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Boulevard Leipziger Uni-Rektorin Beate Schücking: Intellektuelle mit Malachit-Herz
Leipzig Boulevard Leipziger Uni-Rektorin Beate Schücking: Intellektuelle mit Malachit-Herz
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01:00 17.08.2013
Beate A. Schücking - Rektorin der Universität Leipzig. Quelle: André Kempner

Ihr Wissen (oder zumindest Teile davon) fixiert sie auf einem USB-Stick, der sich, sozusagen "mimetisch" (als geistige Nachahmung) an den Bund anpasst. Schücking ist approbierte Fachärztin, studierte nebenbei Philosophie und ließ sich zur Psychotherapeutin ausbilden, lehrte als Professorin an der FH München und den Universitäten in Wien, Boston und Osnabrück. An ihrem Schlüsselbund hütet sie ihren Zugang zur Macht: den General-Transponder, der ihr alle Türen der Universität öffnet. (Zumindest theoretisch, denn die Technik ist noch nicht installiert.) Daneben hängen zwei kleine "Spielereien" am Bund.

Frau Schücking, was haben sie zu bedeuten?

Das ist ein Malachit in Herzform, den ich mal geschenkt bekommen habe. Das andere ist ein Bergkristall, der aussieht wie eine Glasperle. Er ist aus den Bergen und hat damit zu tun, dass ich leidenschaftliche Skifahrerin und Berggängerin bin. Also, ich gehe generell gerne hinaus in die Natur, fahre auch oft mit dem Fahrrad und habe Ponys, die allerdings in Nordhessen stehen. Für das alles ist leider nur am Wochenende Zeit.

Seit zwei Jahren sind Sie Rektorin. Gibt es in Ihrer Laufbahn ein Schlüsselerlebnis, das Sie hierhin geführt hat?

Ich hatte ein sehr vielsträngiges Berufsleben. Meine Identität als Ärztin habe ich aber gleichzeitig nie verloren und immer zwischendurch in dem Beruf gearbeitet. Ein Schlüsselerlebnis war für mich eine intensive Arbeit mit der Chemo- und Radiotherapie in den frühen 1980er-Jahren. Ich dachte mir, wir müssen viel mehr reflektieren, was wir da machen. Auch in der Medizin braucht es ein tieferes philosophisches Nachdenken, und so habe ich dann noch einmal vier Jahre nebenbei Philosophie studiert. Von mir damals nicht intendiert, führte die zusätzliche Ausbildung dann tatsächlich in den Professorenberuf.

Sie haben hauptsächlich berufliche Schlüssel am Bund.

Ja, meine Work-Life-Balance zeichnet sich durch mehr "Work" aus. Der Vorteil ist allerdings, dass mein Job viel Spaß macht und viel "Life" integriert ist. Er ist sehr abwechslungsreich. Ich habe jeden Tag mit vielen Problemen zu tun, und zwar auf hohem Niveau. Das bildet mich weiter, und ich lerne viel. Obwohl mir der Job sehr viel Freude macht, ist mein wichtigster Schlüssel aber der private.

Verspricht Ihr Wohnungstürschlüssel denn auch Erholung?

Ja, schon. Durch meine Innenstadt-Wohnung und die kurzen Wege in Leipzig schaffe ich es, abends um sieben Uhr nach Hause zu kommen, ein Abendessen zu kochen, mit meiner Familie zusammen zu essen und um acht Uhr schon wieder auf einem Termin zu sein. Also, das ist meist nur so eine Art Zwischenstopp; aber bei uns wird eigentlich jeden Abend zusammen gekocht, zumindest solange mein Sohn bei uns wohnt.

Wenn Sie für einen Tag einen beliebigen Schlüssel haben könnten, welcher wäre es?

Der Schlüssel zur Kasse des Finanzministers. Das ist der Schlüssel, den ich aktuell am allerbesten gebrauchen könnte. Die Universität Leipzig hat noch einen erheblichen Ressourcenbedarf.

@Alle Teile: www.lvz-online.de/schluesselfiguren

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.08.2013

Lisa Berins, Sebastian Broening

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