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Traumkleider für den Leipziger Opernball: Jury kürt die zehn Wettbewerbsfinalisten

Traumkleider für den Leipziger Opernball: Jury kürt die zehn Wettbewerbsfinalisten

Auf Traumkleider, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, darf sich Leipzig beim „Goldenen Charlie" freuen. Modedesigner aus Deutschland, Österreich und Israel sind heiß auf den Preis, der beim Leipziger Opernball am 14. September zum sechsten Mal vergeben wird.

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Elf von 50 Kleidern, die im Designerwettbewerb starten.

Quelle: Kerstin Decker

50 spannende Arbeiten haben die Opernball-Ausrichter in diesem Frühjahr eingereicht bekommen, doch sie mussten eine Vorauswahl treffen. 29 Roben schickten sie eine Runde weiter. Deren Schöpfer traten jetzt im Berliner Hotel de Rome vor die Jury, um einen Platz unter den besten Zehn zu erkämpfen. Das Finale wird direkt auf dem Leipziger Opernball am 14. September ausgetragen. So vielfältig wie die Starter – von der 20-jährigen Modestudentin bis zur knapp 50-jährigen Nebenberufs-Kleidermacherin – fielen auch deren Kreationen aus. Sexy schwarze Häkelspitze, Oh-la-la-Rückenausschnitte, Träume aus Tüll und Nachhaltigkeit, eine moderne Form der Schaumburger Tracht oder ein Gesamtkunstwerk aus Herrenhemden – so weit reichte die Spanne. Auch zwei Leipzigerinnen waren am Start, Susan Scheiblich (29) und Martina Röthig (49).

„Wir sehen hier Designer mit unglaublicher Kreativität und einer wahnsinnigen handwerklichen Leistung", sagte Deutschlands Charitylady Nummer eins, Ute Ohoven (67), die erstmals in der Jury saß. Die gelernte Schneiderin stammt aus einer Modedynastie und hatte als junge Frau eine eigene Modekollektion. Beim Leipziger Opernball wird sie den Finalisten die Daumen drücken: „Ich freue mich, dass sich die Designer auf so einer Plattform präsentieren können." Zur Jury gehören in diesem Jahr auch die in New York lebende Unternehmensberaterin Marie-Luise Prinzessin von Sachsen oder, als treuer Mitstreiter vom ersten Wettbewerb an, Dietrich Metzger, Ex-Chefdesigner von Adidas, heute Präsident des Verbandes der deutschen Mode- und Textildesigner.

Mandy Müller aus Schwenda (Südharz) hat ihren einjährigen Sohn Charlie mitgebracht. Der Kleine heißt genauso wie der Wettbewerb und war ausschlaggebend dafür, dass die 33-Jährige sich zur Teilnahme entschlossen hat. Manche Kandidaten treten schon zum zweiten oder dritten Mal im Wettbewerb an. So wie Anne Wolf (33) aus Berlin, die ihr Kleid passend zum Wettbewerb "Charlie" nennt. Oder wie Ran Zuriel aus Israel, der im Vorjahr den zweiten Platz mit nach Hause nehmen konnte. Oder wie Achim Sauber (44) und Michael Kauper (48) vom Label Zwei Körper aus Hamburg. Nachdem die beiden vor zwei Jahren zwei Schicksalsschläge erlitten – den Schlaganfall von Achim, der jetzt im Rollstuhl sitzt, sowie den Tod von Michaels Vater – soll es für sie nun wieder aufwärts gehen, am besten mit einem Sieg. Zum zweiten Mal nimmt auch Helena Marx (49) aus Dresden teil. " In Dresden gibt es keine Designerwettbewerbe mehr und wenig Möglichkeiten, sich zu präsentieren." Der Leipziger Opernball sei eine schöne Veranstaltung und eine gute Gelegenheit, sich in Leipzig vorzustellen.

Hinter den Kulissen rauchten die Köpfe, wurde in der Jury heiß diskutiert. Von „ganz toll" bis „geht gar nicht" gingen bei manchem Kleid die Meinungen auseinander. Selbst die Juroren sind daher gespannt, was bei ihrer Punktevergabe am Ende herauskommt. "Dieses Jahr waren es noch mehr außergewöhnliche Ideen, die sich voneinander stark unterschieden", kommentierte Danilo Friedrich, Chef der Opernball Leipzig Marketing GmbH. Für ihn als Mann und Modelaie sei es auch wichtig, ob ein Ballkleid tragbar ist und sich zum Tanzen eignet.

Im Laufe der kommenden Woche sollen die Designer erfahren, wer von ihnen mit seiner Kreation am 14. September über die große Bühne der Leipziger Oper schreiten und sich Hoffnungen auf den Sieg machen darf.

Zwischen 1000 und 3000 Euro würden die Modemacher verlangen, wenn sie ihre Kleider verkaufen würden. Aber die Experten meinen, viele Kreationen seien unbezahlbar, weil darin „eine Höllenarbeit" – so Ute Ohoven – steckt.

Kerstin Decker

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