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Boulevard Titel „Superstar“ ist für Thomas Katrozan aus Leipzig zum Greifen nah
Leipzig Boulevard Titel „Superstar“ ist für Thomas Katrozan aus Leipzig zum Greifen nah
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15:49 05.05.2016
Mit dem Rio-Reiser-Song „König von Deutschland“ schaffte Thomas Katrozan den Einzug ins Finale. Quelle: RTL / Stefan Gregorowius
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Leipzig

Ein Plattenvertrag mit Universal Music und 500 000 Euro – für den Leipziger Tontechniker Thomas Katrozan ist beides zum Greifen nah: Der 36-jährige Reggaesänger aus Lindenau, Frontmann der Band „Captain Katze“, steht am Sonnabend im Finale der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Mit dem Leipziger Rasta-Man kämpfen zwei weitere Kandidaten um den Sieg, der 25-jährige Barkeeper und Tanzlehrer Prince Damien aus München und die 18-jährige Studentin Laura van den Elzen aus den Niederlanden. Die Show geht im ausverkauften ISS-Dome in Düsseldorf vor 13 000 Zuschauern live über die Bühne. Am Himmelfahrtstag probten die drei Finalisten erstmals auf der riesigen Bühne. Für den stets entspannt wirkenden Thomas Katrozan wird es der bisher größte Auftritt seines Lebens: „Ist schon krass“, sagte er in einer Proben-Pause am Telefon. Bis zum Sonnabend sei „noch eine Menge zu tun“, die Kandidaten haben „volles Programm“ mit Gesangs- und Tanzproben. Am Mittwoch machte der Leipziger trotzdem erst mal einen Abstecher nach Berlin, wo er hinter die Kulissen von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ blicken konnte – was genau er dort tat, ist eine Überraschung.

Die Eltern und Geschwister von Thomas Katrozan, seine Freunde und vor allem Freundin Mandy, die ihn zum Casting im September 2015 angemeldet hatte, sind live dabei und feuern ihn an. Der Leipziger hat sich fürs große Finale den Reggae-Hit „Dreadlock Holidays“ der britischen Band 10cc aus dem Jahr 1978 ausgesucht und kehrt damit zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. In den letzten drei Event-Shows hatte er mit Songs von Rio Reiser, Seeed und Marius Müller-Westernhagen die Jury um Dieter Bohlen sowie die Fans begeistert – jedes Mal schaffte er den Einzug in die nächste Runde. „Ich komme vom Reggae, einen smoothen Reggaesong finde ich fürs Finale passend. Nachdem es zuletzt mit Rocksongs von Westernhagen und Rio Reiser ordentlich abging, fahre ich jetzt die Maschine lieber etwas herunter.“

Mit dem Jury-Joker von Dieter Bohlen ging es für den Leipziger eine Runde weiter. Quelle: RTL / Stefan Gregorowius

Sollte der Leipziger am Sonnabend die Castingshow gewinnen, dann geht es für ihn straff durch bis zur DSDS-Top-Sechs-Tournee, die Ende Mai/Anfang Juni in 13 deutsche Städte führt. Wird er Zweiter oder Dritter, kann er vor der Tournee noch mal kurz nach Hause. In Leipzig war er seit dem 1. April nicht mehr. Seinen Sohn Leopold (knapp 2) hat der „Superstar“-Kandidat, der Ende Oktober zum zweiten Mal Papa wird, seither nicht mehr gesehen. Fernab der Heimat feierte er mit den Top Zehn der DSDS-Kandidaten auch seinen 36. Geburtstag am 29. April in einem Hostel.

„Gleich nach dem ersten Song fliegt einer von uns dreien raus, deshalb ist es wichtig, dass die Fans sofort anrufen“, appelliert Thomas an seine Leipziger Unterstützer. Wie es nach dem Finale musikalisch für ihn weitergeht, lässt er auf sich zukommen. „Das wird sich zeigen. Es kommt jetzt wirklich darauf an, welchen Platz ich belege und was dann vielleicht für Angebote kommen.“ Mit seiner Leipziger Band will er weitermachen, aber zusätzlich vielleicht „irgendeine Soloschiene laufen lassen“.

Das Finale ist die Krönung eines unerwarteten Aufstiegs vom Underdog zum potenziellen Superstar. Per Fahrrad war der freiberufliche Tontechniker am 5. September 2015 auf die Alte Messe geradelt. Dort nahm er am offenen Leipzig-Casting für die 13. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ teil. Seine Freundin hatte eigentlich die gesamte Band angemeldet, doch die Kollegen hatten keine Lust. 2016 steht die Show unter dem Motto „No Limits“. Der Reggae- und Rockmusikfan aus Leipzig wurde tatsächlich als einer der 120 Besten aus den Vorrundencastings herausgefischt. Er durfte sich der „richtigen“ Jury aus Dieter Bohlen, H.P. Baxxter, Vanessa Mai und Michelle vorstellen. Doch nur dank eines Jury-Jokers, den Dieter Bohlen für ihn zog, ging die Show für den Leipziger weiter: Er flog mit den 32 Besten nach Jamaika – und damit erfüllte sich bereits ein großer Traum für den Kandidaten. Im Alter von 19 Jahren war er schon einmal auf Jamaika und entdeckte dort die Rastafari-Philosophie für sich. Seitdem trägt er Rastas und lässt sich die Haare wachsen. Mittlerweile sind sie schon anderthalb Meter lang und brauchen zwei bis drei Tage zum Trocknen. Im Halbfinale verblüffte Thomas Katrozan die Zuschauer mit einem Überraschungscoup – er ließ die ansonsten stets nach oben gedrehten Rastazöpfe frei fliegen.

Ob der „Oldie“ unter den Kandidaten im Finale noch mal einen draufsetzen kann, bleibt abzuwarten. Mit dem Gedanken an die 500 000 Euro und den Plattenvertrag will sich der Leipziger Sänger im Moment nicht belasten: „Ich schiebe das alles ein bisschen von mir weg, konzentriere mich auf die Show und die Performance.“

Von Kerstin Decker

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