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Boulevard Leipzigerin bringt Serienmörder Sächsisch bei
Leipzig Boulevard Leipzigerin bringt Serienmörder Sächsisch bei
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12:46 26.02.2019
Jonas Dassler als Serienmörder Fritz Honka im Kinofilm „Der goldene Handschuh" (undatierte Filmszene). Quelle: Gordon Timpen/Warner Bros./dpa
Leipzig

Als Annekatrin Michler im Februar letzten Jahres die Anfrage erhielt, ob sie Jungschauspieler Jonas Dassler Sächsisch beibringen kann, war sie zunächst irritiert. Es ging um den Film „Der goldene Handschuh“ von Regisseur Fatih Akin. Der 23-Jährige sollte Fritz Honka spielen, einen Serienmörder, der in Sachsen aufwuchs, in den 1950er-Jahren nach Hamburg floh und dort vier Frauen ermordete. Ein schweres Thema mit viel Brutaliät – und dann sollte die Hauptfigur auch noch sächseln!

Schauspieler Jonas Dassler mit Annekatrin Michler – sie hat ihm Sächsisch beigebracht. Quelle: privat

Verhaltenes Sächsisch

Doch nach der Lektüre des zugrunde liegenden Buches und nach einem persönlichen Treffen mit dem preisgekrönten Nachwuchsschaupieler war die Leipziger „Ändertainerin“ und Kommunikationstrainerin motiviert und neugierig. Vier Wochen lang übte sie mit dem 23-Jährigen, der aus Remscheid (Nordrhein-Westfalen) stammt und in Berlin lebt. Dafür reiste sie nach Berlin, nach Wittenberg und direkt an den Drehort in Hamburg. „Es ist ihm schwer gefallen, doch der Regisseur wollte es so“, erzählt die Leipzigerin. Sie bemühte sich, dem Jungschauspieler kein derbes, sondern ein verhaltenes Sächsisch beizubringen. Auch Darsteller Marc Hosemann, der den Bruder des Honka spielt, sollte sächseln – doch der Ur-Hamburger konnte sich damit nicht anfreunden und wehrte sich erfolgreich dagegen. Spannend fand Annekatrin Michler es zu erleben, wie in den Hallen der Produktionsfirma die Wohnung des Serienmörders nachgebaut wurde.

Schauspieler Jonas Dassler (links) und Regisseur Fatih Akin in Hamburg bei der Filmpremiere „Der Goldene Handschuh". Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

 Virusgrippe statt Premierenfeier

Am vergangenen Mittwoch war dann in Hamburg Kinostart samt Premierenfeier. Annekatrin Michler hatte Zugtickets gekauft und ein Hotel reserviert – aber dann lag sie mit Virusgrippe in Leipzig flach und konnte nicht hinfahren. Somit hat sie den Film noch gar nicht gesehen, nur den Trailer. Falls das Sächsisch ihres Schülers doch nicht hundertprozentig gelungen sein sollte, hat die Kommunikationstrainerin vollstes Verständnis dafür: „Wahnsinn, was auf dem jungen Schauspieler lastete. Die Rolle ist fürchterlich. Mit 23 musste Jonas Dassler sich in eine solche Type reindenken, sich physisch und psychisch total verändern und verausgaben. Den ganzen Tag musste er mit einer Prothese auf der Nase rumlaufen... und dann auch noch sächseln!“

Von Kerstin Decker

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