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Boulevard LVZ-Serie "Gesichter in Leipzig": Silane Vatonne hat Réunion für Leipzig verlassen
Leipzig Boulevard LVZ-Serie "Gesichter in Leipzig": Silane Vatonne hat Réunion für Leipzig verlassen
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23:59 03.05.2013
Silane Vatonne Quelle: Marianne H.Stars

Oder auch das ganz alltägliche Original von neben an. Heute: Sprachstudentin Silane Vatonne.

Viele träumen hierzulande von Palmen am Strand, türkisfarbenem Wasser und ewigem Frühling. Sprachstudentin Silane Vatonne hat das alles vor ihrer Haustür und hinter sich gelassen. Ihre Heimat ist das französische Überseedépartement La Réunion im Indischen Ozean, 30 Flugminuten von Mauritius entfernt.

Wie kommt eine Französin von Réunion auf Leipzig? Ganz einfach, über die Universität in Strasbourg. Dort hat Silane drei Jahre Interkulturalität und germanische Sprachen studiert, deutsch, englisch, dänisch und norwegisch. Nach Leipzig kam sie über das Erasmus-Austausch-Programm, studiert hier Germanistik, Amerikanistik und Kulturwissenschaft. "Vor allem ist mir aber wichtig, dass ich in der Musikstadt Leipzig bin", bekräftigt die 21-Jährige. Von ihrem Gesangslehrer in Strasbourg habe sie von der Bach- und Wagnerstadt erfahren, von den Thomanern und vom Universitätschor. Im Internet habe sie sich zusätzlich informiert. Sie schätzt sich glücklich, im Jugendchor der Oper singen zu dürfen. Die Chorleiterin habe sie sofort genommen nach dem Vorsingen. Welch ein Glück, dass sie bei den Wagnerfesttagen im Mai in der Geburtsstadt des Komponisten aktiv in Wagneropern mitwirken darf.

"Wir unterstützen den Opernchor", sagt sie selbstbewusst und nennt "Parsifal", "Rienzi" und "Die Meistersinger". Allzu gern würde sie professionell singen, denn: "Singen ist meine Leidenschaft". Zunächst heißt es aber, das Sprachstudium erfolgreich beenden und den Bachelor erlangen. "Dann bin ich frei und kann mich an der Uni Leipzig für ein Masterstudium bewerben", so die Studentin. "Das würde zwei Jahre dauern, wenn ich nicht durchfalle."

Aber warum studiert die junge Französin, die sich so für Musik begeistert, überhaupt Sprachen? "Weil die Eltern das wollen, sie haben das Geld", gibt Silane Auskunft. Viel lieber hätte sie Musik studiert. Mit acht Jahren erhielt sie bereits privat Gesangsunterricht. Ihre Eltern sahen das aber mehr als Hobby an, "jetzt sind sie stolz auf mich, dass ich im Opernjugendchor mitsinge", freut sich Silane. Zweimal in der Woche hat sie Chorprobe. Stunden früher ist sie schon in der Oper, um in der Kantine zu studieren. "Das ist meine Kantine", sagt sie lachend. "Dort habe ich meine Ecke, wo ich in aller Ruhe arbeite." Um ihren Gesangsunterricht fortsetzen zu können, will sie, wie in Strasbourg, nebenbei jobben, aber erst nach dem Praktikum.

Das absolviert sie gerade beim hiesigen Richard-Wagner-Verband. Der ist glücklich, im Wagnerjahr eine so sprachbegabte Praktikantin zu haben, die nur so im Handumdrehen die umfangreiche Homepage des Vereins ins Französische übersetzte. Und Silane ist dem Zufall dankbar, der sie zum Wagnerverband führte. Während der Festtage im Mai würde sie gern bei der Kommunikation mit Franzosen helfen, soweit das ihr Studium erlaubt. 10000 Bewerber hätte es gegeben damals auf die 1000 Studienplätze in Frankreich, erzählt die 21-Jährige. "Dank Deutsch, das ich gewählt habe, bekam ich einen Platz in Strasbourg". Und dank Strasbourg sei sie in Leipzig gelandet, wo sie am liebsten bliebe. Viele träumen hierzulande vom überseeischen Inselparadies. Viele Insulaner dagegen träumen vom europäischen Kontinent. Wie sagte schon Albert Einstein: "Alles ist relativ".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2013

Stars Marianne

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