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Markus Kopp: Kerosin im Blut

Markus Kopp: Kerosin im Blut

ein einziger Urlaub! Nun ja, ein wenig Geschäftliches ist wohl auch dabei, doch Markus Kopp erzählt am liebsten von den angenehmen Seiten seines Berufs. Der gebürtige Rheinländer ist seit 2007 Vorstand der Mitteldeutschen Airport Holding und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden, zudem polnischer Honorarkonsul in Sachsen.

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Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Airport Holding.

Quelle: Nick Putzmann

Der Job. Nach einer Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann studierte der heute 47-Jährige Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt und arbeitete für die Lufthansa, unter anderem auch in Brüssel, Kinshasa und Daressalam. Sein Kiswahili habe er leider wieder verlernt, sagt der Mann mit Pinguin-Krawatte. An seinem Schlüsselbund hängt ein lederner Chip, mit dem er überall auf der Welt kostenlos Espresso trinken kann, daneben ein weiteres wichtiges Detail: der Kofferschlüssel für die Geschäftsreisen.

Herr Kopp, Sie sagen, in Ihren Adern fließe Kerosin -

(Lacht.) Ja, der Beruf bringt es mit sich, dass man sehr viel unterwegs ist. Das ist etwas, das meine Frau, mein Sohn und ich in den letzten Jahren auch privat sehr intensiv gepflegt haben. Meine Frau arbeitet ja auch in der Luftfahrt, als Chefstewardess bei der Lufthansa, da ist Reisen praktisch der Beruf. Es ist eine Bereicherung, die Welt kennenzulernen, und ich bin dankbar, dass mein bisheriges Leben mir da beruflich und privat viel geboten hat.

Und wie lebt es sich in der Welt des Jetsets?

Als Jetsetter würde ich mich nicht bezeichnen. Da gehört ja auch Glamour dazu. Und das ist nun gar nicht meine Welt. Ich hege aber eine große Liebe zu Afrika, und das kann auch bedeuten, dass man nicht unbedingt viel Komfort vor Ort hat. Ich liebe es, mich zum Beispiel in den Urwald zurückzuziehen, ein Moskitonetz über mir zu haben und Tiere zu beobachten. (Lacht.) Ich habe in Tansania ja auch einen spannenden Teil meines Berufslebens verbracht. Und im Urlaub war ich auch zuletzt in Südafrika -

Und haben Sie sich von dort diese Krawatte mit Pinguinen mitgebracht?

Ja, sie ist tatsächlich ein Souvenir. In der Nähe von Kapstadt hat mich einmal ein Pinguin in den Finger gebissen, weil ich ihn streicheln wollte. Danach schenkte mir meine Frau diese Krawatte. (Schmunzelt.) Ich sehe noch das schockierte Gesicht meines Sohnes, der sich wunderte, dass diese putzigen Viecher tatsächlich beißen können!

Ihr Beruf ist ein Schlüssel zu aufregenden Begegnungen. Trifft man im Flieger denn auch interessante Leute?

Um ehrlich zu sein, mag ich es ganz gerne, wenn auf langen Flügen der Platz neben mir frei bleibt. Dann lese ich oder gehe meine Unterlagen durch. Oder, das ist noch spannender, ich fliege im Cockpit mit - Aber neben wirklichen Prominenten habe ich bisher noch nicht gesessen, wenn Sie das meinen. Ich glaube, die fliegen heute eher mit dem Privatjet.

Den Sie nicht haben -

Nein, den habe ich nicht, auch wenn meine Schwiegermutter Lotto spielt.

Was machen Sie denn als Erstes, wenn Sie nach einer langen Reise die Haustür aufschließen?

Das erste ist, meine Frau zu begrüßen und meinen Sohn in den Arm zu nehmen. Seit Kurzem kreucht und fleucht da noch ein kleiner Golden Retriever, der wenige Wochen alt ist, zu Hause herum. Ich freue mich schon im Flieger darauf, die Haustür zu öffnen und mich heimisch und geborgen zu fühlen.

Welchen Schlüssel hätten Sie gerne einmal für einen Tag?

Den Schlüssel zur Himmelspforte, um zu erleben, wie die Welt von oben aussieht. Das ist bestimmt ähnlich, wie aus dem Flugzeug zu schauen. Aber vielleicht würde es mir helfen, manches noch besser zu verstehen, was die verrückte Menschheit umtreibt und was auf diesem Globus geschieht.

@Alle Teile: www.lvz-online.de/schluesselfiguren

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.08.2013

Lisa Berins

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