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Theaterfotograf Andreas Birkigt seit 30 Jahren auf der Bühne - und einmal auch darunter

Theaterfotograf Andreas Birkigt seit 30 Jahren auf der Bühne - und einmal auch darunter

Theaterfotograf Andreas Birkigt blickt auf 30 Jahre im Dienste von Oper und Musikalischer Komödie zurück. Mehr als 200 Neuproduktionen mit Haupt- und Generalproben sowie Premieren hat er durchfotografiert - exakt 213. Dazu unzählige Konzerte und Veranstaltungen sowie alle Opernbälle.

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Theaterfotograf Andreas Birkigt

Quelle: Volkmar Heinz

Und die Porträtfotos aller Künstler stammen ebenfalls von ihm.

Bis 2003 hielt Birkigt alles auf Film fest. "Da sind gut und gerne ein paar zehntausend belichtet worden", ist sich der im Juli 1949 in Leipzig Geborene sicher. Heute arbeitet der gelernte gelernte Fotograf mit modernster Digitalfototechnik. "Dennoch vermisse ich die gute alte schwarz-weiß-Fotografie", blickt er zurück. Aber schon in naher Zukunft will Birkigt in seinen Keller zurückkehren: "Das komplette analoge Labor steht im Keller bereit." Wenn er nach der Spielzeit 2013/2014 das Rentenalter erreicht hat, will er dort wieder öfter zu finden sein.

Angefangen hat er als Achtjähriger, wie fast jeder in der DDR, mit einer Pouva Start. Die befindet sich heute noch in seiner Sammlung. Zwischenzeitlich als Fotofachverkäufer tätig, verschlug es den stets schwarz gekleideten Fotografen - auch Dank seiner Mitgliedschaft in der Komparserie der Oper von 1971 bis 1982 - Anfang der 1980er Jahre als Fotoassistent zu Leipzigs berühmtester Theaterfotografin Helga Wallmüller. 1990 übernahm der heute 61-Jährige die Leitung der Fotoabteilung der Oper.

Fotografischen Ausgleich sucht er in seinem Kontrastprogramm: "Immer, wenn Zeit und Luft ist, fotografiere ich Barockgärten in Deutschland oder auch Straßenszenen." In diesen Tagen allerdings ist wieder seine bekannte Kreativität gefragt. Für das neue Jahresheft porträtiert er die Künstlerinnen und Künstler an ungewöhnlichen Orten. Den Chor im Orchestergraben. Das Orchester im Zuschauersaal. Das Ballett in der Theaterwerkstatt.

Gerade mit den Tänzerinnen und Tänzern verbindet ihn große Symphatie. Aus 26 Nationen kommend, versucht Birkigt gerade mit ihnen immer wieder ungewöhnliche Sichten und Perspektiven. "Leider aber kann ich keine Fremdsprache", gesteht der auch durch seine Buchveröffentlichungen Bekannte (z.B. "Leipziger Ballett - Zehn Jahre Uwe Scholz"), "aber mit Freundlichkeit und Entgegenkommen erreicht man fast alle (fotografischen) Ziele!"

Ohne Fehlschläge und (sprichwörtliche) Reinfälle verliefen die letzten Jahrzehnte aber auch nicht. Reinfall Eins: "Während der Hauptprobe zur 'Fledermaus" Anfang der 1990er Jahre fotografiere und fotgrafiere ich", erzählt er von einem Erlebnis, das ihm nur dieses eine Mal widerfuhr, "und ein Akteur fragt mich nach langer Zeit, ob ich denn einen Endlos-Film in der Kamera hätte." Birkigt hatte nicht, er hatte gar keinen drin. Reinfall Zwei: Eine Bauprobe zu Stockhausens "Freitag aus Licht" 1995 nutzend, sollte ein Porträt des Bühnenbildners gemacht werden. Der Fotograf trat zurück und fiel in das einzige Loch in dem ansonsten abgedeckten Orchestergraben. "Es ging drei Meter in die Tiefe und dann fehlt mir ein Stück meines Lebens. Und ein reichlicher Monat Arbeitszeit in seinem Leben. " Erst im Rettungswagen wachte Birkigt wieder auf und weiß nur aus Erzählungen, dass er mit einem Bühnenwagen vor die Operntür gefahren worden ist. Ein bühnenreifer Auftritt für den ansonsten auffällig zurückhaltend agierenden Theaterfotografen.

Volkmar Heinz

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