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Boulevard Nashorn-Damen ziehen am Kranhaken um: Zoo Leipzig startet Projekt auf der Kiwara-Kopje
Leipzig Boulevard Nashorn-Damen ziehen am Kranhaken um: Zoo Leipzig startet Projekt auf der Kiwara-Kopje
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19:50 15.04.2015
Nashorn Sarafine auf der alten Nashornanlage im Zoo in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Denn ihr neues Gehege im Zoo, die naturnahe Felsenlandschaft Kiwara-Kopje, ist fertig. Aber wie bringt man zwei Spitzmaulnashörner „über die Straße"?

Mit Halfter und Führstrick wie bei Pferden wird das nichts. Die tonnenschweren Tiere brauchen für ihren Umzug zwei Transportkisten, zwei Kräne und mehr als zwei Wochen Training. Während sie noch nichts ahnen, wächst die Spannung bei ihren Betreuern: „Wir haben nur einen Versuch, und der muss klappen", sagt Kurator Gerd Nötzold. „Wenn sie den Schieber auf den Hintern kriegen und sich erschrecken, bekommen wir sie tagelang nicht mehr in die Kiste." Seit mehr als zwei Wochen wird deshalb täglich geübt. Zwei riesige Tiertransport-Boxen stehen links und rechts am alten Nashornstall angedockt. Darin bekommen Nandi und Sarafine ihr Futter serviert.

Das klappt gut: Wenn die nervösen Tiere Möhren, Heu und Äpfel schnurpsen, schließt sich hinter den dicken Damen der Schieber zum Stall. Ende dieser Woche wird das Spiel leicht verändert: Dann schließt sich nicht der Stall, sondern die Transportkiste. Und ab geht es per Kran ins neue Revier. Die erwachsenen Nashornkühe bekommen jeweils ein separates Areal auf einem Teil der neuen Anlage. Nur Jungtier Samia (anderthalb Jahre), Nachwuchs von Nandi, bleibt auf der alten Anlage – Ende Mai soll die Kleine nach Japan abgegeben werden. Von ihrer Mutter ist sie bereits jetzt getrennt.

Leipzig. Auf der neuen Kiwara-Kopje startet der Zoo ein einmaliges Projekt: Nashornbulle, Geparden und Affen werden zusammenleben. Sie haben es nicht weit – nur hundert Meter „über die Straße" sollen die Nashorndamen Nandi (16) und Sarafine (15) noch in dieser Woche umziehen. Denn ihr neues Gehege im Zoo, die naturnahe Felsenlandschaft Kiwara-Kopje, ist fertig. Aber wie bringt man zwei Spitzmaulnashörner „über die Straße"?

Bulle Ndugu (19) ist derzeit nach Hannover ausgeliehen, wo er für Nachwuchs sorgen soll. Wenn er im Juni/Juli zurückkehrt, muss er sich nicht nur an seine neue Umgebung gewöhnen, sondern auch an Mitbewohner: Erstmals will der Zoo Leipzig den Nashornbullen mit zwei Gepardenweibchen und bis zu zehn Husarenaffen zusammenleben lassen. Das wird spannend: „Diesen Tierbesatz hat noch kein Zoo vor uns versucht", so Kurator Nötzold. Die Husarenaffen (sie kommen aus dem Tierpark Berlin) könnten durchaus den Appetit und Jagdinstinkt der Wildkatzen wecken. Zum Glück können sie schnell rennen und gut klettern. Ihre Lieblingsplätze werden sie auf Bäumen und hohen Felsen finden.

Die Geparden rennen auch schnell, klettern aber nicht so gut. Und der Nashornbulle? Er rennt für seine Verhältnisse ebenfalls schnell, klettert aber gar nicht und frisst auch kein Fleisch, sondern nur Blätter und Wurzeln. Er dürfte niemandes Jäger werden.

Ob das Zusammenleben klappt, das von den Tieren erhöhte Wachsamkeit fordert und sie beschäftigen wird, zeigt sich in den nächsten Wochen. Am 29. April eröffnet die Kiwara-Kopje. Bis sich alles eingespielt hat und alle Tiere zu sehen sind, kann noch Zeit vergehen.

Kerstin Decker

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