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Boulevard Mit 111 km/h geblitzt: Leipziger Spitzenkoch Schnurr droht Fahrverbot
Leipzig Boulevard Mit 111 km/h geblitzt: Leipziger Spitzenkoch Schnurr droht Fahrverbot
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07:00 04.03.2016
Sonst eher mit Volldampf in der Küche unterwegs: Sternekoch Peter Maria Schnurr wurde in Leipzig geblitzt. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Das war ich aber nicht. Das ist ein Gerücht.“ Noch am Vorabend hatte Peter Maria Schnurr (46), Koch des Jahres und Patron von Leipzigs Zwei-Sterne-Spitzenrestaurant „Falco“, auf LVZ-Anfrage alles abgestritten. Über Nacht muss die Erinnerung dann aber zurückgekehrt sein. Denn am Donnerstag schaltete Anwalt Andreas Meschkat gleich zu Beginn der Verhandlung am Amtsgericht einen Gang runter. Ja, sein Mandant erkenne seine Fahrereigenschaft für jenen Wagen an, der am 29. Juni 2015, 21.15 Uhr, in der Zwickauer Straße geblitzt worden war. Doch nein, Schnurr könne sich nicht vorstellen, dass das Messergebnis von 111 Kilometern pro Stunde (km/h) seiner tatsächlichen Geschwindigkeit entsprach.

Das Ordnungsamt lauerte dort mit einem Blitzerwagen im Tempo-50-Bereich vor der BMW-Niederlassung an der Alten Messe. Von den 394 kontrollierten Fahrzeugen seien an jenem trockenen, bewölkten Abend 15 zu schnell gewesen, berichtete der 23-jährige Bedienstete, der die Messungen seinerzeit vornahm, als Zeuge vor Gericht. Aber nur ein Maserati sei mit 111 Sachen so herausgestochen, dass er es per Ausrufezeichen extra im Messprotokoll vermerkte. Nach dem üblichen Messtoleranz-Abzug von vier km/h hätte der Meisterkoch bei dieser Tour also 57 km/h zu viel Dampf gehabt. Eine Ordnungswidrigkeit, auf die 280 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg sowie zwei Monate Fahrverbot stehen.

Anwalt Meschkat monierte, dass das Messprotokoll Mängel aufweise. Auch sei davon auszugehen, dass einem Mitarbeiter, der erst drei Monate zuvor seine Arbeit im Ordnungsamt begonnen hatte, die nötige Erfahrung zum richtigen Aufstellen des Blitzerwagens fehlte. Für den Zwei-Sterne-Koch wären zwei Monate Fahrverbot ein echtes Problem, weil er ständig auf der Jagd nach den besten Produkten Erzeuger vor Ort besuchen müsse. Deshalb habe Schnurr Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt.

Richterin Andrea Niermann wandte ein, bei seinem Einkommen könne sich der Meister eventuell für die zwei Monate auch einen Fahrer leisten. In die Pfanne hauen wollte sie den besten Koch der neuen Bundesländer, der bereits sechs Geschwindigkeits-Punkte auf seinem Flensburg-Konto angesammelt hat, aber nicht. Auf Wunsch des Anwalts ordnete sie ein Dekra-Gutachten zur Richtigkeit der Messung an. Dies dauere etwa drei Monate. Vorerst muss der Maserati nicht in der Garage stehen.

Von Jens Rometsch

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