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Boulevard Pension "Zur 102" in Leipzig: Hier isst Keppler sein Leberwurstbemmchen
Leipzig Boulevard Pension "Zur 102" in Leipzig: Hier isst Keppler sein Leberwurstbemmchen
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14:57 22.01.2014
Wirtin Christine Rieling am Tresen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

In der Gottschedstraße im schicken Waschsalon Maga Pon tranken die in Rente geschickten MDR-Kommissare Ehrlicher und Kain ihr Feierabendbier. Mit dem jetzigen Ermittlerduo Eva Saalfeld (gespielt von Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) bekommen die Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine eher schäbige Gegend präsentiert: die laute, heruntergekommene Georg-Schumann-Straße.

Im Schnitt dreimal pro Jahr rückt in Gohlis der Drehstab an, rund 30 Mann stark. Eine Fahrspur der Hauptstraße wird dann gesperrt, Parkplatz und Seitenstraßen mit Technikfahrzeugen, Kostüm- und Maskenwagen, Cateringauto und den Wohnwagen der Hauptdarsteller  in Beschlag genommen. Per Hebebühne kommt ein leuchtend -blaues Schild über den Eingang, aus der „Zur 102“ wird die „Zur 13“. Die Filmleute bringen Möbel, Lampen, Gardinen, Deko-Gegenstände, Bettwäsche und selbst Gläser ohne Werbeaufdruck mit. Sie tauschen den roten Vorhang am Empfang gegen einen grünen und hängen überm Schlüsselkasten einen riesigen Fernseher auf.  Dort kriegt Kommissar Keppler im Film sein Leberwurstbemmchen oder spielt eine Partie Schach mit Pensionswirt  Schmitz, gespielt vom Leipziger Dieter Jaßlauk,

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 „Ich weiß, dass meine Pension als schmuddelig und abgewirtschaftet rüberkommt“, sagt die Wirtin, die von ihren Stammgästen nur Tina genannt wird. Das findet sie nicht unbedingt toll. Die dunkle, altmodische Tapete, die braunen Türrahmen, die düsteren Möbel in Kepplers Zimmer sind aber nicht ihr persönlicher Geschmack. „Das Zimmer war vorher komplett weiß“, erzählt die 52-Jährige. Für den Tatort wurde es umtapeziert und neu möbliert. So bleibt es, auch während der drehfreien Monate, und wird dann ganz normal vermietet, für 35 Euro pro Nacht. „Voriges Jahr rief jemand aus den alten Bundesländern an, die wollten ihrem Chef zum Geburtstag unbedingt eine Nacht im Tatort-Zimmer schenken. Er war dann zwei Nächte hier“, schmunzelt die Wirtin.

Auf Schauspieler Martin Wuttke hält sie große Stücke: „Ich mag den. Der ist ein ganz normaler Mensch, unterhält sich mit uns. In der Pause kommt er auch mal rein, und nach dem Dreh hat er in der Kneipe mal einen mit uns getrunken.“ Simone Thomalla hingegen komme nur zum Drehen ins Haus und sei danach sofort weg. Was Rieling wundert: „Wenn die beiden draußen auf ihren Stühlen sitzen und auf den Einsatz warten, reden sie kein Wort miteinander, gucken oder lächeln sich nicht an. Sie sind ein ungleiches Paar, schon vom Äußeren her. Dass die laut Film mal ein Ehepaar gewesen sein sollen, passt irgendwie nicht.“

Wenn am morgigen Sonntag der nächste Leipzig-Tatort ausgestrahlt wird, muss die Wirtin mit ansehen, wie Kommissar Keppler  sich eine andere Wohnung anschaut. Weil er laut seiner Kollegin nicht ewig in dieser Pension bleiben könne. „Das ist für mich wie ein Messerstich“, gesteht die Ur-Leipzigerin. „Das wäre schade, ich würde es bedauern, wenn er auszieht.“ Denn klar, der Tatort ist Gesprächsthema in der Nachbarschaft, bringt ihr neugierige Leute ins Haus. Und mit dem Geld, was sie vom MDR als Entschädigung für die Drehtage erhält, ist die Wirtin „sehr zufrieden“.

Kerstin Decker

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