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Boulevard Leipziger Vierlinge feiern Schulanfang
Leipzig Boulevard Leipziger Vierlinge feiern Schulanfang
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22:36 11.08.2018
Hurra, wir sind jetzt Schulkinder: Die Vierlinge (v. l.) Laura, Sophie, Jasmin und Kim mit ihren Schulranzen vor ihrer Grundschule in Beucha. Quelle: Leipzigreport
Beucha

Schick angezogen sitzen die 22 Abc-Schützen der 1a an diesem Sonnabend zum ersten Mal in ihrem Klassenzimmer. Die Grundschule in Beucha im Landkreis Leipzig ist einladend bunt gestrichen und mit Zuckertüten und Schmetterlingen geschmückt. Die Mädchen tragen zarte Tüll- oder fesche Sommerkleidchen. Auch die sieben Jungen haben sich in Schale geworfen, alle in Hemden, manche sogar mit Krawatte.

Mittendrin sitzen vier Mädchen, von denen eine aussieht wie die andere: Die am 6. Januar 2012 in Leipzig geborenen eineiigen Vierlinge, die es so nur einmal gibt in ganz Deutschland. Sie kamen in der 28. Schwangerschaftswoche im Leipziger Uniklinikum als Frühchen auf die Welt und haben sich wunderbar entwickelt. Und natürlich kommt auch die LVZ, die vor fünf Jahren die Patenschaft über die Leipziger Vierlinge übernommen hat, an diesem besonderen Tag vorbei.

Noch helfen Namensschilder

Ganz gespannt schauen Laura, Kim, Sophie und Jasmin Mehnert nach vorn. Sie haben jetzt keine Kita-Erzieherin mehr, sondern eine Lehrerin. Romy Meinhardt (35), die Klassenleiterin, stellt sich freundlich vor, sagt, dass sie Deutsch und Mathematik unterrichtet. Dann geht es schon gleich los mit einer kleinen Aufgabe. „Das ist eure Postmappe für den Austausch zwischen Eltern und Lehrern“, hält sie eine blaue Mappe hoch. „Und was ist denn das?“, fragt sie in die Klasse. „Ein Stundenplan“, meldet sich Laura als erste und schüttelt ihre Zöpfe nach hinten. Janett Mehnert (38), die Friseurmeisterin, hat ihren vier Töchtern früh noch Zöpfe geflochten, ihnen zartlila Kleidchen und weiße Strickjacken angezogen.

Das erste Mal auf der Schulbank: Die Vierlinge in der Grundschule Beucha Quelle: Leipzigreport

Vor jedem Erstklässler stehen auf den Schultischen gelbe Namensschilder, so dass es für die Lehrer auch möglich ist, das Quartett auseinanderzuhalten – zumindest so lange die nicht auf die Idee kommen,die Schilder zu vertauschen. Mitschülerin Maria findet es toll, dass die Vierlinge in ihrer Klasse sind, hofft, dass sie Freundinnen werden. Auch Leni, Luisa und Mia sagen, dass das „voll cool“ ist, sie die vier aber überhaupt nicht unterscheiden können. Noch nicht. Matthias und Katrin Lietz, die Eltern von Leni, die wie die Vierlinge auch ein Frühchen war, freuen sich, dass ihre Tochter mit den Mehnert-Mädels in eine Klasse geht. Und sie loben die Beuchaer Grundschule, die an diesem Tag zwei erste Klassen begrüßt, die 1a und die 1b. „Das ist wirklich eine tolle Schule“, so der Vater.

