Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Boulevard Tiefe Verbeugungen vor dem Genie Elliott Smith
Leipzig Boulevard Tiefe Verbeugungen vor dem Genie Elliott Smith
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:43 20.05.2015
Seth Avett & Jessica Lea Mayfield ehren Elliott Smith. Foto: Ramseur
Anzeige
Berlin

Wie Elliot Smith (1969-2003), allerdings an einem etwas freundlicheren Tag, klingt der Kanadier Andy Shauf in den Songs seiner Platte "The Bearer Of Bad News" (Tender Loving Empire/Cargo). Die helle, fragile Stimme des jungen Mannes aus der Prärie-Provinz Sasketchewan kommt der so typisch stillen, schüchternen Performance des großen Vorbildes verblüffend nahe.

Allerdings hat Shauf sein Album keineswegs als schnöde Stil-Hommage konzipiert. Er hat sogar extra Klarinette gelernt, um Lieder wie den charmanten Opener "Hometown Hero" vom berühmten US-Kollegen ein Stück weit abzusetzen. Die Arrangements sind etwa im siebenminütigen "Wendell Walker" mit seinem schleppenden Rhythmus oder in "You're Out Wasting" zwar Smith-nah, aber zu devot wirkt die Verehrung nicht.

Zumal Shauf offenkundig selbst ganz gut weiß, wie man fesselnde, intensive Folk-Songs schreibt. Aus Akustikgitarren und Piano, ein paar Streicher-Tupfern und besagter Klarinette bastelt der Kanadier einen Sound, der mit feinen Melodien tief beeindruckt. Neben Elliott Smith klingen auch Sufjan Stevens (vor allem dessen neue Platte "Carrie & Lowell") und Paul Simon in diesen schönen Liedern an.

Eine echte Verbeugung - nicht nur stilistisch wie bei Shauf, sondern Lied für Lied - ist das auch entsprechend betitelte Album "Seth Avett & Jessica Lea Mayfield sing Elliott Smith" (Ramseur/Alive). Das Mitglied der US-Folkrock-Band The Avett Brothers und die junge Sängerin zollen Smiths Werk äußerst respektvoll Tribut, mit harmonieseligen Interpretationen von Songs wie "Baby Britain", "Fond Farewell" oder "Ballad Of Big Nothing".

Insgesamt zwölf Stücke, die von den meisten Elliott-Smith-Fans wohl allesamt zu seinen besten gezählt werden, hat das amerikanische Indie-Folk-Pärchen aufgenommen. Die Arrangements sind reduziert bis karg, alles hängt an den beiden Stimmen.

Und die sind wunderbar - man denkt an die famosen Duette von Gram Parsons und Emmylou Harris oder an die Zusammenarbeit von Gillian Welch und David Rawlings, wenn man diese von Selbstzweifeln und Herzeleid geprägten Folksongs hört. Eine Hommage aus dem Bilderbuch für einen der größten Singer/Songwriter der letzten 25 Jahre.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Von Punk bis Polit-Ballade: 16 Länder kämpfen in Wien beim ersten Halbfinale am Dienstag (19. März) ab 21 Uhr um den Einzug in den Hauptwettbewerb des Eurovision Song Contest (ESC).

20.05.2015

Um 5.00 Uhr morgens steigt bei den eingefleischten Eurovision-Song-Contest-Fans Deb Shaw und Amy die große Party. Die beiden werden wie jedes Jahr live dabei sein, wenn wieder Dutzende Male "Douze points" - zwölf Punkte - vergeben werden.

18.05.2015

Ganz Enthusiastische verglichen sie am Sonntagabend sogar mit Elvis Presley. Eine junge Frau namens Taylor Swift ist derzeit das beste und erfolgreichste, was der amerikanische Musikmarkt zu bieten hat.

18.05.2015
Anzeige