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Boulevard Küchenfeen in schwimmender Klinik: Schauspielerinnen auf Hilfseinsatz
Leipzig Boulevard Küchenfeen in schwimmender Klinik: Schauspielerinnen auf Hilfseinsatz
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23:30 05.09.2014

Nach ihrem dreiwöchigen Hilfseinsatz zögerten die Schauspielerinnen aus "In aller Freundschaft" nicht und wurden offizielle Botschafterinnen der Mercy Ships.

Der Einsatz, an dem auch Serienkollegin Hendrikje Fitz als Dritte im Bunde beteiligt war, hat schon 2011 stattgefunden. "Mit großem Respekt haben wir die Arbeit in der Spülküche gemacht. Es war heiß, feucht, rutschig und insgesamt sehr anstrengend. Manchmal dachte ich: Gleich löse ich mich auf. Aber wir haben viel gelacht", erinnert sich Cheryl Shepard. Dass die Drei in Deutschland bekannte TV-Gesichter sind, spielte unter der englischsprachigen Besatzung keine Rolle.

Auf dem schwimmenden Krankenhausschiff werden 400 bis 600 Menschen dreimal täglich verpflegt. Die Schauspielerinnen hatten Gruppenleiterinnen, die glatt ihre Töchter sein könnten - 23 beziehungsweise 18 Jahre junge Frauen, die die Prominenten auch durchaus unnachgiebig auf Mängel hinwiesen. Alle Helfer an Bord arbeiten unentgeltlich.

Die Mercy Ships sind schwimmende Hospitale für die Ärmsten der Welt. 1982 lief das erste Schiff zum Einsatz aus, inzwischen betreibt die gleichnamige internationale Hilfsorganisation vier Krankenhausschiffe. Die "Mercy Ship Africa" ist dabei das größte und modernste - und es ist regelmäßig an der Westküste Afrikas im Einsatz. In sechs Operationssälen wird wie am Fließband operiert - Brandverletzungen, Wangenbrand, Lippen- und Gaumenspalten, Tumore, gynäkologische Krankheiten, Augenerkrankungen, Zahnkrankheiten. "Viele dieser Krankheiten können in den einheimischen Krankenhäusern nicht behandelt werden. Die Menschen werden durchs ganze Land getragen, damit sie auf dem Schiff operiert werden können", erzählt Cheryl Shepard.

Sie hörte vom Fall einer vierfachen Mutter, die blind war und nach der Operation erstmals ihre Kinder sehen konnte. 7000 und mehr Leute stehen am "Selection Day" an, um sich einem Arzt vorstellen zu dürfen und für eine Behandlung ausgewählt zu werden. "Meine Gesundheit und die Gesundheit meiner Kinder sind nicht selbstverständlich, das wurde mir dort bewusst", so die 48-Jährige.

In ihrer Freizeit lernten die drei deutschen Schauspielerinnen auch das Land Sierra Leone kennen, besuchten Einheimische, erlebten deren Kultur und Musik, genossen das Essen. "Sie haben uns das Schöne gezeigt, auf das sie stolz sind." Für Cheryl Shepard als TV-Ärztin war besonders interessant, dass sie bei den Operationen ganz nah dabei sein durfte oder auf den Krankenstationen mit Kindern spielen konnte.

Nun hoffen die Schauspielerinnen, dass sie möglichst viele Menschen neugierig machen und als Unterstützer gewinnen können. Möglich ist das über Schüleraktionen, Flohmärkte, Geldspenden oder sogar Einsätze auf dem Schiff.

Info-Veranstaltung am 25. September, 19 Uhr, mit Cheryl Shepard und Alexa Maria Surholt im Mediengarten der Media City, Altenburger Straße. Als Gäste kommen Udo Kronester, Geschäftsführer der Mercy Ships Deutschlands, und der plastische Chirurg Udo Köhler aus Stuttgart, der über seine Einsätze berichtet. Der Eintritt ist frei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.09.2014

Kerstin Decker

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