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Boulevard Kabarettist Meigl Hoffmann kauft Ausflugslokal „Waldschänke“ in Zwickau
Leipzig Boulevard Kabarettist Meigl Hoffmann kauft Ausflugslokal „Waldschänke“ in Zwickau
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19:46 09.03.2016
Meigl Hoffmann (links) und Karsten Wolf (rechts) sind die neuen Eigentümer der Waldschänke in Zwickau. Hier mit Stammkellner Claus-Stephan Fischer und dem aus Leipzig mitgebrachten Küchenchef Hendrik Lübbert. Quelle: Kerstin Decker
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Leipzig/Zwickau

 Kabarettist wird Wirt, und das ist kein Scherz: Der Leipziger Central-Kabarettist Meigl Hoffmann (47) erweitert sein Betätigungsfeld. Und knüpft zugleich an seine Wurzeln an: Zusammen mit seinem Pianisten Karsten Wolf (51) hat er das Ausflugslokal „Waldschänke“ in Zwickau gekauft. Selbst am Zapfhahn stehen wird er allerdings eher selten. Um das Geschäft vor Ort kümmern sich die sechs übernommenen Mitarbeiter unter Regie des neuen Küchenchefs Hendrik Lübbert (45) aus Leipzig. Die Leipziger Künstler sind ein bis zwei Tage pro Woche persönlich vor Ort, ansonsten stehen sie wie gewohnt auf den Bühnenbrettern. 1990 war Hoffmann schon mal als blutjunger Wirt gestartet, betrieb ein Jahr lang in Gohlis die Kneipe „Zum goldenen Herz“. Das Gastgeber-Gen liegt bei ihm in der Familie: Seine Vater und dessen zweite Frau führten die Pension am Zoo und die Künstlerpension Beckers in der Leplaystraße.

Die „Waldschänke“, ein rund 100 Jahre altes Ausflugslokal am Waldrand, liegt einem anderen Leipziger Kabarettisten seit jeher am Herzen: Bernd-Lutz Lange (71), der in Zwickau seine Kindheit und Jugend verbracht und in der „Waldschänke“ schon als Knirps manche Limonade getrunken hat. Auch als er längst in Leipzig lebte, hielt er dem Lokal weiter die Treue, veranstaltete eigene Lesungen und ermunterte andere Kabarettisten und Schauspieler, dort ihre Programme zu zeigen. Gunter Böhnke, Dieter Bellmann, Mitglieder der Funzel, der Academixer oder der Distel, Dorit Gäbler, Arndt Bause – alle traten dort auf und verhalfen dem urig-gemütlichen Lokal über die Jahre zum Ruf einer Kleinkunstbühne. Bis 2015: Da wurde bekannt, dass der bisherige Inhaber das Familienunternehmen verkaufen wollte. Die Betroffenheit bei Gästen, Personal und Künstlern war groß. „Da stirbt wieder ein Traditionslokal“, fürchtete Meigl Hoffmann.

Im Oktober ließ er sich in die Zahlen einweihen und verriet zugleich Karsten Wolf von seinem Plan, die „Waldschänke“ selbst zu kaufen. Trotz des aktuellen Trends vom großen Gasthofsterben im ländlichen Raum. Ein Wochenende hatten die beiden Bedenkzeit, dann machten sie die Sache perfekt. Anfang Januar kauften sie das Lokal und die zugehörigen 1500 Quadratmeter Grundstück, im Februar schlossen sie zwei Wochen für behutsame Umbauten: Der Fußboden im Gastraum, die Tresenverkleidungen, das Lichtkonzept wurden auf Vordermann gebracht, Art-Deco-Lampen eingebaut, einige Holztische ersetzt, die Tischdecken abgeschafft. Im nächsten Schritt soll der Freisitz mit rund 200 Plätzen umgestaltet und Ende April eröffnet werden. Eine sechsstellige Summe – aber eher im unteren Bereich – steckten die beiden in das Objekt. Den Druck, große Gewinne erwirtschaften zu müssen, machen sie sich mit ihrem zweiten Standbein nicht.

Die Wiedereröffnung fand im Beisein des sichtlich bewegten Bernd-Lutz Lange statt. „Die neue Waldschänke ist die alte von 1932“, sagt Meigl Hoffmann. Seit 1932 sieht das Gebäude nach verschiedenen Anbauten so aus, wie es heute dasteht. Die Ausschankgenehmigung stammt von 1918, erbaut wurde das Haus 1885/86 von einem Lattenschneider aus dem thüringischen Eisenberg, der mit seiner Frau und sieben Kindern darin wohnte. Koch Hendrik Lübbert hat sich mit Herz und Liebe der Küche à la Großmutter verschrieben: „Nix aus der Tüte, alles frisch, wir machen alles selber.“ Das teuerste Gericht auf der aktuellen Speisekarte kostet 14,50 Euro. Die Kabarettauftritte werden im Winterhalbjahr beibehalten, im Sommer soll es Kabarett auf dem Freisitz geben.

 

 

Von Kerstin Decker

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