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Junge Tanzpaare aus Leipzig erfüllen sich den Traum vom großen Debütanten-Auftritt

Semperopernball Junge Tanzpaare aus Leipzig erfüllen sich den Traum vom großen Debütanten-Auftritt

Auf den prächtigen Bällen in Wien, Paris, Zürich, New York, München oder Budapest wird noch die Tradition der Debütanten gepflegt. Unter den 100 Debütantenpaaren, die beim 11. Semperopernball übers Parkett schwebten, hatten auch mehrere junge Leipziger ihren großen Auftritt.

Beim Tanz der Debütanten drehten sich 200 junge Leute aus ganz Deutschland auf dem Ballparkett.

Quelle: Imago stock&people

Dresden.

Die aufgeregte Schar musste lange warten, und dann wurde ihre Geduld noch mal auf eine extra-Probe gestellt. Um 22.45 Uhr sollte der große Moment sein, der Einmarsch der Debütanten für ihren zehnminütigen Auftritt. Doch das Programm verzögerte sich um eine halbe Stunde. „Wenn du dann rauskommst und siehst die vielen Leute, die dir zulächeln, das ist toll“, fasste Johannes Kündiger (17) vom Brockhaus-Gymnasium kurz nach Mitternacht seine Emotionen zusammen. „Das Gefühl kann man gar nicht beschreiben. Ich hatte keinen Schritt mehr im Gedächtnis“, ergänzte seine Tanzpartnerin Sophie Schmahl (17), ebenfalls vom Brockhaus-Gymnasium. „Das Schönste war der Applaus danach, da kam richtiges Gänsehautfeeling auf“, meinte Susann Gottschling (29), Krankenschwester in einer Leipziger Arztpraxis. Bei Sophia Schlücker (17) und Max Anker (17), beide vom Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Markkleeberg, trafen gegen Mitternacht jede Menge Nachrichten auf dem Handy ein: Eltern, Geschwister, Großeltern, Freunde und die Tanzlehrerin hatten den großen Auftritt im MDR-Fernsehen verfolgt und schickten umgehend Glückwünsche.

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100 junge Paare drehen sich vor 2500 Augenpaaren im Walzertakt

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Als alles glücklich geschafft war, durften die Debütanten für den Rest der Nacht selbst Gäste des Balls sein. „Jetzt tanzen wir weiter, schließlich tanzen wir schon die ganze Woche durch. Die Füße und Zehen tun zwar weh, aber es macht Spaß und müde sind wir überhaupt nicht“, versicherte Max Anker, der mit seiner Partnerin seit zwei Jahren bei Tina Spiesbach und Oliver Thalheim in Gohlis trainiert. Die anderen Debütanten kommen von der Leipziger Tanzschule Jörgens.

Wobei Studentin Valeria Kariatchenko (19) am Arm eines jungen Dresdners auf die Tanzfläche schritt. Sie und er hatten sich jeweils als Singles beim Debütantencasting beworben, da ihre Partner zum Semperopernball nicht mitkommen konnten. So wurden sie als Paar zusammengeführt und waren sich auch auf Anhieb sympathisch. Obendrein gewannen die beiden das „Goldene Ticket“ eines Radiosenders, wodurch das gesamte Ballpaket für sie kostenlos war. Die hohen Kosten – rund 500 Euro pro Person – und der enorme zeitliche Aufwand sind Gründe, warum die Ballorganisatoren jedes Jahr Mühe haben, genügend Debütantenpaare aus ganz Deutschland zu finden. Wenngleich natürlich viele davon träumen. Daher wird auch mal beim Alter ein Auge zugedrückt, so wie beim 38-jährigen Axel Dorndorf – normalerweise sollen die jungen Leute höchstens 29 sein.

Nachdem die Euphorie sich gelegt hatte, mussten die jungen Damen nur noch eine wichtige Entscheidung treffen: ob sie ihr Kleid am nächsten Tag zurückgeben oder nicht. „Ich wollte erst nicht, aber jetzt werde ich es vielleicht doch behalten. Man fühlt sich darin wie eine Prinzessin“, strahlte Susann Gottschling. Das Glitzerkleid kostet noch einmal rund 300 Euro. Für Sophia Schlücker stand die Entscheidung fest: „Ich behalte es und ziehe es im Juni zum Abiball an.“ Auch Tanzpartner Max will mit seinen Smoking zum Abiball gehen.

Damit endete für die Leipziger eine stressige Woche: Jeden Tag ab 17 Uhr trafen sich die 100 Debütantenpaare in Dresden zum fünf-, sechsstündigen Training. Die Schüler hatten frei bekommen, die Berufstätigen hatten sich frei genommen und übernachteten im Hotel oder in einer Ferienwohnung. Johannes und Sophie allerdings wurden von den Vätern abwechselnd nach Dresden und zurück chauffiert, denn Johannes hatte just in dieser Woche Vorabitur-Prüfungen. Aber der Stress habe sich gelohnt, versicherten alle.

Von Kerstin Decker

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