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Boulevard Leipziger Falco-Chef Schnurr bleibt Sachsens Spitzenkoch - "Wir sind ein Lifestyle-Restaurant"
Leipzig Boulevard Leipziger Falco-Chef Schnurr bleibt Sachsens Spitzenkoch - "Wir sind ein Lifestyle-Restaurant"
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18:36 10.11.2014
Falco-Chef Peter Maria Schnurr. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Auch im Urteil des Restaurant-Führers Michelin liegt Schnurr in Sachsen vorn. Seine Küche sprühe nur so vor Ideen, hieß es.

Kurz vor der Auszeichnung sprach LVZ-Online-Autorin Olivia Jasmin Czok mit dem Ausnahme-Talent über Speisen, Dresscode und George Clooney.

Herr Schnurr, sind Sie Fan des verstorbenen österreichischen Sängers Falco oder woher kommt der Name des Restaurants?

Schnurr:

Ich mag zwar den Musiker, aber der Name hat nichts mit ihm zu tun, sondern basiert auf den vielen Falken, die in Leipzig herumfliegen. Außerdem fliegen die Vögel sehr hoch, was natürlich per se zur Location passt. Wir haben hier oben sogar einige, die nisten. In dieser Zeit bringen wir außen kleine Kameras an, um die Gäste daran teilhaben zu lassen.

Braucht Leipzig überhaupt so ein nobles Restaurant?

Als wir den Laden am 26. April 2005 eröffneten gab es einige Stimmen, die meinten wir würden uns nicht lange halten und jetzt feiern wir nächstes Jahr unser zehnjähriges Bestehen. Offensichtlich hat das Restaurant einen Platz in der Stadt gefunden und das liegt natürlich auch an der Qualität, die wir hier bieten. Die setzt sich einfach durch, verlangt aber viel Menpower und geht deshalb mit einem entsprechenden Preis einher. Wir wollen mit unserem Essen aber keine Auszeichnungen gewinnen, sondern unsere Gäste begeistern.

Leipzig. Der Leipziger Edel-Koch Peter Maria Schnurr hat seine Führungsposition in Sachsens Gastronomie zum dritten Mal in Folge verteidigt. Die Tester des Restaurant-Führers Gault Millau setzten den Meisterkoch vom Restaurant „Falco“ erneut auf Platz 1 im Freistaat. Auch im Urteil des Restaurant-Führers Michelin liegt Schnurr in Sachsen vorn. Seine Küche sprühe nur so vor Ideen, hieß es.

Gibt es auch Gerichte für den kleinen Geldbeutel?

Wir haben insgesamt eine große Auswahl, bei den meisten Gourmet-Restaurants ist diese eher begrenzt. Wir wechseln beispielsweise mindestens viermal im Jahr die Hauptkarte – andere vielleicht einmal in zwei Jahren. Außerdem haben wir ein ständig wechselndes Menü für das Special „Der Tisch“ und das „Rookie-Menü“ für Anfänger. Am Tisch sitzen maximal zwölf Personen, die dann zwischen 18 und 22 Uhr für 88 Euro ein Vier-Gänge-Menü bekommen und so erstmal testen können, ob da alles ihrem Geschmack entspricht. Bei der Rookie-Karte sieht es ähnlich aus, allerdings ist diese nicht an eine feste Uhrzeit gebunden und bietet mehr Extras, wie Champagner und vier begleitende Weine zusätzlich.

Sie bewirten sicher auch ab und an Stars und Sternchen hier oben.

Ja, wir hatten letztes Jahr im April George Clooney hier als er seinen Film „The Monuments Men“ drehte – jetzt kann ich ja darüber sprechen. Damals galt Stillschweigen. Das war wirklich sehr schön. Clooney saß hier mit seinen Eltern und dem Manager am Tisch. Wir hatten zu dem Zeitpunkt ein besonderes Dessert – das Coconut Groove. Das war Tabakeis mit Kokosnussnote und dazu gab es karibische Musik. Das heißt, jeder Gast bekam zum Dessert einen iPod mit entsprechender Musik darauf, die er beim Verzehr hören konnte. Und dann saßen George, Mama, Papa und Manager mit iPods in den Ohren und wippten gemeinsam, während sie das Dessert aßen.

Und wer gehört zu den „normalen“ Gästen?

Hier ist jeder willkommen, der etwas Besonderes genießen will – nicht nur der Lamborghini-Fahrer. Unsere Stammgäste, die drei, vier Mal im Jahr zu uns kommen, nennen wir „Falcojaner“. Manchmal kommen auch echte „Spaßvögel“ vorbei. Die setzen sich ans Fenster bei tiefstem Nebel, schauen raus und stellen empört fest, dass sie nichts sehen. Das sage ich dann: ,Ich kann viel für Sie tun, aber die Wolken wegschieben und mit dem Herrn Zwiegespräche übers Wetter halten, kann ich nicht.' Generell haben wir aber ein sehr angenehmes, junges Publikum zwischen 30 und 55, was bei der Preisklasse eigentlich nicht immer üblich ist. Aber das macht Spaß, denn das unterstreicht, dass wir ein Lifestyle-Restaurant sind.

Wie kleidet man sich denn in einem Lifestyle-Restaurant? Gibt es einen Dresscode?

Nein, den gibt es nicht. Jeder Gast ist herzlich willkommen und soll sich wohl fühlen, allerdings sollte die Kleidung auch Respekt gegenüber den anderen Gästen zeigen und im Rahmen bleiben. Bei uns gilt eher Casual Style. Wenn jemand in Flip Flops kommt, ist das in Ordnung, wenn er sich so vor anderen oder seiner Frau präsentieren will. Niemand soll hier mit einem 2000-Euro-Smoking sitzen. Wir schreiben niemandem vor, wie er auszusehen hat, aber er sollte schon wissen, wo er hingeht.

Olivia Jasmin Czok / dpa

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