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Schulmuseum II: Leiterin Elke Urban erhält Auszeichnung

Schulmuseum II: Leiterin Elke Urban erhält Auszeichnung

Sie ist eine umtriebige Zeitgenossin. Das von Elke Urban geleitete Leipziger Schulmuseum gilt als Institution in der Stadt; vor allem wenn es darum geht, Bildungsgeschichte(n) aus 40 Jahren DDR nahezubringen.

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Elke Urban.

Quelle: André Kempner

Elke Urban "verkleidet" sich dafür als "Heimatkundelehrerin Frau Lehmann", tritt auf im Dederon-Outfit und lässt in einer Schulstunde die einstige (Miss-)Bildung auferstehen. Bis zu 25 000 Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse sitzen pro Jahr auf den harten Holzbänken und sind bei ihren Besuchen Publikum und Darsteller zugleich.

Die Unterrichtsstunden laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Die ganze Klasse ist "auf Linie", besteht aus Pionieren oder FDJ-Mitgliedern. Aber einer, der sich freiwillig melden kann, schwimmt als Nicht-Mitglied gegen den Strom und muss allerlei Anfeindungen seitens der Lehrerin aushalten. Elke Urban macht dabei - obwohl sie zu Unterrichtsbeginn die jeweilige Klasse dazu auffordert, die Stunde mitzugestalten - die Erfahrung, dass kaum einer/eine dem Freiwilligen helfend beisteht: "Das überrascht mich schon. Liegt es nur daran, dass die jungen Leute so fasziniert sind von dem, was sie erleben? Wahrscheinlich haben sie aber gar keine Erfahrung mit dem, was sie mit mir erleben."

Elke Urban ist auch anderweitig Thema. Hierzulande und ganz weit weg. Jüngst wurde sie vom sächsischen Landtagspräsidenten Matthias Rößler (CDU) mit der Verfassungsmedaille des Freistaates geehrt. In der Laudatio würdigte der Politiker die frühere Bürgerrechtlerin als engagierte Expertin für Freie Schulen und Aufbauhelferin des neuen Bildungssystems nach 1990. Im Leipziger Schulmuseum halte sie Erinnerungen an die Ideologie des realsozialistischen Schulsystems wach und erinnere ebenso an aufrechte, systemkritische Pädagogen.

Als Botschafterin der Demokratie war Elke Urban jüngst in Südkorea. Auf einer Veranstaltung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung berichtete sie über ihr Museum und ihre Initiativen beim Aufbau eines demokratischen Bildungswesens in Leipzig. Sie schaffte es damit sogar bis ins südkoreanische Fernsehen.

Die Frau kennt die Geschichte. Zu Zeiten der Friedlichen Revolution war Elke Urban als fünffache Mutter vor Ort, als mit dem Friedensgebeten vor allem in St. Nikolai und mit Pfarrer Christoph Wonneberger die Zeitenwende ihren rasanten Lauf nahm. Bei den Montagsdemos fiel sie dann mit dem Transparent "Wir wollen freie Schulen" auf. Ihren Namen als "Frau Lehmann" hat sie sich bewusst gegeben. Ihr Büro im Schulmuseum ist jener Raum, in dem damals Genosse Lehmann, seines Zeichens Mitarbeiter der Staatssicherheit, seinen Platz hatte.

Noch gut zwei Jahre steht Elke Urban dem Schulmuseum vor. Sie will in der verbleibenden Zeit auch dafür sorgen, dass die Einrichtung eine gute Perspektive bekommt. Ob aber immer am jetzigen Standort Goerdelerring 20 mit dem Museum in der Runden Ecke als "Mitbewohner", das sei bei dem nach wie vor nicht ausgestandenen Streit um die gemeinsame Nutzung des Kinosaals zu prüfen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2013

Mayer, Thomas

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