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Tobias Künzel und Steffen Lukas geben Karl Marx die Chance zum Comeback - als Musical

Tobias Künzel und Steffen Lukas geben Karl Marx die Chance zum Comeback - als Musical

Die Leipziger Popband „Die Prinzen" absolviert bis in den Oktober hinein eine Kirchen-Konzerttour, aber die Montage sind frei. Montags kümmert sich Frontmann Tobias Künzel immer um ein anderes Projekt: um sein zweites Musical.

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Tobias Künzel (am Schlagzeug) und Steffen Lukas proben in Künzels Studio mit den Hauptdarstellern.

Quelle: André Kempner

Es heißt „Comeback – Das Karl-Marx-Musical". Premiere ist am 2. November im Vogtlandtheater Plauen, die Tanz- und Dialogproben laufen dort auf Hochtouren. Zu einer Extraprobe hatte Künzel jetzt die Hauptdarsteller und einen Teil der sechsköpfigen Rockband in seinem heimischen Studio bei Taucha zu Gast.

Der 48-Jährige wollte eigentlich nach „Elixier" nie wieder Musicals schreiben, doch seit 2008 lebt er selbst einen Teil des Jahres im Londoner „Exil" wie weiland Karl Marx. Nachdem er sich mit seiner Familie in der Metropole eingelebt hatte, packte ihn auch wieder das Musical-Fieber: „Diese Stadt lebt ja von Musicals", erklärt er. Der Leipziger lockte seine Co-Autoren Steffen Lukas (Moderator von Radio PSR und Karl-Marx-Städter) sowie Maximilian Reeg nach London. Dort schleppte er sie in diverse Shows, ins Wohn- und Sterbehaus von Karl Marx und mehrmals auch an dessen Grab. Gemeinsam wurde das Musical-Konzept entwickelt, das sich an der Aufführungspraxis des Londoner Westends orientiert. Alle drei schrieben die Texte, Künzel komponierte die Musik und begleitet die Inszenierung.

Allerdings taucht der Philosoph Karl Marx selbst im Musical gar nicht auf. Es handelt sich um eine Verwechslungsgeschichte mit Liebe, Leiche und Happy-End: Am Grab von Marx erscheint ein verarmter Musiker. Er wird von einem Ex-Banker, der alles verloren hat, für den wiederauferstandenen Marx gehalten. „Eine schrille Komödie und nicht so zu verstehen, dass wir den Kommunismus wiederhaben wollen", versichert Künzel. Das Stück spielt in London, wo Karl Marx als historische Persönlichkeit ein Begriff sei.

Der "Prinzen"-Sänger selbst tritt in dem Stück nicht in Erscheinung, dafür hat er sechs Darsteller, eine Rockband und ein Blechbläser-Sextett engagiert. Die Hauptrollen spielen Henriette Fee Grützner, Daniel Tille und Michael Schramm. Sebastian Hartmann vom Leipziger Schauspiel hatte das Stück ebenfalls vorliegen, hat aber nicht reagiert. Das eher bürgerliche Chemnitzer Theater wollte es nicht haben – aber Plauen griff experimentierfreudig zu. "Das Theater in Plauen erinnert an die viktorianischen Theater in London", freut sich Künzel.

Kerstin Decker

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