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Boulevard Krimi-Dreh: Kammersänger Martin Petzold leiht einem Mörder Stimme und Hände
Leipzig Boulevard Krimi-Dreh: Kammersänger Martin Petzold leiht einem Mörder Stimme und Hände
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17:25 14.09.2012
Martin Petzold vor seinem Haus, der ehemaligen Gundorfer Pfarrei. Quelle: Christian Nitsche
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Wie gruslig: Er doubelt Orgel spielend und singend den Mörder. Einen Menschen, der erst die Katze und dann Haushälterin und Küster um die Ecke bringt.

Von der Aufnahmeleitung entdeckt und vom Fleck weg engagiert wurde Petzold, als er gerade an der Gundorfer Kirchenorgel saß und übte. „Das war eine große Freude, denn die Soko Leipzig wie auch der Tatort sind für mich Standards, die ich immer gern schaue. Wenn ich Vorstellung habe, nehme ich sie auf." Seit 2001 wohnt der Sänger mit Familie in der ehemaligen Pfarrei.

Die Schauspieler Steffen Schroeder und Stephan Schwarz (links) sowie Melanie Marschke und Andreas Schmidt-Schaller mit Martin Petzold (Mitte). Quelle: Christian Nitsche

Eine Woche lang wuselten jede Nacht 30 bis 40 Filmleute im Gundorfer Kirchweg herum. Petzolds Haus wurde bis zwei Uhr morgens von grellem Licht im Garten angestrahlt, und viele fremde Leute liefen durch sein komplett umdekoriertes Erdgeschoss. Erst wenn alle weg waren, konnte er Haus und Kirche zuschließen und selbst zu Bett gehen. „Zum Glück habe ich noch ein paar Tage Urlaub bekommen", meint der 57-Jährige.

Zwei seiner fünf Kinder, seine Ehefrau und sogar einige Ex-Thomaner sangen als Komparsen mit, als er für einen Dreh einen Jugendchor dirigierte. „Beneidenswert, die Filmschauspieler können Szenen mehrfach wiederholen, wenn etwas schiefgegangen ist. Das können wir Opernsänger nicht", meint der Tenor. „Aber dafür kriegen sie nie Applaus", gibt Producerin Henriette Lippold zu bedenken.

Mit seiner Stimme und seinen Händen doubelt der Tenor im Krimi den Mörder. Quelle: Christian Nitsche

Alles, was das Ausstattungsteam „anrichtete" - umgekippte Kirchenbänke, Blutspuren im Garten, ein frisch angelegtes Grab -, wurde hinterher wieder tipptopp in Ordnung gebracht. Bestätigt Helmut Voß, 80-jähriges Faktotum der Gundorfer Gemeinde, der mit aufpasste, dass die mehr als 800 Jahre alte Kirche bei den Dreharbeiten ungeschoren davonkam. Schließlich hat ein von Kammersänger Petzold gegründeter Förderverein gerade erst 40.000 Euro zur Orgel-Restaurierung aufgebracht und freut sich auf die Orgelweihe am 21. September.

Ausgestrahlt wird der Krimi Anfang 2013 im ZDF. Für Petzold ist die Filmlaufbahn damit aber nicht zu Ende: Am 27. Dezember läuft in den Kinos ein Kostümfilm über Bayernkönig Ludwig II. an, in dem er den Lieblingssänger Richard Wagners spielt. Und diesmal kommt er dann auch als ganze Person ins Bild. Das Filmorchester wird übrigens dirigiert von Ulf Schirmer, seinem Chef an der Oper Leipzig.

Kerstin Decker

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