtige Mönchengladbacher als neuer Messe-Geschäftsführer nach Leipzig, als diese auf das Gelände im Norden der Stadt umzog. 2008 gelangte Josef Rahmen in die Konzernspitze der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft. Die wirklichen interessanten Schlüssel habe der Vorsitzende nicht dabei.

Und welche wären das, Herr Rahmen?

Mein Motorradschlüssel. Ich habe zwei Motorräder zu Hause.

Und dann fahren Sie in Lederkluft, mit der Frau hinten drauf, über die Landstraße?

Nein! Also das geht schon nicht, weil meine Frau leidenschaftlich ungern Motorrad fährt. Sie folgt mir manchmal im Auto. Aber üblicherweise fahre ich Sonntagnachmittags mit dem BMW-Motorradclub raus. Das sind überwiegend ältere Herren, sie sind wie ich keine Raser, sondern fahren sehr relaxt. Die Touren gehen dann in Richtung Thüringer Wald, Spreewald, Polen oder Tschechien. Für mich geht es vor allem darum, Leute zu treffen und über andere Themen zu reden als über die Arbeit.

Das passiert wohl eher selten?

Wissen Sie, ich bin schon 21 Jahre in Leipzig. Das heißt, ich habe mein halbes Berufsleben hier verbracht, und insofern ist die Stadt heute so sehr mehr Lebensmittelpunkt als es Mönchengladbach einmal war. Trotzdem vermisse ich Alltagsbesuche von Freunden und Verwandten, und dass abends mal ein Kumpel auf ein Bier vorbeikommt.

Wie sind Sie denn überhaupt nach Leipzig gekommen?

Durch eine Aneinanderreihung von Zufällen oder glücklichen Umständen. Es gab eine Anzeige in einer Fachzeitschrift: Die Leipziger Messe sucht im Jahr 1991 einen Bereichsleiter Technik für die beginnenden Planungsprozesse des neuen Messegeländes. Das war spannend und ich dachte, das könnte etwas sein. Wenn man 40 ist und persönlich Veränderungsprozesse noch mal anstehen, dann ist das sehr interessant.

Was ist Ihr Schlüssel zum Erfolg?

Ich habe nie darauf hingearbeitet, in zehn oder 15 Jahren irgendwo zu sein. Das hat Vorteile, weil man nicht enttäuscht wird und die Veränderung dann eher als Chance sieht. Wenn man gefragt wird, etwas Neues anzufangen, sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen. Man wird selten ein zweites Mal gefragt. Das ist gewissermaßen mein Motto, und ich muss sagen, im Nachhinein habe ich gute Entscheidungen getroffen.

Ihr Schlüssel zum Büro bedeutet ja auch, einer Menge öffentlicher Kritik ausgesetzt zu sein. Wie handhaben Sie das?

Eine Menge ist es zum Glück nicht. Aber wenn, dann ärgere ich mich natürlich, so wie jeder Mensch - und versuche damit umzugehen, indem ich laufe. Das ist eine gute Kompensation, da bekommt man den Kopf frei. Mit dem Laufen habe ich Mitte der 1990er-Jahre angefangen und bin dann bis zum vergangenen Jahr Marathon gelaufen, unter anderem in Leipzig, auf dem Rennsteig, in Berlin, New York, Istanbul, Athen -

Angenommen, Sie könnten einen beliebigen Schlüssel für einen Tag haben. Welcher wäre es?

Ich würde gerne noch einmal mit einer großen Ducati auf dem Sachsenring fahren. Ich bin ja auf der Straße eher ein relaxter Fahrer, aber auf der Rennstrecke kann man schon mal etwas riskieren -

@Alle Teile: www.lvz-online.de/schluesselfiguren

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2013

Lisa Berins

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