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Boulevard La Dolce Vita, Leipziger Bürger und Rock ’n’ Roll
Leipzig Boulevard La Dolce Vita, Leipziger Bürger und Rock ’n’ Roll
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13:37 11.07.2018
Leben und arbeiten gemeinsam: Alexandra und Matthias Winter aus Leipzig beim Fotojob auf Sardinien. Quelle: privat
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Leipzig

Fotografin Alexandra Winter ist immer noch glücklich, wenn sie an das letzte Fotoshooting denkt: „Mein Mann und ich waren für eine Hochzeit auf Sardinien gebucht. Ein absoluter Glücksfall und unsere Premiere als Foto-Video-Team im Ausland“, schwärmt die 34-jährige Leipzigerin.

Geschichten erzählen

„Klingt wie ein Klischee, aber ich habe schon immer gern fotografiert“, sagt die Mutter zweier Kinder lachend. Alles begann im Alter von zehn Jahren, mit der Analogkamera des Vaters. Während einer Schulprojektwoche richtete sie sich eine Dunkelkammer ein, in der sie nach Lust und Laune experimentieren konnte. Später baute sie sich ihre erste Hobby-Homepage und lichtete Freundinnen ab.

Nach dem Architekturstudium an der heimischen HTWK begann sie, mit ihren Bildern Geschichten zu erzählen. Wenn die junge Frau mit dem offenen Blick als Hochzeitsfotografin unterwegs ist, dann beginnt die Begleitung des Brautpaares meist in der Frühe. „Beim morgendlichen Make-up ist die Braut meist noch etwas scheu, bei der Trauung ist unser Verhältnis locker und entspannt.“ So war es auch in Italien, wo sich ein Geraer Brautpaar das Ja-Wort gab. „Es war für uns absolut verblüffend, wie wir von den Familien aufgenommen wurden“, erzählt die Fotografin. Nach der standesamtlichen Trauung folgte am Abend eine freie Zeremonie am Strand von Costa Smeralda. Mit Mega-Lichtstimmung und vielen Emotionen, die für sensationelle Fotos und einen absolut schönen Highlight-Film von Ehemann Matthias sorgten. Dass sie mit ihren unvergesslichen Momenten andere glücklich macht, sei ihr das Wertvollste an ihrem Foto-Job, resümiert die Dreifachgewinnerin des Leipziger Fotomarathons 2015.

Rocknacht in Taucha

Am Sonnabend werden alle Kameras auf ihn und die „Four Roses“ gerichtet sein – Basist Ingo Paul lädt mit seiner Band zur Rocknacht in Taucha. Bei der 17. Auflage holen sich die Leipziger Jungs echte Frauen-Power-Konkurrenz auf die Bühne. „Black/Rosie“ spielt die harten Songs ihrer australischen Vorbilder AC/DC und auch die frechen jungen Mädchen von „K2 Czech it“ aus dem tschechischen Nachbarland rocken mit den vier Rosen durch die Sommernacht. „Die Veranstaltung ist mein Baby. Ein Fan kommt jedes Jahr extra aus Chicago angereist, um zu dieser Zeit seine Verwandten in Taucha zu besuchen und uns zu hören“, erzählt der dreifache Vater und Ehemann.

Ingo Paul von der Band Four Roses im Interview über die Rocknacht und seine musikalischen Wurzeln. Quelle: André Kempner

Der stadtbekannte Typ mit den langen lockigen Haaren wuchs mit zwei Brüdern und einer Schwester in Seehausen auf. Er ging in eine Dorfschule und lernte anfänglich autodidaktisch Blockflöte. Die Mutter spielte Akkordeon, das die Söhne allerdings auseinander schraubten. „Für meine erste E-Gitarre habe ich mein Simson für 220 Mark verkauft. Die Musik war mir einfach wichtiger.“ Der gelernte Offset-Drucker habe in jedem Mauseloch von Leipzig gespielt, in allen Nachtbars – vom Astoria bis zum Schorschls. Nach 17 Jahren hing er seinen Druckerjob an den Nagel: „Wenn du bis morgens um fünf spielst, kannst du anschließend nicht zur Arbeit gehen.“ Heute macht er ausschließlich Musik und das mit ganzem Herzen.

Auf der Suche nach Leipzig-Motiven

Journalist Bernd Görne (64) packt fast täglich die Kamera ein, um Leipziger Stadtmotive festzuhalten. Vor genau 25 Jahren hat der gebürtige Berliner den ersten Band seiner „Leipziger Bürgerportraits“ veröffentlicht. Für die 200 Bilder hat er namhafte Leipziger Fotografen wie Armin Kühne und Mahmoud Dabdoub ins Boot geholt, die Texte schrieb er mit Ehefrau Gabriela.

„Ich bin mit einem Fragenkatalog entweder zu den Persönlichkeiten nach Hause gegangen oder habe sie in ihren Büros befragt. Außer bei Kurt Masur – sein Terminkalender war so voll, da hat sich sein Pressesprecher darum gekümmert“, plaudert der Bildjournalist mit Blick in den zweiten Band, der ein Jahr später erschien und weitere 200 Personen des Zeitgeschehens dokumentierte. Görne lernte auch den Maler Werner Tübke (gest. 2004) kennen und besuchte ihn damals in seiner Wohnung in der Springerstraße. „Damals war der Künstler so alt wie ich heute“, sinniert der Schreiber. Die beiden begegneten sich ein paar Jahre später zufällig bei einer Urlaubsreise auf den Spuren Goethes am Gardasee wieder.

Von Christian Führer (gest. 2014), dem Gemeindepfarrer der Leipziger Nikolaikirche und Symbolfigur der Friedlichen Revolution, ist der Journalist noch heute stark beeindruckt. „Er hat sich Anfang der Neunziger Jahre auch für diejenigen stark gemacht, die nach der Wende plötzlich keine Chance mehr hatten.“ Auch der Familienvater Görne war sechs Monate lang arbeitslos und ist dann mit einem Eigenverlag den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen.

Journalist Bernd Görne ist immer auf der Suche nach Leipzig-Motiven. Quelle: Regina Katzer

Von Regina Katzer

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