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Ob Königsbesuch oder großer Ball: Leipziger Label „Villa Clara“ löst alle Kleidersorgen

Maßgeschneiderte Mode Ob Königsbesuch oder großer Ball: Leipziger Label „Villa Clara“ löst alle Kleidersorgen

„Das Beste, was es gibt“, will die gebürtige Rumänin Juliana Stirbu ihren anspruchsvollen Kundinnen bieten. So hat sie das Kleid entworfen, in dem OBM-Gattin Ayleena Jung beim Besuch des schwedischen Königspaars in Leipzig glänzte. Im Modeatelier „Villa Clara“ am Leipziger Rosental verwirklicht die Autodidaktin ihren Lebenstraum.

Juliana Stirbu hat für die Verwirklichung ihres Lebenstraumes – Mode zu kreieren – ihre akademische Karriere an den Nagel gehängt.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.. Wer braucht jemals ein Outfit, um neben einer Königin eine gute Figur zu machen? Ayleena Jung zum Beispiel, die Ehefrau des Leipziger Oberbürgermeisters. Anfang Oktober stand sie mit dem schwedischen Königspaar auf dem Leipziger Rathausbalkon. Sie überzeugte in einem figurnahen grauen Kleid mit Stola. „Wir haben uns für ein Grau mit Wow-Effekt entschieden“, verrät die Leipziger Modemacherin Juliana Stirbu, die das Kleid entworfen hat. Sie verwendete ein Cerruti-Grau, das in den 1960er-Jahren Modegeschichte geschrieben hat: Anita Ekberg trug diese Farbe im Film „La Dolce Vita“. Inzwischen haben Frau Jung und Frau Stirbu bereits den nächsten besonderen Auftrag im Visier – ein Kleid für den Besuch des niederländischen Königspaares Anfang Februar in Mitteldeutschland.

Kurios, aber wahr: Königin Silvia von Schweden hat großen Anteil daran, dass es das Leipziger Modelabel „Villa Clara“ überhaupt gibt. Beim Semperopernball 2014 nämlich war Ihre Majestät, die schwedische Königin, Ehrengast. Auch Juliana Stirbu und ihr Ehemann, ein Leipziger Rechtsanwalt, feierten den eleganten Ball mit. In ihrem auffallend schönen Kleid – selbst kreiert – wurde die gebürtige Rumänin in der Presse abgelichtet. Das gab den Anstoß, dass sie beschloss: „Das mache ich in Zukunft auch für andere!“

Wenig später hängte die studierte Germanistin und Anglistin, die Rumänisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch spricht, ihre bisherige Laufbahn an den Nagel, die sie unter anderem an die Uni Leipzig und für ein halbes Jahr zum Europarat nach Straßburg führte. Im Souterrain einer hundert Jahre alten Unternehmervilla am Rosental machte die 41-Jährige ihre große Leidenschaft, nämlich Luxus zu kreieren, zum Beruf. In der Jacobstraße 25 eröffnete sie ihr Modeatelier „Villa Clara“.

 „Das Beste, was es gibt“, lautet das Credo von Juliana Stirbu. Sie arbeitet mit zeitlosen, klassisch-eleganten Schnitten und besonders edlen Stoffen aus italienischen Manufakturen, die auch für Chanel, Valentino oder Dior tätig sind. „Wir machen alles in Handarbeit, das ist eine riesige Arbeit. Es lohnt sich nicht, da mit billigen Stoffen anzufangen“, sagt die Designerin. Selbst sitzt sie nicht an der Nähmaschine – sie beschäftigt eine Atelierleiterin und mehrere Näherinnen aus Leipzig, die auf Abruf für sie arbeiten. Eine Mitarbeiterin strickt, eine weitere fertigt Seidenblumen an. Streetwear oder Massenware bekommt man bei Juliana Stirbu nicht. Nur Luxusstoffe, aber preislich im Rahmen dessen, was man auch in anderen Leipziger Ateliers zahlt: ein Tages-Maßkleid beginnt bei 800 Euro, ein Opernballkleid bei 1200 Euro.

Im Spätsommer kleidete Juliana Stirbu acht Damen für den Leipziger Opernball ein. Ihre Kundinnen sind Ärztinnen, Professorinnen, Anwältinnen – also Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sich ihr Geld selbst verdienen. Die Älteste ist 82 und ging mit einem Kleid aus der „Villa Clara“ zum Silvesterball. Die Jüngste ist erst 14, die Tochter einer Kundin. „Das Alter ist egal, meine Mode passt zu jedem“, sagt die Designerin, die sich ihr gesamtes Können autodidaktisch angeeignet hat. Sie profitiert davon, dass sie in einer rumänischen Künstlerfamilie aufgewachsen ist, ihr Vater Stefan Stirbu ist ein bedeutender rumänischer Maler. Ihre Tante kleidete als Schneiderin verschiedene Schauspielerinnen ein: „Sie war sehr akkurat und perfekt. Ich habe mich im Alter von fünf, sechs Jahren bei ihr versteckt und die feinen Damen beobachtet.“

Auch die professionelle, ehrliche Beratung gehört zum Konzept der Modemacherin. Inspirationen holt sich die Mutter einer vierjährigen Tochter in der Kunst, in Oper und Ballett sowie in den fünfziger und sechziger Jahren, „als die Eleganz noch präsent war in der Gesellschaft“. Jeans trägt sie selbst übrigens nie, sondern maßgefertigte Kleider – jeden Tag. „Das ist mein Stil, darin fühle ich mich selbstsicher“, sagt Juliana Stirbu. Ein Lebensgefühl, das ihre Kundinnen teilen.

Von Kerstin Decker

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