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Peter Reitz: Von der Disko an die Börse

Peter Reitz: Von der Disko an die Börse

City-Hochhaus, 23. Etage. Aus den Fenstern der Energiebörse kann Peter Reitz die ganze Stadt überblicken. Hier oben scheint sich der Vorstandsvorsitzende der European Energy Exchange (EEX) wohl zu fühlen; als Börsianer hat der 47-Jährige bereits jahrelang in den Großstädten Frankfurt am Main und New York gearbeitet.

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EEX-Chef Peter Reitz.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Im Hintergrund zeigen die Computerbildschirme jede Menge Daten an: Es sind Kurse und Preise für Strom, Gas, Kohle und CO2-Emissionsberechtigungen europäischer Märkte. Am Schlüsselbund des Diplom-Mathematikers hängt neben dem Aufzugchip und dem Büroschlüssel auch ein Wohnungstürschlüssel.

Herr Reitz, was verbraucht denn am meisten Strom in Ihrer Wohnung?

Das dürfte meine Musikanlage sein. Die ist ganz gut dimensioniert. Mit ihr spiele ich hauptsächlich meine Lieblingsmusik, also Rock, und eigentlich alles, was es an aktuellen Sachen gibt. Nach Feierabend hilft mir das ganz gut beim Abschalten. Aber dazu eignet sich auch mein anderes, vielleicht stromsparenderes Hobby: der Fußball. Hin und wieder spiele ich selbst und am Wochenende gehe ich oft ins Stadion - ich habe eine Dauerkarte für Leipzig.

Ihr Büroschlüssel - er öffnet eine Welt der Daten und Zahlen. Hat man nicht irgendwann genug davon?

Naja, Zahlen begleiten uns durchs Leben - seien es Telefon- oder Kontonummern. Mir macht es Spaß, mich mit ihnen zu beschäftigen, wobei ich jetzt nicht von einer ausgeprägten Leidenschaft sprechen würde. Für mich sind die logischen Zusammenhänge, ist die Mathematik spannend.

Und Ihr beruflicher Schlüssel verspricht dann jeden Tag Spannung?

Ja, ich verbringe hier in der EEX den Großteil meiner Zeit. Mich hat der Job schon immer sehr gereizt. Das Börsenumfeld ist sehr international. Ich war zum Beispiel eine Zeit bei Dow Jones in New York. Aber mein Job entspricht nicht dem typischen Bild eines Börsianers, das viele Leute im Kopf haben. Hier bei der EEX treffen wir keine Entscheidungen in Sekundenbruchteilen, wir handeln nicht selber. Wir bereiten das Feld vor, damit andere handeln können. Unsere Arbeit ist stark mit der Politik verquickt; wir beteiligen uns aktiv an Diskussionen, wie zum Beispiel der Energiewende. Vielmehr als um Kurse, geht es in meiner tagtäglichen Arbeit darum, auf dem aktuellen politischen und wirtschaftlichen Stand zu sein.

Wie kam die Idee, an der Börse zu arbeiten? Gab es da Schlüsselerlebnisse?

Nein, direkte Schlüsselerlebnisse könnte ich jetzt nicht benennen. Mein Interesse für das Thema hat schon sehr früh begonnen. Während meiner Studienzeit habe ich als DJ gearbeitet und mir überlegt, wie man aus dem Geld noch ein bisschen mehr machen könnte. So habe ich angefangen, mich mit der Börse zu beschäftigen und mich schließlich in Frankfurt am Main beworben.

Wo hat DJ Reitz denn aufgelegt?

Also, wenn, dann war ich DJ Peter. (Lacht). In der lokalen Disko in meinem Heimatdorf zwischen Braunschweig und Hannover und in umliegenden Clubs. Es gab da einen Laden, in dem ich alternative Musik gespielt habe, also Indie, wie man heute sagen würde, in einem anderen habe ich Soul und Funk aufgelegt, am Wochenende natürlich auch aktuelle Hits. Später wurde ich auch von der TUI als Musikanimateur gebucht, sie haben mich vor allem auf eine Insel vor Split, heute Kroatien, eingeflogen und ich habe für die Gäste Unterhaltungsmusik gespielt. (Schmunzelt).

Wenn Sie einen beliebigen Schlüssel für einen Tag haben könnten, welcher wäre es?

Für meinen Beruf wäre es interessant, einmal einen Schlüssel zu einer Kabinettssitzung zu haben, um hautnah zu erleben, wie politische Entscheidungsprozesse ablaufen. Im Privaten wäre es der Schlüssel zur Kabine von Eintracht Frankfurt, um die aufgeladene Atmosphäre vor einem Spiel zu erleben und zu sehen, wie sich Trainer und Spieler auf das Spiel vorbereiten.

 

 

@Alle Teile: www.lvz-online.de/schluesselfiguren

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.08.2013

Lisa Berins

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