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Boulevard Klänge aus aller Welt für ein kleines Leipziger Café - Benefizkonzert mit Krumbiegel
Leipzig Boulevard Klänge aus aller Welt für ein kleines Leipziger Café - Benefizkonzert mit Krumbiegel
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23:30 19.06.2014
Taffes Treff-Team (von links, vorn): Minh an Ngo, Yesim Sanli, Karin Hempel, Nasnas Sedik Rashid. In der Reihe dahinter: Jana Korjatschenkow, Aurelia Seyfert, Anke Kästner und Irina Weinberger (von links): Quelle: Christian Nitsche

Cellistin Celine Bouchereau etwa ist dabei. Auch Ndumyu Kina mit einer afrikanischen Trommel- und Tanzmusik. Und Mona Ragy Enayat, die arabische Lieder vorträgt. Sie und weitere Musiker, allen voran "Prinz" Sebastian Krumbiegel, halten das Café für eine "ganz wichtige Geschichte" im interkulturellen Zusammenleben der Stadt und möchten ihm helfen. Auch, wenn es Ende Oktober seine Türen schließen wird.

"Das Konversationscafé ist ein Projekt unseres Vereins Internationale Frauen Leipzig", erklärt Geschäftsführerin Anke Kästner. "Es war von vornherein befristet auf drei Jahre, eine Anschlussfinanzierung gibt es nicht. Doch gefördert hat es all die Zeit die Aktion Mensch. Verbunden damit war aber ein 30-prozentiger Eigenanteil. Das sind immerhin so an die 30.000 Euro", meint sie. "Einiges haben wir diesbezüglich schon geschafft. Mit Hilfe von Spenden, über Einnahmen aus der Vermietung der Räume etwa. Aber etwas fehlt schon noch."

Das Café ist ein Ort lebendigen Austauschs zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Vor allem Frauen sind hier die hilfreiche und für manch ausländischen Mitbürger rettende Seele. Manche stellen dem Verein ihr Wissen, ihre Kraft schon seit Jahren zur Verfügung. Nasnas Sedik Rashid (39) etwa, die daheim im Irak Jura studiert und vier Jahre als Anwältin gearbeitet hatte, bis die Familie 2000 nach Deutschland flüchtete. Ihre Berufsabschluss wurde hier nicht anerkannt. Aber die Mutter von fünf Kindern spricht sechs Sprachen, kennt sich bei Behörden mittlerweile top aus. In dem Kontext ist sie für ratsuchende Migranten im Café ein echter Schatz. - "Ich helfe insbesondere gern Frauen, die aus anderen Kulturkreisen kommen und sich hier erst mal einleben müssen", sagt auch Lehrerin Adiba Mohammad (57) aus dem Irak, die sich selbst um betagte ausländische Senioren kümmert, liegen sie im Krankenhaus. Die Moldawierin Aurelia Seyfert, von Haus aus Näherin, hat sich zur Sozialhelferin qualifiziert, steht nun Leuten aus Russland bei, die neu in die Stadt kommen. "Bei allem. Beim Anträgeausfüllen, in Ämtern, beim Arzt."

Aktuell kümmert sie sich auch um rumänische und tschetschenische Familien. Und mit Minh an Ngo (56) bereichert eine Literaturwissenschaftlerin, die 1978 aus Hanoi kam, den Café-Treff. "Seit sie da ist", so Kästner, "sind wir auch Ansprechpartner für die hiesige vietnamesische Community". Ihre taffe Café-Frauencrew will sie auch nach Projektende nicht gänzlich missen. "Wir sind ja auch Träger des Bürgertreffs Volkmarsdorf, versuchen nun, dort einiges vom Projekt mit zu übernehmen."

Konzertbeginn in der Emilienstraße 17 ist um 19 Uhr. Karten zu 20 Euro (inkl. kleines Buffet) vorab Mo-Do 12 bis 18 Uhr im Café, Tel. 0341 86721274 oder 0178 6035768 (Frau Sanli). Die Platzzahl ist auf 80 begrenzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2014

Angelika Raulien

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