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Boulevard Supertalent: Leipziger versuchen ihr Glück
Leipzig Boulevard Supertalent: Leipziger versuchen ihr Glück
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22:44 02.06.2015
Poledancerinnen: Rania El-Azzami (30, links) und Steffi Klemm (36) beim Aufwärmen für ihren Auftritt im Foyer des Penta-Hotels Quelle: André Kempner
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Leipzig

Sänger, Tänzer, Bauchredner, Zauberer, Doppelgänger, Rockbands, sogar männliche Stripper gaben sich bis zum Dienstagabend im Penta-Hotel die Klinke in die Hand: Leipzig ist eine von 40 Städten im deutschsprachigen Raum, wo derzeit neue Kandidaten für die RTL-Show „Das Supertalent" gesucht werden. Das Interesse am Mitmachen ist bei Jung und Alt ungebrochen, im Herbst wird bereits die neunte Staffel der Show um die Juroren Dieter Bohlen und Bruce Darnell ausgestrahlt. Die Promis waren allerdings noch nicht im Einsatz. Zunächst sichtete eine Vorrunden-Jury die Kandidaten. Die Besten kamen gleich an Ort und Stelle in den „Recall" und wurden dabei auch von einer Kamera gefilmt.

Bereits zum zweiten Mal versuchte Thomas Pareigis aus Wittenberg sein Glück. Im Vorjahr war der 51-Jährige mit seiner Fliegershow am Start. Damit kam er gut an: Er wurde einige Wochen später zum dreitätigen Casting nach Bremen eingeladen, wo er vor der „richtigen" Jury sein Können zeigen durfte. Dort wurde er zwar weggebuzzert – aber dem Fitnesstrainer und Modellbauer machte die Sache trotzdem riesigen Spaß. Nun will er etwas ganz Neues zeigen, einen Weltrekord im Blasrohrschießen aufstellen und 30 CD-große Scheiben binnen einer Minute wegpusten. „Diesmal will ich nicht nur dabei sein, sondern auch weiterkommen. Deshalb muss es etwas Spektakuläres sein, was nur eine Handvoll Leute kann", erklärte er, während er im Vorbereitungsraum seinen Schießstand zusammenbaute. 

Sänger, Tänzer, Bauchredner, Zauberer, Doppelgänger, Rockbands, sogar männliche Stripper gaben sich bis zum Dienstagabend im Penta-Hotel die Klinke in die Hand: Leipzig ist eine von 40 Städten im deutschsprachigen Raum, wo derzeit neue Kandidaten für die RTL-Show „Das Supertalent" gesucht werden.

Mit einem "guten Gefühl" fuhr Bauchredner Matthias Freyboth aus Eisenach nach seinem Auftritt heim. Der 37-Jährige sorgte mit seiner Puppe Alfred für Heiterkeit, unter anderem ließ er Alfred den Modern-Talking-Hit „You‘re my heart,, you‘re my soul" singen. Auch einen Gruß an Dieter Bohlen durfte der Bauchredner aufsagen. Die Juroren wippten mit den Füßen, sangen mit und lachten. Und zum Erstaunen von Matthias machten sie sich "wie wild" Notizen auf ihren Laptops. Schließlich gab es einen zweiten Auftritt, diesmal vor laufender Kamera – das heißt, der hauptberufliche Alleinunterhalter ist vorerst weiter im Rennen.

Extra Urlaub genommen hatte sich Richie Bosler aus Oelsnitz (Erzgebirge). Der 24-jährige Steuerfachangestellte tanzt bisher nur ganz privat auf Geburtstagsfeiern im Stil und im Outfit von Michael Jackson – aber so toll, dass ihn seine Freundin Angelique Stein (21) heimlich zum Casting anmeldete. Das war bereits vor zwei Monaten. Die Aufregung vor dem Auftritt hielt sich bei dem Popstar-Double in Grenzen: "Ich sehe das mehr als eine Spaßaktion an." Dennoch drohte er seiner Freundin, die ihn nach Leipzig begleitete, im Spaß: "Das gibt noch eine Strafe!"

"Ich möchte gern auf eine Bühne", wünscht sich Siegmar Thieme (66) aus Groitzsch. Er hat vor vier Jahren nach einem Arbeitsunfall mit dem Akkordeonspielen aufhören müssen und angefangen, Panflöte zu spielen. Beim Casting gab er sein Beste bei Stücken wie „Ave Maria" oder „Goodbye my love goodbye". Obwohl ihm eine Panne passierte – er legte die falsche Hintergrundmusik ein –, schien sein Auftritt bei der Jury gut anzukommen. Der Rentner und frühere Kaminbauer spielt ab und zu als Straßenmusiker, „grundsätzlich ohne Geld". Das Casting fand er „sehr aufregend".

Supertalent Bauchredner Matthias Freyboth Quelle: André Kempner

Ebenfalls schon im Vorjahr hatte sich Olaf Küther aus Aue (Erzgebirge) beim Casting in Leipzig beworben. Der 54-jährige Schlosser singt Country- und Westernsongs. „In der Show war ich dann fünf Sekunden im Vorspann zu sehen", freute er sich. Für mehr hat es nicht gereicht. Vor die Jury trat er diesmal mit Titeln von Gunter Gabriel und Roger Whittaker. Seine Lebensgefährtin und seine Tochter warteten im Aufenthaltsraum und drückten ihm die Daumen.

Mit einer kleinen Show in der ungewöhnlichen Disziplin Poledance bewarben sich Steffi Klemm (36) aus Leipzig und Rania El-Azzami (30) aus Halle um eine Chance als "Supertalente". Normalerweise sind die beiden Solistinnen, nur bei Shows treten sie gelegentlich als Duo auf. Die Idee zum Mitmachen kam von Rania: "Weil es eine schöne Möglichkeit ist, unseren Sport auf eine tänzerisch-emotionale Weise zum Ausdruck zu bringen." Als die beiden jungen Frauen in sportlich-knappen Outfits zu ihrem Auftritt gingen, legte im Vorraum bereits eine Gruppe männlicher Stripper die Klamotten ab. Für alle heißt es nun warten, bis in einigen Wochen vielleicht der ersehnte Anruf von RTL kommt.

Kerstin Decker

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