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Boulevard Karl-Heinz Schneider: Er hätte gern den Papst gesprochen
Leipzig Boulevard Karl-Heinz Schneider: Er hätte gern den Papst gesprochen
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01:00 06.08.2013
Feuerwehrchef Karl-Heinz Schneider. Quelle: Nick Putzmann

Der 57-jährige Bayer hat seine Uniformjacke akkurat zurechtgezogen, streicht sich noch einmal durchs Haar und stellt sich neben ein Einsatzfahrzeug. Sein Beruf ist seine Leidenschaft - und das von der Pike auf. Als junger Mann rückte er schon mit der Jugend- und der freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimatstadt aus. Seit 2001 ist er Chef der Leipziger Berufsfeuerwehr. Immer am Mann ist der Generalschlüssel, der Druckerchip mit Seriennummer (für die korrekte Abrechnung von Tinte und Papier), außerdem ein kleiner, spitzer Schlüssel für den Schreibtisch mit vertraulichen Informationen und Verschlusssachen. Keine Frage, Schneider weiß, wo es brennt und ist flugs zur Stelle.

LVZ:

Was hat denn der Feuerwehrchef mit einem Superhelden gemein?

Karl-Heinz Schneider:

Gar nichts. Ich bin eher ein Boris Becker der Feuerwehr. (Lacht.) Es wurde immer gefragt, warum er so gut Tennis spielt. Das lag daran, dass er mit drei Jahren einen Tennisschläger in der Hand hatte. Ich wusste mit drei Jahren was ein A-, B- und C-Schlauch ist. In meiner Familie bin ich Feuerwehrchef in der dritten Generation. Also gehe ich davon aus, dass das die Gene in mir sind. Schon als Kind habe ich in der Feuerwache gespielt. Ich bin mitten in der Stadt aufgewachsen und wir haben in den Feuerwehrautos Verstecken gespielt. Wenn wir erwischt wurden, dann gab es saftige Ohrfeigen. Das beste Versteck war übrigens der Schlauchwagen, hinten drin.

An Ihrem Feuerwehrschlüssel hängt also viel Leidenschaft. Was ist denn das Faszinierende an Ihrem Beruf, oder besser: am Feuer?

Diese Kraft! Ich liebe die Natur und die Elemente, und genauso wie der Wind, hat das Feuer eine ungeheure Macht. Es ist faszinierend. Als Feuerwehrmann überwindet man da Naturgewalten. Ansatzweise kann man das ja auch beim Windsurfen oder beim Bergsteigen erleben. In meiner Studentenzeit war ich übrigens aktiver Windsurfer und später aktiver Gleitschirmflieger - mit Überlandfluglizenz.

In Ihrer Jugend - wen hätten Sie gerne einmal aus den Flammen gerettet?

Oh, ich war mal in der Endausscheidung der "Bravo Boy"-Wahl. Das war im Jahr 1971. Ich habe die Zeitung noch bei mir zu Hause. Und Uschi Glas war damals Jury-Vorsitzende. Ich war 14 Jahre alt und Uschi Glas so Mitte/Ende 20. Das war ein paar Jahre nach "Zur Sache Schätzchen". Und da dachte ich, Mensch, es wäre toll, diese gut aussehende Frau mal zu retten.

Ihr Haustürschlüssel, bedeutet er auch Feierabend? Also, gibt es Momente, in denen Sie beruflich nicht erreichbar sind?

Ja, die gibt es. Und zwar wenn ich wirklich einen Grund zum Feiern habe. Dann rufe ich meinen Stellvertreter an und sage ihm, dass er übernehmen soll. Wenn ich mit der Familie unterwegs bin, dann bin ich aber meistens abrufbar. Trotzdem - zu Hause bin ich in erster Linie Privatmann. Dann wird sich unterhalten und schön gegessen. Am Wochenende ist es für mich das Schönste, mit meinem Berner Sennenhund "Balu" an den "Kulki" zu laufen oder Baden zu fahren. Obwohl ich immer einsatzbereit bin, ist es ja nicht so, dass ich permanent gerufen werde.

Angenommen, Sie könnten einen beliebigen Schlüssel für einen Tag haben - welcher wäre es?

Der Schlüssel zu den Privatgemächern des Papstes. Ich finde die Person, das Amt faszinierend. Ich bin römisch-katholisch erzogen, gehe zwar nicht jeden Sonntag in die Kirche, bin aber sehr gläubig. Ich hatte vor Jahren einmal mit dem Gedanken gespielt, dass ich Papst Benedikt XVI., der ja aus meiner Heimat stammte, einmal anrufe und um eine Privataudienz bitte. Einen Tag mit dem Papst zu verbringen, wäre sicher ein tiefgreifendes Erlebnis und ich wüsste einige Themen für einen Gedankenaustausch.

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Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2013

Lisa Berins

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