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Robert Viegers und Markus Otto: Die Zwei vom Postflughafen

Robert Viegers und Markus Otto: Die Zwei vom Postflughafen

Einer kümmert sich um die Pakete, der andere um die Flugzeuge. So einfach ist das - zumindest, wenn man den beiden Geschäftsführern des DHL-Drehkreuzes in Schkeuditz Glauben schenken möchte.

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Robert Viegers (links) und Markus Otto von DHL.

Quelle: Putzmann Nick

Leipzig. So unterschiedlich die beruflichen Verantwortungen, so verschieden sind auch die Persönlichkeiten: Robert Viegers, Chef des DHL Hub Leipzig, ist gebürtiger Niederländer und ehemaliger Offizier der holländischen Armee. Nach einigen Jahren ist er nun zum zweiten Mal in Leipzig.

Markus Otto, Geschäftsführer der Frachtfluggesellschaft European Air Transport Leipzig, arbeitet seit 1991 für den Paketdienst. Der 46-jährige gebürtige Bremerhavener begutachtet ein Modellflugzeug im Regal seines Kollegen. Oft besuchen sich die Chefs nicht. Denn zwischen den Büros der beiden Flughafen-Chefs erstrecken sich einige hundert Meter Asphalt der Start- und Landebahnen. Doch beim gemeinsamen Interview zeigen sich verbindende Elemente, sogar Gemeinsamkeiten.

Frage: Herr Otto, welche Funktion hat denn das einzelne Exemplar am roten Band?

Markus Otto

: Das ist ein symbolischer Schlüssel, der 2004 "vom Himmel gefallen" ist, als der DHL-Standort in Leipzig eingeweiht wurde. Wir haben dem Chefplaner damals gesagt, er solle doch bitte den Schlüssel so übergeben, wie es sich für ein Luftfahrtunternehmen gehört. Er ist dann mit einem Fallschirm aus einem Doppeldecker gesprungen und auf dem Flugplatz gelandet. Der Schlüssel hängt jetzt als Glücksbringer im Schlüsselkasten bei meiner Sekretärin.

Wieso erschien Ihnen der Generalschlüssel, also die Chipkarte für die DHL in Leipzig, erstrebenswert?

Markus Otto:

Mich hat ziemlich früh alles rund ums Flugzeug interessiert, und da hat sich schon entschieden, in welche Richtung ich beruflich gehen werde. Noch heute finde ich es faszinierend, in Frachtflugzeugen mitzufliegen. Aber, um ehrlich zu sein, ist mein Leipziger Haustürschlüssel genau so interessant: Ich wohne seit sieben Jahren mit meiner Familie in Leipzig. Nach Feierabend unternehme ich viel mit meinem Sohn; er ist jetzt zehn Jahre alt. Wenn die Zeit es zulässt, gehe ich auch gerne segeln oder angeln - gewissermaßen als "Entschleunigung", als Gegenpol zur Geschwindigkeit meines Jobs. Ja, und dann erkunde ich mit meiner Familie immer noch die Region - entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad: Ich fahre einen BMW-Tourer - eine Maschine für gesetzte Herren. (schmunzelt.)

Herr Viegers, welchen Schlüssel würden Sie Ihrem Kollegen besonders ans Herz legen?

Robert Viegers:

Tja, wo wir schon einmal dabei sind: Ich nenne Markus ja liebevoll "Captain Slow". Wir waren einmal gemeinsam auf der Porsche-Rennstrecke, und er war wirklich nicht flott. (Lacht.) Also, ich würde ihm mal einen Autoschlüssel borgen, zum Üben.

Markus Otto:

Ich war tatsächlich der Meinung, dass ich ein guter Fahrer bin. Ich konnte ja nicht wissen, dass Robert vier Garagen hat -

Vier Garagen, Herr Viegers? Haben Sie die Schlüssel dabei?

Robert Viegers:

Ja, (zeigt auf den Schlüsselbund) das sind alles Garagen in Holland. Ich habe einen Autotick. (lacht). Ich habe eine Vorliebe für Sport-Klassiker; für Porsche und BMW. Neben meinen fünf Autos habe ich noch einen alten Trecker, Jahrgang 1953, für meinen Hof in Holland.

Sie haben einen Schlüssel für einen Bauernhof?

Robert Viegers:

Ja, zuerst habe ich in einem alten Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert gewohnt. Das war sehr schön, aber auch feucht und kalt, und dann haben meine Freundin und ich uns 2009 einfach eine moderne Kopie gebaut. Da fahre ich jetzt zwei, drei Mal im Monat hin. Und wenn ich da bin, setze ich mich auf den Trecker und mähe die Wiese. Wir haben auch Pferde, aber das Stall-Ausmisten ist nicht mein Job. (lacht)

Ganz klischeebehaftet: Wo ist denn Ihr Wohnwagenschlüssel?

(Markus Otto lacht herzlich im Hintergrund.)

Robert Viegers:

(grinst.) Da habe ich keinen. Ich reise wirklich gerne, aber ich hasse Wohnwagen. Ich war die letzten 15 Jahre international viel unterwegs. Von daher würde ich sagen: Ich bin eher Europäer als ein "klassischer Holländer".

Wenn Sie einen Schlüssel für einen Tag haben könnten, Herr Viegers, welcher wäre es?

Robert Viegers:

Oh, natürlich der für den Kreml! Ich war vor Kurzem zum ersten Mal in Moskau und würde da gerne einmal rein. Und wenn ich schon mal da bin, würde ich auch ein Tässchen Kaffee mit Herrn Putin trinken. (lacht)

Und Sie, Herr Otto? Welchen Schlüssel hätten Sie gerne einmal?

Markus Otto:

Ich hätte gerne den Schlüssel zu einer Kate, einem friesischen Bauernhaus mit Reetdach. Das ist schon so ein Traum. Ich bin ja am Wasser aufgewachsen und vermisse es schon sehr. Hier gibt es zwar auch Seen, aber das ist irgendwie anderes Wasser. Tja, also im Grunde träume ich von dem, was Robert schon hat. (lacht)

Robert Viegers:

Ja, aber das ist doch kein Problem, dann bekommst du mal den Schlüssel für mein Haus in Holland! Das ist alles nur eine Frage des Preises.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.08.2013

Lisa Berins

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