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Ohne Reime, viel umgangssprachlicher: Seit 100 Jahren gibt es Goethes "Faust" auf Japanisch

Ohne Reime, viel umgangssprachlicher: Seit 100 Jahren gibt es Goethes "Faust" auf Japanisch

Wenn japanische Gäste in Auerbachs Keller kommen - das geschieht fast jeden Tag -, ist Wirt Bernhard Rothenberger stets beeindruckt: "Sie betreten das Gebäude mit großer Ehrfurcht, wie eine Kathedrale.

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Japanologin Nora Bartels und Auerbachs-Keller-Wirt Bernhard Rothenberger.

Quelle: André Kempner

" Oft wüssten die Japaner über Goethe und den "Faust" sogar mehr als die Keller-Mitarbeiter. Wie jeder Deutsche, kennt im Prinzip auch jeder Japaner diesen Klassiker der Weltliteratur, und das hat seinen Grund: Vor exakt 205 Jahren wurde Faust I veröffentlicht, seit exakt 100 Jahren gibt es eine Übersetzung ins Japanische, die als Standardwerk an den Schulen verwendet wird. Geschrieben vom japanischen Militärarzt Mori Rintaro, der perfekt Deutsch sprach, denn er hat vier Jahre lang in Deutschland studiert (unter anderem in Leipzig). Wie sein Tagebuch verrät, besuchte er am 27. Dezember 1885 Auerbachs Keller und wurde dort auch zur Übersetzung angeregt. Später wurde er als Schriftsteller unter dem Künstlernamen Mori Ôgai bekannt.

 

 

Welche Schwierigkeiten er bei der Übersetzung hatte, wie sich sein Text gegenüber Goethes Original veränderte, dazu hat die Japanologin und Sinologin Nora Bartels (30) geforscht. Ihre Erkenntnisse stellte sie jetzt in Auerbachs Keller vor - in der Gedenk-Ecke für Mori Ôgai unter dem Wandgemälde von Volker Pohlenz. "Der Text klingt in der japanischen Übersetzung weniger beschwingt, weniger natürlich, weniger lustig als bei Goethe", so die junge Wissenschaftlerin, die in Berlin und Osaka studiert hat und jetzt in Heidelberg lehrt. "Man spürt das Dilemma von Faust, alles hört sich ganz ernst, trocken und verzweifelt an." Auf Reime wie auch auf ein Versmaß habe Mori Ôgai verzichtet, seine Übersetzung sei eher umgangssprachlich geschrieben: "Ihm ging es um den Ideengehalt." Der Übersetzer habe auch auf Anmerkungen verzichet. Deshalb würden viele Japaner nicht alles verstehen, so Begriffe wie "gotisches Zimmer", "Sessel", "Pult".

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2013
Kerstin Decker

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