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Boulevard "Leipzig ist Zucker": Kitchen Guerilla aus Hamburg kapert für einen Abend das Westwerk
Leipzig Boulevard "Leipzig ist Zucker": Kitchen Guerilla aus Hamburg kapert für einen Abend das Westwerk
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15:06 03.07.2015
Quelle: André Kempner
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Die Kitchen Guerilla aus Hamburg, das ist eine Truppe von Köchen ohne eigenes Lokal. Sie kapern fremde Küchen, bringen ihre eigenen Zutaten mit und kochen einen Abend lang mit Liebe und Herzblut für Gäste und Freunde. Dabei legen sie auch Wert auf soziale und gesellschaftliche Aspekte - denn Essen verbindet, und bei einem guten Essen kann man gut Probleme diskutieren. 2010 gewannen die Kitchen Guerillas im Leipziger Neuen Rathaus den Leaders Club Award 2010, den Preis des Jahres für Gastronomen, die neu am Markt sind und gleich für Furore sorgen. Im Plagwitzer Westwerk bestritten sie am Donnerstagabend zum zweiten Mal ein Kochevent in Leipzig, nachdem sie 2014 schon auf dem Freisitz der Löffelfamilie gekocht hatten. "Butter bei die Fische" hieß das Motto: Es ging um Fischgerichte plus Bier.

"Leipzig ist Zucker, eine schöne Stadt, eine tolle Location mit einem innovativen Publikum", sagte Koral Elci, einer der Gründer der Kitchen Guerillas. Von Beruf ist der 36-Jährige ursprünglich Produktdesigner. Sein Bruder Onur Elci (32) ist Betriebswirt. Der dritte Mann im Bunde, Mitgründer und Partner Olaf Deharde (38), ist Fotograf. Gestartet haben sie ihr Unternehmen 2009. Vorher hatte Koral oft zu Hause gekocht, nur die besten Zutaten eingekauft und Freunde eingeladen. "Hinterher sagten alle 'tschüs', aber keiner wollte sich an den Kosten beteiligen. So entstand die Idee, daraus Events zu machen", erzählt Onur Elci. Ein festes Restaurant wollten die Hamburger aber nicht eröffnen. Mittlerweile kochen die Kitchen Guerillas hauptberuflich, haben sich zu einer Agentur entwickelt und bestreiten weltweit kulinarische Events mit Partnern - so in Leipzig mit Pilsner Urquell. Neun Leute leben fest von diesem Job. Inzwischen gibt es auch ein Team in Istanbul.

Mit dem Thema Fisch nahmen sich die Kitchen Guerillas in Leipzig eines der schwierigsten gastronomischen Themen vor. Und das an einem der heißesten Tage des Jahres. Wer wollte, konnte zwischen den Gängen mit ihnen oder mit Fischmeister Michael Wickert von Glut & Späne aus Markthalle Neun in Berlin ins Gespräch kommen und sich Infos holen: woran man frischen Fisch erkennt, wie man ihn räuchert und filetiert, bis hin zu Transportwegen und zur Überfischung der Weltmeere. Das Publikum im Westwerk war jung, das Ambiente unkompliziert, hemdsärmlig und selbst ein wenig guerillamäßig - alter Industriebau mit unverputzten Ziegelwänden und ohne Klimaanlage. Die Fischbouletten wurden mit  -behandschuhten - Fingern direkt aus der Bratschale auf die Teller gelegt. Für die rund 100 Mit-Esser waren drei lange Tafeln eingedeckt. Es ging fröhlich lärmend durch den Abend, mit Kindern, Hunden und lautstarkem Geschirrklappern dazwischen. Viel Lob ernteten die Hamburger für ihre fünf Gänge, die vor Ort zubereitet wurden: Es gab Forellenfrikadellen, Lachs- und Makrelenceviche, Krabbenbrötchen - aus ethischen Gründen ohne Krabben, sondern mit Biogarnelen -, Fish and Chips vom Dorsch sowie Wassermelonensorbet.

Kerstin Decker

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