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Physiotherapeutin holt Dieter Hallervorden nach Leipzig

Physiotherapeutin holt Dieter Hallervorden nach Leipzig

Jacqueline Kurth-Stöckigt weiß, was sie will: Die 41-Jährige hat für 235 Kunden und Bekannte einen Leipziger Kinosaal angemietet, weil sie ihnen den Film "Sein letztes Rennen" zeigen will.

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Im größten Saal der Passage-Kinos: Dieter Hallervorden in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Auch den Hauptdarsteller Dieter Hallervorden hat sie nach Leipzig eingeladen. "Der Film ist so ergreifend, dass ihn alle sehen sollten", meint sie. Gestern ging das Vorhaben über die Bühne - mit einem Überraschungsgast.

Bei ihr sei "erst einmal Ruhe" gewesen, als sie den Streifen im Oktober sah, erzählt die Unternehmerin. Denn Hallervorden zeige das Leben alter Menschen so, wie es tatsächlich ist: einsam und immer beschwerlicher. "Aber er zeigt auch, dass jeder Mensch positive Energien schöpfen sollte, statt sich fallen zu lassen", sagt sie.

Die Markkleebergerin weiß, wovon sie redet. Seit 17 Jahren betreibt sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Silke Hörner-Morgenstern eine Physiotherapie und erlebt dabei, wie sich alte Menschen belanglosen Dingen ergeben. Immer wieder treffe sie Ältere, für die das Wäschewaschen oder der Besuch im Supermarkt das Größte am Tag ist. "Sie verzetteln sich und saugen zu wenig das Positive aus dem Leben", meint die 1,63 Meter große Physiotherapeutin. "Positiv denkende Menschen werden schneller gesund. Wer sich fallen lässt und in seinen Leiden versinkt, hat es viel schwerer." Im Film mache Dieter Hallervorden vor, wie es anders geht.

Deshalb hat die Medizinfrau nicht nur Hallervordens Biografie gelesen, sondern ihn auch angerufen und von ihrem Kinosaal-Projekt erzählt. "Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was ein Kinosaal kostet", berichtet sie. "Ich wollte nur wissen, was Hallervorden kostet, wenn er zur Aufführung kommt. Er hat gesagt: ,Ich koste nichts'."

Mit Petra Klemann, der Geschäftsführerin der Passage-Kinos, kam sie dann überein, einen Kinosaal mit 155 Plätzen zu mieten. Per SMS und E-Mail wurden Freunde und Geschäftspartner über die Vorstellung informiert und auch in ihrer Physiotherapie war zu lesen, dass Plätze gegen eine Schutzgebühr von zehn Euro zu haben sind. "Zwischendurch hatte ich schon mal ein bisschen Angst, ob das alles so klappen wird", räumt sie ein. "Doch dann waren innerhalb von drei Tagen alle Karten weg" - und die Unternehmerin klingelte in den Passage-Kinos an, um einen größeren Saal mit 235 Plätzen zu ordern. Auch für ihn waren gestern sämtliche Karten vergeben. "Die Leute finden es toll, dass Dieter Hallervorden seine kostbare Zeit für sie opfert", beschreibt die Markkleebergerin die Resonanz auf ihr Vorhaben. "Das Schönste wäre, wenn Hallervorden sieht, dass die Zuschauer seine Botschaft aufnehmen und über das Leben nachdenken." Sie finde es schade, dass heute fast immer nur die Schönen und Reichen im Rampenlicht stehen. "Da denken viele: Wenn man nicht dazugehört, dann ist man nichts. Aber wir werden alle älter und ich fühle mich dabei nicht schlecht."

Gestern Nachmittag war es so weit: Der Saal "Astoria" der Passage-Kinos platzte aus den Nähten. Dieter Hallervorden hatte sich kurz nach Beginn des Filmes unbemerkt unter die Zuschauer gesetzt, um ihre Reaktionen zu verfolgen. So erlebte er, wie es bei einigen Szenen spontanen Zuschauerapplaus gab. Nach der Vorführung kam Hallervorden vor die Leinwand. "Ich finde es unheimlich nett von ihnen, dass sie so getan haben, als ob ihnen der Film gefallen hat", sagte der Komiker. Anschließend bekam er ein Bild des Leipziger Malers Hans Aichinger geschenkt. Aichinger hatte von der Aktion erfahren und speziell ein Bild für Hallervorden gemalt, auf dem der Schauspieler als Läufer zu sehen ist.

Unternehmerin Kurth-Stöckigt hat sich ein Zitat aus der Hallervorden-Biografie besonders eingeprägt. "Willst Du ein Jahr glücklich sein, dann gewinne im Lotto", zitiert sie. "Willst Du das ganze Leben glücklich sein, mach' den Beruf, der Dir Spaß macht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Andreas Tappert

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