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Boulevard So packen wir das: Familie Jennicke zwischen Kita, Tanzkurs und Schlagzeug
Leipzig Boulevard So packen wir das: Familie Jennicke zwischen Kita, Tanzkurs und Schlagzeug
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23:59 30.08.2013
Mutter Skadi und Vater Christoph Jennicke mit Konrad (9), Charlotte (2) und Friederike (6). Quelle: Wolfgang Zeyen

Im Bunde mit all ihren Lieben. Dabei kann man es nicht immer jedem recht machen - wie beim LVZ-Besuch die Miene von Charlotte (2) verrät: Kommt Papa (wie an dem Tag) früher von der Arbeit, zieht die Jüngste die Stirn kraus: Mensch, da ist doch Mama gleich wieder fort! Und so bekommen wohl schon die kleinen Jennickes eine Ahnung davon, dass das Leben irgendwann mal nicht mehr nur aus dem Planschbecken und der Hängematte im Sommergras vorm Haus bestehen wird.

Für Skadi Jennicke und ihren Mann Christoph (38) klingelt der Wecker früh um 6, täglich beginnt der logistische Kraftakt aufs Neue. "20 heilige Minuten gibt es: Punkt 6.45 Uhr sitzen wir alle am Tisch und frühstücken", sagt Skadi Jennicke. Sohnemann Konrad (9) macht 7.20 Uhr als erster los in die - zum Glück nahe liegende - Édouard-Manet-Schule. Dorthin begleitet ihn seit Schuljahresbeginn seine Schwester, Erstklässlerin Friederike (6). "Konrad ist ein Gewissenhafter! Überpünktlich am liebsten!", lobt die 35-Jährige die Selbstständigkeit ihres Großen. Sie selbst schnappt sich zehn Minuten später das Rad und ihre Jüngste, radelt in die Kita Brüderstraße.

Dann startet Mama durch gen Gohlis. "Ich habe eine Halbtagsstelle bei unserer Landtagsabgeordneten Cornelia Falken, vier Tage die Woche. Donnerstags arbeite ich an der Hochschule für Musik und Theater; ich bin ja eigentlich Dramaturgin, unterrichte Studenten in Theatergeschichte."

Im Normalfall ist sie gegen 15, 16 Uhr zu Hause. Aber: "Der Normalfall wird zu 70 Prozent durchbrochen", erzählt Skadi Jennicke. Etwa, wenn mittwochs ab 14 Uhr Ratsversammlung ist oder 17 Uhr der Kulturausschuss tagt. Oder alle 14 Tage Mittwochnachmittag die Fraktion. Mitunter, sagt Skadi Jennicke, kommen abends Bürgerforen hinzu, gelegentlich eine Premiere, ein Parteitag am Wochenende.

Das straffste Programm verlangt allen der Montag ab. "Friederike muss um 15 Uhr zum Tanztraining. Dann geht es retour, Charlotte aus der Kita holen, mit der ich Punkt 16 Uhr zum Kursende wieder bei Friederike bin. Die wird zu Hause abgesetzt. Charlotte nehme ich noch mit, wenn ich dann endlich Konrad zum Schlagzeugunterricht in die Prager Straße bringe. Das ist nämlich - neben dem dienstäglichen Judo - total sein Ding."

Und während Mama erzählt, schiebt sich Charlotte heran, pocht auf gleiches Recht für alle: "Lotte auch Tanzen!!". Stoßseufzer-Lächeln bei den Eltern: "Nächstes Jahr, wenn du drei bist", erklärt Skadi Jennicke und streichelt ihr über den Kopf. Ein Blick zu ihrem Mann besagt: Dann müssen wir wohl alles neu koordinieren!

Ehemann Christoph ist Architekt, arbeitet Vollzeit beim Sächsischen Immobilien- und Baumanagement, im Zweitjob oft als Abendbrotmacher und Zubettbringer der Sprösslinge. Herrscht an der häuslichen Front akut Alarm, wird SOS gen Markranstädt gefunkt. "Zu Christophs Mutter", erklärt Skadi Jennicke. Ihr Tonfall verrät, die Frau muss ein Schatz sein. "Sie kommt auf alle Fälle einmal die Woche, meist mittwochs, wenn die Ratsversammlungen sind." "Wenn alle Stricke reißen" werden auch schon mal die Nachbarn beansprucht.

"Ich glaube, dass wir auch etwas privilegiert sind", räumt Papa Jennicke ein. "Ich bin beim öffentlichen Dienst, kann voll arbeiten, mit flexibler Arbeitszeit, ohne Schicht- und Wochenenddienst. Das ist in der freien Wirtschaft längst nicht so." Aus früherer Erfahrung weiß er das noch zu gut.

Und wie sieht bei Jennickes das Wochenende aus? "Ganz normal", lacht Skadi Jennicke. "Entweder fahren wir mit Konrad zu Judowettkämpfen oder zum Schlagzeugvorspielen, mit Friederike zu Tanzauftritten, zu Abschlussfahrten der Kita oder Elternwanderungen der Schule. Und wenn es super läuft, fällt alles zusammen und wir teilen uns auf." Weil das beim Zuhörerer Betroffenheit auslöst, fügt sie gottseidank hinzu: "Naja, gemeinsam unternehmen wir schon auch mal was. Oder laden Freunde zum Grillen ein". Und was meint der Nachwuchs? Haben Mama und Papa genug Zeit für sie? "Ja", nickt Konrad. "Geht so", plädiert Friederike für einen ganz kleinen Punktabzug.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.08.2013

Angelika Raulien

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