Klassenlehrerin unterrichtete schon den Bruder

Klassenlehrerin Romy Meinhardt kennt die Vierlingsfamilie schon seit Jahren. Sie unterrichtete bereits Lucas (12), den großen Bruder der Mädchen, als die Familie noch im Leipziger Südosten wohnte – und die Lehrerin auch. „Ein lieber, hilfsbereiter Junge“, erinnert sie sich. Der Zufall wollte, dass sie umzog, und Familie Mehnert 2015 auch ihr Zuhause von Leipzig nach Beucha verlegte. „Vor der Anfangszeit mit den Vierlingen habe ich schon Respekt“, räumt die Klassenlehrerin ein. „Es wird schwierig mit dem Auseinanderhalten, aber ich denke, dass ich sie mit der Zeit schon durch Mimik, Gestik und andere Besonderheiten unterscheiden kann. Bei Kim habe ich schon einen Leberfleck entdeckt“, lacht sie.

In der Leipziger Kita Tausendfüßler gingen nur jeweils zwei der Vierlinge zusammen in eine Gruppe. Es war ihr Wunsch, dass die Mädchen jetzt alle in eine Klasse gehen, so die Mutter, damit sie die gleichen Hausaufgaben, den gleichen Stundenplan, den gleichen Lernstand und die gleichen Schulausflüge haben.

Schülerlotsen zeigen den ersten Weg. Quelle: Leipzigreport

„Das ist schon Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht“,findet Vater Marcus und blickt stolz auf seine schmucken Töchter. „Aber es wird nun noch stressiger“, fürchtet er zugleich. „Wir müssen dann mit fünf Kindern Hausaufgaben machen, Ranzen packen, üben. Und in meinen Spätdienstwochen muss meine Frau das alles allein stemmen“, sagt Marcus, der als Monteur im Leipziger BMW-Werk arbeitet, anerkennend. Janett Mehnert nickt freundlich und entspannt: „Das wird schon.“ Die fünffache Mutter hat mit ihrer gelassenen und zugleich zupackenden Art schon so viel gestemmt, dass ihr auch vor dem neuen Lebensabschnitt ihrer Vierlinge nicht bange ist.

Der Ranzen ist schon schwer

„Der Ranzen ist aber jetzt schwer“, stöhnt Sophie, die Kleinste des Quartetts, nachdem noch die zusätzlichen Utensilien verstaut sind. „Ich muss mich festhalten“, sagt sie beim Treppenhinabsteigen und greift sofort nach der Hand ihrer Hortnerin Ramona Hirsch. „Ich freue mich auf alle Kinder, aber die Vierlinge sind schon eine besondere Herausforderung. Ich bin auch neugierig, wie die Kinder dann miteinander umgehen“, lacht diese und hält Sophie fest.

Schuleinführung in der Grundschule Beucha: Die Vierlinge mit Bruder Lucas, Vater Marcus und Mutter Janett Mehnert. Quelle: Leipzigreport

Jetzt geht es in die festlich geschmückte Turnhalle, wo die Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten schon warten , dass die Abc-Schützen aus ihrem Klassenzimmer dazu kommen. Denn Schuldirektorin Evelin Angelstein begrüßt nun die neuen Schüler: „Heute seid ihr die Hauptpersonen. Das ist euer großer Tag. Ihr lernt hier nicht nur das Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern ihr macht hier auch Sport, malt und bastelt“, sagt sie. Dann wird die Bühne frei gemacht für ein mitreißendes, temporeiches Stück der Theater-AG der Schule. Schüler der 2. bis 4. Klassen singen, tanzen und spielen in Kostümen ein kurzweiliges Programm über den sicheren Schulweg: Verkehrsdetektive gegen Chaoten. Links, Rechts, Ampel, Zebrastreifen, gelbe Warnwesten, alles wird wunderbar spielerisch erklärt.

Evelin Angelstein, die Direktorin der Grundschule Beucha begrüßt die Erstklässler der 1a. Quelle: Leipzigreport

Evelin Angelstein, die die Schule seit 2013 leitet, wünscht allen Schulanfängern, dass sie in den Klassen schnell zusammenwachsen und Freunde finden. „Wir hatten hier mal Drillinge, Vierlinge noch nie, die sind ja auch einmalig. Wir sind gespannt, lassen uns überraschen. Sie sind bei uns Kinder wie alle anderen, werden ganz normal ohne Ausnahme einbezogen.“

Von Anita Kecke

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