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Boulevard Riesenansturm für „In aller Freundschaft“
Leipzig Boulevard Riesenansturm für „In aller Freundschaft“
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16:32 14.02.2016
Großer Andrang herrschte beim Komparsen-Casting in der Lagerhofstraße. Fotograf Frank Türpe fotografiert Marco Rüdiger, Karin Veit (Mitte) und Ingrid Rüdiger. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Geduldsprobe bestanden: Es ist Samstagmittag und entlang der Lagerhofstraße im Leipziger Zentrum hat sich eine 50 Meter lange Menschenschlange gebildet – wenige Stunden später misst sie bereits hunderte Meter. Doch von Unruhe keine Spur. Wer hier in der Schlange steht, übt sich gleich mal in der wichtigsten Eigenschaft eines Komparsen: Warten, warten, warten – stundenlanges Warten. Die erhoffte Gegenleistung: Ein Blick hinter die Kulissen, die Nähe zu beliebten Schauspielern oder vielleicht sogar eine richtige Rolle in Film- oder Fernsehproduktionen.

Die Agenturen Halleipzig-Komparsen und Wanted aus Berlin führten am Samstag im Gastro Service Center ein offenes Casting für Kleindarsteller durch. „Wir suchen vor allem neue Gesichter für die Fernsehserie ,In aller Freundschaft’, aber auch für andere TV- und Filmprojekte in Leipzig, Halle und Umgebung“, berichtet Matthias Ahlemann. Jung, mittelalt oder auch viel älter – das sei gleich. „Für die beliebteste Arztserie im deutschen Fernsehen werden allerdings weniger Heilkünstler; dafür umso mehr Krankenbesucher gebucht“, so der Agenturchef. . Denn diese könnten schließlich nicht stets aufs Neue auf dem Bildschirm erscheinen – so viele Bekannte und Verwandte in desolatem Zustand habe schließlich kein Mensch. „Auch das Klinikpersonal wechselt oft“, sagt Ahlemann. Gute Chancen also für die 500 aus der langen Schlange, die erwartungsvoll vor dem Fotografen posieren, um dann in eine Datenbank aufgenommen zu werden.

„Stellen Sie sich ganz entspannt hin“, fordert Frank Türpe die künftige Komparsin mit der Nummer 249-4386 auf. „Ja, fantastisch“, lobt er die mittelalte Dame. „Und jetzt bitte im Profil. Die Schulter leicht einknicken, einen Fuß nach vorn und zu mir gucken. Danke, das war’s schon.“ Worauf es bei den künftigen Kleindarstellern ankomme? „Auf Natürlichkeit und Ausstrahlung. Da gibt es zum Beispiel einen älteren Herrn aus Beucha: Keine Haare mehr auf dem Kopf, aber was für eine Ausstrahlumg. Wenn der lächelt! Toll!! Doch für jede Produktion werden andere Charaktere gesucht – einem klassischen Schönheitsideal müssen diese nicht unbedingt entsprechen; charakteristische Gesichter sind genauso gefragt.“ Solch ausdrucksstarken, denen man das Leben ansieht, haben Karin Veitz und Ingrid Rüdiger. Die 75- und 81-jährigen Schwestern wirkten schon im „Tatort“ oder bei „Soko Leipzig“ mit. Selbst Ingrids Sohn Marco ist schon vom Filmfieber angesteckt: „Ich bin der Arzt im Hintergrund“, verrät der Reprograph im wirklichen Leben. Auch Udo Schindler (68) werden die Fernsehzuschauer vielleicht aus „Tierärztin Dr. Mertens“ kennen. „Man trifft viele nette Menschen. Mir würde was fehlen ohne das Dreh-Team. Heute bin ich hier, um meine Fotos aktualisieren zu lassen.“

Eine „märchenhafte Zeitreise in ein früheres Jahrhundert oder gleich in die Zukunft“ möchte Steffi Schramm gern unternehmen: „Ich liebe die Abwechslung“, bekennt die Gohliser Heilpraktikerin. Spannende Abenteuer mag auch Corvinus (4). „Mein Sohn würde ja gern mal Yakari, den neugierigen Indianerjungen, bei einem Dreh treffen“, erzählt Susanne Zaspel (39). Die Designerin selbst hat schon Spielerfahrung: „“ine kleine Sprechrolle bei den ,Schutzbefohlenen‘ im Leipziger Schauspielhaus. Heute sind wir aus Spaß hier, mal gucken, was passiert.“ Darauf ist auch Marlies Linke gespannt: „Ich bin Fan von ,In aller Freundschaft‘ und war schon vor Castingbeginn da. Das erhöht vielleicht meine Chancen“, hofft die Lausenerin. „Ich möchte so gern mal die Schauspieler aus der Nähe beobachten.“ Mit ihrem Wunsch ist sie nicht allein: Ganz früh haben sich Pia Luise Fürst ( 23) aus Frankfurt/Main und Jana Pluscheke aus Magdeburg auf dem Weg nach Leipzig gemacht: „Wenn’s klappt, dann klappt’s“.

Von Ingrid Hildebrandt

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