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Mindestlohn: Früherer Küchenschluss und höhere Preise in Auerbachs Keller

Mindestlohn: Früherer Küchenschluss und höhere Preise in Auerbachs Keller

Dabei werden nur zwölf der 120 Mitarbeiter in Auerbachs Keller direkt vom Mindestlohn profitieren, weil sie derzeit unter 8,50 Euro liegen.

Das seien meist ungelernte Mitarbeiter für einfache Tätigkeiten. "Ich zahle eher übertariflich", erklärt der Geschäftsführer. "Und wenn einer gut ist, zahle ich doch auch gerne mehr, weil er eine höhere Wertschöpfung hat und ich ihn nicht verlieren will. Wenn keine großen Investitionen anstehen, beteilige ich die Mitarbeiter am Gewinn."

Aber warum ist dann der Mindestlohn so ein Problem? Weil die anderen Mitarbeiter ihren Lohnabstand wahren wollen. "Wenn jetzt der eine neue Mitarbeiter 8,50 Euro erhält, kommt der andere und sagt: Ich habe aber nur 8,60 Euro - obwohl ich schon ein Jahr da bin und gut eingearbeitet. Dann will ich doch bitte den gleichen Abstand." Eine berechtigte Forderung, findet Rothenberger. "Ich möchte jedem Einzelnen hier weiter in die Augen blicken können, also bekommen ab 1. Januar 2015 alle entsprechend mehr."

Der Dominoeffekt führt zu höheren Personalkosten. Nach ersten groben Berechnungen ging der Wirt von einem Anstieg um 20 000 Euro pro Monat aus. Nun werden es wohl sogar 24 000 Euro. Das sei aber noch nicht alles. Denn auch beim Wareneinsatz gehen durch den Mindestlohn die Preise hoch. Zutaten, Techniker, Wäscherei-Dienstleistungen - alles wird teurer.

Der Gewinn vor Steuern habe bislang auch größere Investitionen ermöglicht. "Das ist wichtig, sonst verliert ein Unternehmen seine Zukunftsfähigkeit schleichend." Wenn es weitergehen soll, muss er an die Preise ran, sagt Rothenberger. Und weiß nicht, was das bewirken wird. "Wenn der Gast nicht mitmacht, geht meine Rechnung nicht mehr auf."

Für den Chef von Auerbachs Keller ist der Mindestlohn unsozial, "ein Danaer-Geschenk". Denn er verursache Inflation - und die treffe vor allem diejenigen unteren Einkommensgruppen, denen eigentlich geholfen werden soll. "Ich gönne jedem 8,50 Euro, aber die Lohnsteigerung nützt doch den Leuten gar nichts, wenn alle Preise steigen." Sinnvoller wäre es gewesen, bis zwölf Euro keine Einkommenssteuer zu erheben, findet Rothenberger. Der streitbare Gastronom will seinen Kunden recht geben, wenn sie sich über die höheren Preise beschweren - und auf die Bundesregierung verweisen. "Ich fühle mich nicht verantwortlich."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.12.2014

Björn Meine

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