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Boulevard Mut-Perlenkette für die kleine Alexa - neues Projekt in der Leipziger Kinderklinik
Leipzig Boulevard Mut-Perlenkette für die kleine Alexa - neues Projekt in der Leipziger Kinderklinik
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23:59 26.10.2014
Spielzimmer der Kinderklinik: Sven Graser, Alexa mit neuer Mut-Perlenkette, Professor Holger Christiansen, Roswitha Karol und Lydia Lory (von links). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Etwas ist anders. Wenn Alexa durchs Spielzimmer der Kinderklinik der Liebigstraße läuft, muss Mutter Antje einen fahrbaren Infusionsständer hinter dem hübschen Mädchen herschieben.

Alexa hat Leukämie, kämpft seit sieben Monaten gegen kranke Zellen. Die Infusionen spülen die Hinterlassenschaften der Chemotherapie aus dem Körper. "Es gibt gute und weniger gute Tage", sagt Antje Partzsch, "heute ist ein guter. Alexa ist ein mutiger kleiner Mensch." Mutig und zuversichtlich ist auch die Mutter. Als die Diagnose kam, gab sie ihren Job in einer Bäckerei auf und ist jetzt mit ihrem Mann Tag und Nacht für Alexa da. "Wir schaffen das." Wir schaffen das - ein Motto, das hier alle eint, fühlbar und sichtbar ist. Die Krankenschwestern sind freundlich, es wird gelacht. Und als Chef Professor Holger Christiansen die Szenerie betritt, wird es nicht leiser im Spielzimmer.

Einmal im Monat muss Alexa zur Chemotherapie, dann bleibt sie ein paar Tage am Stück in der Abteilung für Pädiatrische Onkologie. Rührend umsorgt und medizinisch bestens betreut. Die Leipziger Kinderklinik genießt deutschlandweit einen glänzenden Ruf. "Wir können hier all das tun, was der Stand der Wissenschaft hergibt", sagt Holger Christiansen. "Und das ist heutzutage eine Menge." Der Abteilungsleiter hat Patientin Alexa auf dem Schoß, spricht von Medikamenten, die das Erbrechen während der Chemo-Zyklen verhindern. Und er spricht von Heilungsquoten von 85 bis 90 Prozent. "Das war früher ganz anders." Und mit Blick auf Alexa: "Die Kleine ist stabil."

Und sie will nicht mehr still sitzen, sondern das tun, was man eben so tut in dem Alter. Rennen und toben. Der Spezialist für diese Wünsche heißt Markus Wulftange. Der 47-jährige Lockenkopf war Fußball-Profi beim VfB Leipzig und dem VfL Osnabrück, hat nach Beendigung seiner Karriere seine wahre Passion gefunden. Wulftange ist Sporttherapeut der Kinderklinik, kennt und kanalisiert den Bewegungsdrang der kleinen Patienten. "Wir möchten unseren Patienten ein möglichst normales Leben ermöglichen. Und dass sich Kinder bewegen wollen und müssen, ist klar. Dafür bin ich da. Und ich kann ihnen sagen, dass mir dieser Beruf unglaublich viel gibt." Jetzt muss erst mal er selbst viel geben und mit Klein-Alexa und dem Infusionsständer an der Hand durch die Gänge flitzen.

Heute ist auch ein guter Tag für Alexa, weil Sven Graser da ist. Der 43-Jährige hat eine Perlenkette mitgebracht. Eine Mut-Perlenkette. Graser hat den Verein "Paulis Momente hilft e.V. Leipzig" gegründet, steht Eltern, Patienten, Ärzten und Krankenschwestern mit unterschiedlichen Projekten bei. Im Laufe der The­rapie erhalten die Kinder für jede Be­handlung eine spezielle Perle und erweitern so ihre einzigartige Mut-Perlenkette. Graser: "Um die Therapie bei einer schweren Erkrankung zu überstehen, braucht man Kraft und Ausdauer. Die Mut-Perlenkette soll ein kleines Stück beitragen, diese Kraft aufzubringen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.10.2014

Guido Schäfer

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