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Rossi-Brüder: Preisgekröntes Clownstrio gastiert in Leipzig

Zirkus ohne große Worte Rossi-Brüder: Preisgekröntes Clownstrio gastiert in Leipzig

Der Circus Roncalli, der derzeit am Leipziger Cottaweg gastiert, hat hochkarätige Künstler dabei. Die Rossi-Brüder sorgen als preisgekrönte Clowns gleich dreifach für gute Laune und lassen das Publikum nichts von den schwierigen Vorbereitungen merken.

Maurin, Yann und Pierre Rossi (v. l.) sind das Trio „Les Rossyann“.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Zwei Brüder führen die Firma ihres Vaters und Großvaters weiter – so läuft das im Prinzip auch bei den Rossi-Brüdern Yann (48) und Maurin (63). Nur dass ihre „Firma“ eine besondere ist: Die beiden Franzosen verkörpern die siebte Generation einer alten Artistenfamilie. Bis zum Sonntag gastieren sie mit dem Circus Roncalli am Leipziger Cottaweg. Beide haben auch selbst als Artisten angefangen, sind aber vor Jahren auf das Clownsfach umgestiegen. Dritter Mann in ihrem Clownstrio ist Pierre (21), der Sohn von Maurin.

Yann Rossi sitzt fast eine Stunde in der Maske und schminkt sich als Weißclown. Erst trägt er dicke weiße Profi-Theaterschminke auf, dann Talkpuder zum „Festmachen“. Danach werden Lippen, Ohren und die Konturen der Nasenlöcher rot gemalt und schließlich schwarze Augenbrauen gezogen. Jeder Strich muss sitzen, der schwarze Punkt auf dem Kinn gibt seinem Gesicht die persönliche Note. Mit Babyöl schminkt er sich abends ab. „Ich glaube, das pflegt meine Haut. Meine Frau ist ein bisschen eifersüchtig, dass ich so glatte Haut habe“, verrät er.

In der Manege hat der Weißclown die Aufgabe, seriös und ernst zu sein und die beiden „dummen Auguste“ im Zaum zu halten, die es faustdick hinter den Ohren haben. Die drei Rossis sprechen nicht, sie arbeiten vor allem mit viel Musik (beide Brüder zusammen spielen 20 Instrumente), mit Jonglage und mit ihrer Mimik. Weniger als fünf Weißclowns gebe es nur noch in der Zirkuswelt, schätzt Yann. Erstens dauere es Jahre, bis man die Theatralik beherrscht. In einem Zelt mit 1500 Plätzen muss sie ganz anders eingesetzt werden als in einem Zelt mit 5000 Plätzen. Zweitens sind die edlen Kostüme sehr teuer. Yann besitzt sechs Stück, alle in Paris genäht und per Hand mit Pailletten und Glitzersteinen bestickt. Ein Kostüm kostet 6000 bis 15.000 Euro, dazu kommen die maßgefertigten weißen Schuhe à la Damenpumps (400 bis 600 Euro) und der weiße Filzhut (200 Euro). Yanns schwerste Kostüme wiegen 14 Kilo.

Bruder Maurin und Neffe Pierre brauchen nur zehn Minuten in der Maske für ihr wesentlich schlichteres Outfit. Während Yann vorm Schminkspiegel sitzt, begrüßen sie schon das Publikum. Zehn Monate des Jahres sind sie unterwegs, leben mit ihren Familien in bestens ausgestatteten Wohnmobilen oder Wohnwagen. Ihren festen Wohnsitz haben sie in einem kleinen Ort in Frankreich. Der Vater der Brüder ist vor zwei Jahren gestorben, die Mutter – 91 Jahre alt – reist mit ihnen um die Welt. Die frühere Akrobatin und Jongleurin ist stolz, dass ihre Söhne und der Enkel beim Zirkusfestival in Monte Carlo Hauptpreise gewonnen haben.

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