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Boulevard Mit brennendem Heu und eigenen Salzen – Fuckers kochen sich ins Halbfinale
Leipzig Boulevard Mit brennendem Heu und eigenen Salzen – Fuckers kochen sich ins Halbfinale
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10:32 13.02.2018
Wettbewerb „Cooking Star 2018“ in der Kochschule „Lukullust“ in Leipzig. Kornelia und Michael Fucker belegen den ersten Platz, in der Mitte Jurychef Andre Kujawa. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Das Motto des großen Hobbykoch-Wettbewerbs lautete diesmal „Alpenküche“ – passend dazu hatten sich alle drei Vorrunden-Teams, die in Leipzig an den Start gingen, ein Wildgericht einfallen lassen. Die Siegerurkunde konnte am Ende das Ehepaar Michael und Kornelia Fucker aus Pegnitz in Empfang nehmen. Die beiden ziehen damit ins Halbfinale ein, das am 21. April im Berliner Olympiastadion ausgetragen wird.

Die Sieger: Brennendes Heu fürs Aroma

„Mein Herz schlägt bis oben, das hätte ich nicht gedacht“, jubelte Kornelia Fucker über den Sieg, fügte aber gleich hinzu: „Doch, an meinen Mann habe ich geglaubt.“ Bei den Fuckers ist die Arbeitsteilung klar: Michael ist zu Hause der Chefkoch, seine Frau die Küchenhilfe, die ihm zuarbeitet.

So war es auch im Wettbewerb: Er kümmerte sich um die Hauptkomponenten Rehlende und

Johannisbeersoße, sie bereitete Pastinaken, Rote Bete und Röstis zu. Der 51-jährige gelernte Dachdecker, der aus gesundheitlichen Gründen zum Hotelfachmann umgeschult hat inzwischen als Kellner arbeitet, hat schon Erfahrung mit Kochausscheiden. Er trat 2016 bereits in der ZDF-“Küchenschlacht“ an und bewies dort, dass er zu den besten Hobbyköchen Deutschlands gehört.

Das seit 28 Jahren verheiratete Ehepaar überzeugte mit raffinierten Methoden, so gaben sie ihrem Fleisch über brennendem Heu besondere Röstaromen. Aber auch mit selbst hergestellten Gewürzen wie Heusalz, Zapfensalz oder Blaubeer-Zapfenzucker, und nicht zuletzt mit einer geometrisch klaren Anordnung auf dem Teller, hoben sie sich von den anderen Teams ab. Dreimal haben sie ihr Gericht zu Hause probegekocht und bei Familie und Freunden zunehmende Begeisterung ausgelöst.

„Heute konnten wir selbst noch bisschen was lernen, das mit dem Heu war mal was anderes“, sagte Jurychef André Kujawa (34), der die Kochkurse bei „Lukullust“ leitet. Zur Jury gehörten außer ihm LVZ-Redakteurin Kerstin Decker und der Leipziger Gastro-Blogger Daniel Bäzol.

Die Zweiten: „Ein sehr ehrliches Essen“

Den zweiten Platz holten sich zwei fränkische Freundinnen, Karin Hornberger (49) und Heidi Höppel (66) aus der Nähe von Nürnberg. Die beiden kennen sich seit 33 Jahren. Karin arbeitet im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, Heidi ist ihre Friseurin. Zu Hause kochen die beiden Frauen jeden Tag für ihre Familien. Für den „Cooking Star“ bereiteten sie Hirschmedaillons mit Hagebuttensoße, Kräuterseitlingen und Rosmarinspätzle zu. „Ein sehr ehrliches Essen, sehr schön gekocht, sehr lecker“, lobte Jurychef André Kujawa.

Die Dritten: Am Abwasch gescheitert

Obwohl das dritte Paar des Nachmittags sehr sauber arbeitete und den Kochplatz zwischendurch immer wieder reinigte, scheiterten Gerhard Sekunde aus Bremen und Angela Zahn aus München letztlich an der Arbeitsplatz-Ordnung. Denn in der vorgegebenen Zeit von einer Stunde war nicht nur das Zubereiten und Anrichten zu bewältigen, sondern auch das Abwaschen, und auch wenn sie in den letzten Minuten Vollgas gaben, blieb doch einiges stehen.

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Hoch konzentriert und unter Zeitdruck präsentierten in der Kochschule „Lukullust“ drei Teams ihr Gericht zum Thema Alpenküche

Der 63-jährige ehemalige Bankdirektor und die 61-jährige Rechtsanwältin sind allerdings auch ein besonderes Team: Aufgrund der räumlichen Entfernung konnten sie ihr Gericht nur am Telefon besprechen, nicht zusammen am Herd probekochen. Zusammengeführt wurden die beiden Hobbyköche durch ihre Kinder, die ein Paar sind und in Berlin leben. Das Rezept der kochbegeisterten Eltern war besonders anspruchsvoll und umfangreich: Rehrücken mit Breznknödellasagne, Pilzcremolata, bunte Bete, Rosenkohl mit Tiroler Speck, Petersilienwurzelsoße, Wildjus, Maronenpüree und Marillenchutney.

Die Hobbyköche hatten neun Kochplatten gleichzeitig zu überwachen, dreimal so viel wie die späteren Zweitplatzierten. Entsprechend viel Stress und Zeitdruck erlegten sie sich selbst auf – und entsprechend viel Abwasch gab es zu erledigen.

Finale im Juni in Österreich

Deutschlandweit hatten sich 112 Küchenduos beworben. Neun Vorausscheide um den Einzug ins Halbfinale im April in Berlin finden derzeit deutschlandweit statt. Die drei besten Halbfinal-Teams gewinnen eine einwöchige Reise im Juni ins Salzkammergut, wo dann auch das Finale ausgetragen wird.

Von Kerstin Decker

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