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Boulevard Freud und Leid, Lackschuhe, rückwärts Einparken
Leipzig Boulevard Freud und Leid, Lackschuhe, rückwärts Einparken
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20:13 22.03.2019
Wetterfee Maxi Biewer (links) und Schauspielerin Anne Kasprik sind seit dem Studium Freundinnen und haben beide ein Buch geschrieben. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Sie waren zusammen auf der Schauspielschule in Berlin – seitdem kennen sich Anne Kasprik (55, „Soko Wismar“), die in Kleinmachnow aufgewachsen ist, und Maxi Biewer (54) aus Berlin-Köpenick. Richtig gehört! RTL-Wettermoderatorin Maxi Biewer ist ausgebildete Schauspielerin. Das weiß fast niemand, da sie sich im Sommer 1989 nach Westberlin absetzte und seit 1992 bei RTL das Wetter präsentiert. Aber es gibt Beweisfotos: In der Fernsehserie „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ spielte Anne die Gräfin Dönhoff und Maxi die Gräfin Potzki. Die beiden waren richtig gute Freundinnen, haben „Freud und Leid miteinander geteilt“, wie sie erzählen. Sie erinnern sich daran, in einer eisigen Winternacht mal mit dem Trabi liegengeblieben zu sein, was ihnen Todesangst einjagte. Den Kontakt haben sie aufrecht gehalten, besonders in den Jahren, als beide in Köln lebten – und „lustige Raclette-Abende in der Küche“ veranstalteten. Jetzt hat tatsächlich jede ein Buch geschrieben, auch noch im gleichen Verlag – bei Eulenspiegel. An dessen Stand in Halle 5 gaben Anne und Maxi am Freitag gemeinsam Autogramme.

Rockstar unter den Schriftstellern

Als Jugendlicher wollte er Rockstar werden und auf den großen Bühnen dieser Welt stehen, erzählte Bestsellerautor Sebastian Fitzek (47). Heute ist er ein Rockstar unter den Schriftstellern: Seit seinem Debüt 2006 schaffte es jedes neue Buch von ihm auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Obwohl anfangs alle Verlage seine Manuskripte ablehnten und er unter Pseudonym schrieb. Im neuesten Buch „Fische, die auf Bäume klettern“ gibt Fitzek seinen drei Kindern Felix, David und Charlotte persönliche Erfahrungen mit für ihren Lebensweg.

Hörspiel- und Synchronsprecher Andreas Fröhlich. Quelle: André Kempner

Lackschuhe und Dinosaurierbotten

Die Besten im Erkennen von Stimmen sind Taxifahrer. Sagt Andreas Fröhlich, Hörspiel-, Hörbuch- und Synchronsprecher aus Berlin. Der 53-Jährige wird „erstaunlich oft“ anhand seiner Stimme erkannt. Er hat rund 400 verschiedene Rollen verkörpert, unter anderem sprach er die Kreatur Gollum in „Herr der Ringe“. Seit sage und schreibe 40 Jahren spricht er auch den Detektiv Bob Andrews in der Hörspielreihe „Drei ???“, mit der er demnächst wieder live auf Tour geht. Im Studio sitzt er oft in Jogginghose, aber ganz wichtig sind ihm die Schuhe: Sie helfen, die richtige Haltung zur Rolle zu finden. „Sachtexte lese ich am liebsten in schwarzen Lackschuhen. Für Walter-Moers-Texte ziehe ich mir Dinosaurierbotten an“, erzählte der Lockenkopf. Den Gollum hat er in Socken eingesprochen. Ganz wichtig ist auch seine Körperhaltung: „Je älter der Mann, den ich spreche, desto mehr sacke ich hinterm Mikrofon zusammen. Beim Gollum hatte ich eine ganz verkrampfte Haltung.“ Obwohl der Mann Fröhlich heißt, ist er selbiges nicht immer: „Wenn ich mich verspreche, kriege ich cholerische Anfälle. Bei Lesungen legt mir der Verlag deshalb immer mehrere Bleistifte hin, die ich zerbrechen kann.“

Wieder selbst rückwärts einparken

Seit gut einem Jahr, seit er als Bundesinnenminister abgesetzt wurde – weil Horst Seehofer (CSU) einen Posten in der Regierung brauchte – schläft Thomas de Maizière (CDU) nicht mehr mit dem Handy auf dem Nachttisch. Der 65-Jährige lebt in Dresden, hat keinen Fahrer und auch kein Auto mehr, fährt mit der Bahn, mit dem Fahrrad oder nutzt Carsharing. Er hat wieder gelernt, rückwärts einzuparken oder einen Flug selbst zu buchen. Das erzählt er in seinem Buch „Regieren“, in dem er auch Innenansichten aus der Politik preisgibt. So erklärt er, wie eine Regierung funktioniert, im Alltag und in der Krise.

Die thailändische Prinzessin Sirindhorn wird am Steigenberger Grandhotel mit Blumen empfangen. Quelle: Dirk Knofe

Prinzessin auf Privatbesuch

Wegen der Buchmesse sind in dieser Woche mehrere Botschafter in Leipzig. Ganz privat, ohne Betreuung durch das Protokoll der Stadt, reiste gestern eine Hoheit an: Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn von Thailand wurde am Vormittag mit Blumen vorm Steigenberger Grandhotel empfangen, wo sie eine Nacht bleibt. Die 63-Jährige interessiert sich für Bildungsthemen und besuchte am Nachmittag rein privat die Buchmesse. Am Sonnabend hat sie weitere Termine in Leipzig – Besuch der Thomaskirche, Treffen mit dem Thailand-Verein. Am Abend fliegt sie weiter. Thailändische Aussteller sind auf der Buchmesse übrigens nicht vertreten. Das Land richtet selbst eine große Buchmesse aus, die Bangkok Book Fair.

Lange Kriminacht in der LVZ-Kuppel mit Moderator Hartwig Hochstein (Mitte). Quelle: André Kempner

Krimi-Fans zog es am Abend in großen Scharen in die LVZ-Kuppel. Kein Stuhl blieb leer, als – moderiert von Hartwig HochsteinAlex Pohl, Wiebke Lorenz, Iva Prochazkova und Klaus-Peter Wolf ihre aktuellen Bücher vorstellten.

Von Kerstin Decker

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