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Oper räumt ihren Kleiderfundus - Kostümrausch für jedermann

Oper räumt ihren Kleiderfundus - Kostümrausch für jedermann

Schnäppchen-Rausch in der Oper Leipzig: Schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn um 14 Uhr ging gestern der Sturm auf Kleiderstangen und Wühlkisten los.

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Diese Musiker aus Thüringen suchen nach Gewändern für ihre Auftritte.

Quelle: André Kempner

Verkleidungslustige aus nah und fern stürzten sich im Foyer auf rund 2000 Kostüme und Accessoires aus Inszenierungen, für die der letzte Vorhang längst gefallen ist. Alle zwei Jahre räumt die Kostümabteilung ihren Fundus und trennt sich von nicht mehr benötigtem Bühnenfummel.

"Wir haben erst mal alles gegriffen, was schön ist, aber dann anprobiert. Wahllos gekauft wird nicht", erzählte Julia Gaydina aus Hannover. Die 30-jährige Kauffrau kam mit drei Freunden. Durch Facebook hatten sie von der Aktion erfahren und waren die Ersten in der Warteschlange. Anfangs spähten sie durch die Glastüren, was drinnen angeboten wird. "Es hat sich total gelohnt", freute sich die Kauffrau, als sie später mit Outfit im Wert von rund 400 Euro in der endlos langen Kassenschlange stand. "Wir nehmen an Kostümbällen und historischen Tanzfesten teil. Dieses Material können wir sogar für Fotoshootings und Videodrehs verwenden, so gut sind sie."

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Schnäppchen-Rausch in der Oper Leipzig: Schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn um 14 Uhr ging gestern der Sturm auf Kleiderstangen und Wühlkisten los. Verkleidungslustige aus nah und fern stürzten sich im Foyer auf rund 2000 Kostüme und Accessoires aus Inszenierungen, für die der letzte Vorhang längst gefallen ist. Alle zwei Jahre räumt die Kostümabteilung ihren Fundus und trennt sich von nicht mehr benötigtem Bühnenfummel.

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Auch für die Musikgruppe Ars Floreo hatte sich der Weg gelohnt - die drei Musiker kamen aus der Nähe von Jena. Siegfried Grampe (40) und Lars Hamann (27) verliebten sich vom Fleck weg in rot-goldene Barockmäntel aus "Dornröschen" (jeweils 90 Euro). Nur ihre Bandkollegin Janine Büchner (27) guckte ein wenig unglücklich aus der Wäsche: Sie hatte sich ein Kleid aus der Oper "La Sonnambula" geschnappt, "aber es ist mir zu eng", bedauerte sie - und fand auch kein passendes.

Bis Mittwoch läuft der große Kostümverkauf, der alle zwei Jahre stattfindet. Gewänder, Schuhe, Hüte, Gürtel, Handschuhe stammen aus Stücken, die meist schon vor zehn oder mehr Jahren Premiere hatten, wie das Musical "Heidi" (2004), das Ballett "Dornröschen" (2004) oder die Oper "La Sonnambula" (2003). Sie wurden für ihre Träger maßgefertigt, über Jahre gepflegt, gereinigt und gelagert. Eine einmalige Gelegenheit für Laienkünstler, Faschingsvereine oder verkleidungslustige Privatiers, den eigenen Fundus um professionelle Stücke aufzustocken.

Das ließ sich auch Beate Hertes (52) vom Heimatverein Zitzschen (bei Zwenkau) nicht entgehen. Sie sicherte sich ein paar Teile für die Faschingszeit, so einen Umhang aus den "Meistersingern von Nürnberg" mit einem dicken eingenähten Bauchpolster. "Die Stücke kommen in unseren Fundus und jeder, der was braucht, kann sich bedienen."

Einzelhandelskauffrau Stefanie Czermak (45) erbeutete einen Mickey-Mouse-Kopf für den Kölner Karneval. Darin steht der Name Palombo - das heißt, der Kopf wurde von Balletttänzer Fabio Palombo auf der Bühne getragen. Mit drei riesigen Tüten zog Miriam Heyde (30) von der Leipziger Burlesque-Truppe Lipsi Lillies glücklich von dannen. Das ehemalige Ballettmädchen hat eine besondere Verbindung zum Theater und zu den Kostümen: "Du riechst an ihnen noch die Theaterluft und weißt zu würdigen, was Schneider und Kostümbildner hier leisten." Die Striptease-Künstlerin kommt jedes Mal zum Kostümverkauf und hatte stets darauf gehofft, mal einen Ballettrock in Form eines Hamburgers zu ergattern. "Heute war es so weit, acht Stück gab es, einen davon habe ich", jubelte Miss "Mirielle Tautou". Für 25 Euro ein Kostüm zum Anbeißen. Dazu nahm sie ein rotes Federhütchen (sieben Euro), ein weißes Showkleid (50 Euro) und einen Glitzer- smoking mit Hose, Weste und Fliege für ihre vierjährige Tochter (15 Euro) mit.

Sonja Pfeifer-Suppee ging gestern leer aus und will es heute noch einmal versuchen: Die Chefin von "Treffpunkt Leipzig" hatte Interesse an Gästeführer-Roben oder Nachtwächter-Outfits, "aber die habe ich nur noch bei den Leuten an der Kasse gesehen". Ausverkauft ist die Kostümabteilung aber noch nicht, versicherte Opern-Pressesprecherin Bettina Auge: "Heute und morgen wird nachgeliefert."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.01.2015

Kerstin Decker

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