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Roben-Rascheln in Berlin: Jurysitzung für den Designer-Wettbewerb "Der Goldene Ball"

Roben-Rascheln in Berlin: Jurysitzung für den Designer-Wettbewerb "Der Goldene Ball"


Der Innovationspreis für Gala- und Festmode „Der Goldene Ball" wird auf dem Leipziger Opernball zum vierten Mal vergeben.

. 60 Designer aus ganz Deutschland bewerben sich in diesem Jahr. Die zwanzig Besten zeigten ihre Kreationen jetzt in Berlin vor der Jury. Darunter auch fünf Designer aus Leipzig.

Ballkleid ist nicht Ballkleid. Es kann schlicht und fließend, romantisch und verspielt, futuristisch oder experimentell sein. Und so viele Ballkleider die Welt auch schon gesehen hat – es gibt immer wieder neue Ideen. Die 60 Designer, die sich in diesem Jahr um den Innovationspreis „Goldener Ball" bewerben, haben sich im gesamten Stil-Spektrum betätigt. Anhand der eingesandten Fotos war es für die Jury keine leichte Aufgabe, sich in einer Vorauswahl auf die zwanzig Besten zu verständigen. Diese wurden nach Berlin eingeladen, wo sie im Umfeld der Berlin-Fashion-Week in der ukrainischen Botschaft ihre Kreationen persönlich der Jury präsentierten. Zu Jury gehören unter anderem Make-up-Experte Boris Entrup, Designer Guido Maria Kretschmer, Dietrich Metzger vom Verband deutscher Modedesigner sowie Vivian Honert-Boddin von der Opernball Leipzig GmbH.

Martina Röthig aus Engelsdorf ist gar keine hauptberufliche Designerin. Sie arbeitet beim Zoll, ist gelernte Schneiderin und hat früher Lehrlinge ausgebildet. Ganz aufgeregt tritt sie vor die Jury, Hand in Hand mit ihrer Tochter Louisa (23), die das von der Mutter entworfene Blüten-Kleid präsentiert. Das Entwerfen und Nähen lässt Martina Röthig nicht los, und vielleicht will sie ihr Hobby doch noch zum Beruf machen. „Das sollten Sie tun", rät ihr Beauty- und Fashion-Fotografin Margaretha Olschewski aus Hamburg, die ebenfalls zur Jury gehört.

Der Leipziger Oliver Viehweg startet zum zweiten Mal im Wettbewerb, kam 2010 auf Anhieb in die Runde der besten Zehn. Er glaubt, dass er diesen Erfolg noch toppen kann: „Wenn ich gewinne!" Sein Kleid ist fließend, schlicht, mit mit Stickereien und Steinen, "nichts fürs Schaufenster, sondern man soll darin tanzen und sitzen können." Ab 1100 Euro würde es in seinem Atelier kosten.

Anett Franke vom Label TAF Woman weiß, dass für viele Frauen Tüllkleider Traumkleider sind, deshalb hat sie 15 Meter cremefarbenen Tüll verarbeitet, Falte für Falte plissiert und teils mit Blattgold versehen. Ihr Traumkleid hat strenge Linien, soll Leichtigkeit, aber keine kitschige Romantik ausstrahlen. Dazu trägt das Model Westernstiefel.

Bei Susanne Zaspel vom Label Hunting High war es der Stoff, ein High-Tech-Material aus New York, der sie inspirierte. Mit Seidentaft kombiniert wurde daraus ein zweilagiges Corsagenkleid in Pink und Grau, das an einen Sonnenuntergang im Herbst erinnern soll. Für die Kopfbedeckung hat sie sich an die Form des Pionierkäppis erinnert, das sie früher gern getragen hat. Ansonsten versucht sie, Aufregung zu vermeiden: "Im Moment bin ich selbst ein Ball", lacht die Designerin, die im August ihr erstes Kind erwartet.

Als Designerin Susan Scheiblich ihr dunkelgrünes Ballkleid präsentiert, interessiert sich die Jury vor allem für die raffiniert eingearbeiteten Taschen und für die Schleppe, die sich dreifach ausfahren lässt. Dem Model Viktoria passiert ein kleiner Fauxpas, sie tritt von innen in den Rock und muss von der Designerin befreit werden.

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Als einzige Leipzigerin unter 60 Bewerbern hat es Designerin Anett Franke ins Finale des Wettbewerbs um den "Goldenen Ball" geschafft. Der Innovationspreis für Gala- und Festmode wird auf dem Leipziger Opernball am 1. Oktober zum vierten Mal verliehen. Die Modemacherin aus dem Waldstraßenviertel ist mit ihrem Traumkleid aus cremefarbenem Tüll in der Endrunde der besten Zehn.

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Auch was die Starterinnen und Starter  aus Berlin, Hannover, Magdeburg, Dresden oder Paderborn zeigen, ist äußerst vielseitig und durchweg attraktiv. „Ich bin von Anfang an Jurymitglied in diesem Wettbewerb. Dieses Jahr hat es wieder eine tolle Steigerung hinsichtlich Verarbeitung, Optik und Ästhetik gegeben, das hätte ich nicht für möglich gehalten", freut sich Dietrich Metzger, ehemals Chefdesigner von Adidas, heute Ehrenpräsident des Verbandes deutscher Mode- und Textildesigner. Zuerst schaut er, dass das Kleid ihm "hundertprozentig gefällt", und als zweites, ob es tragbar und zum Tanzen geeignet ist.

"Man sieht schon, wer später auf dem Modemarkt etwas werden kann und seinen eigenen Look präsentiert", schätzt Designer und Jurymitglied Guido Maria Kretschmer ein. "Das Niveau ist unterschiedlich. Junge Studenten zeigen ganz tolle Sachen, während mancher gestandene Designer eher schwach ist. Und mancher wäre vielleicht ein guter Kostümbildner im Theater." Interessant sei auch, wie die Akteure ihre Inspirationen erklären: von emotional bis gescheit, und manchmal komme auch nur eine Verlegenheits-Erklärung.

Boris Entrup, der sich auf der zu Ende gegangenen Berlin Fashion Week soeben um die 50 Designerkollektionen angeschaut hat, weiß vor allem hohe Handwerkskunst zu schätzen. "Sensationell" findet er das von Afrika inspirierte Kleid des erst 19-jährigen Studenten Danny Reinke aus Hannover: "Wenn er gut geleitet wird, kann aus ihm mal was Großes werden."

Allerdings, die Kreation des jungen Mannes ist eher ein Show-Stück, das bestenfalls die Ballmoderatorin tragen kann. Zum Tanzen und Flanieren ist es kaum geeignet. Ebenso wie das hautenge weiße Kleid einer anderen Designerin aus Hannover, das ab den Knien aus Straußenfedern besteht. Die Trägerin muss mit fremder Hilfe aus dem Kleid heraus und wieder hinein steigen, wenn sie nur mal zur Toilette muss.

Anhand der Jury-Bewertungen werden nun die besten Zehn ermittelt, die bei der Preisvergabe zum Leipziger Opernball am 1. Oktober vor 2000 Ballgästen defilieren und ihre Kleider dem Publikum präsentieren können. Der oder die Beste erhält dann aus den Händen der Jury den Innovationspreis "Der Goldene Ball".

Kerstin Decker

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