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Warum junge Mädchen unbedingt eine Karriere auf dem TV-Laufsteg wollen

Warum junge Mädchen unbedingt eine Karriere auf dem TV-Laufsteg wollen

Einmal so berühmt sein wie Claudia Schiffer oder Kate Moss - das ist der Traum vieler Mädchen. Für einige zerplatzte der am Dienstag im Gewandhaus in Dresden beim Casting für die TV-Sendung Germany's next Topmodel von Heidi Klum, bevor er richtig begonnen hatte.

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Schlange stehen für den Model-Traum: In Dresden wollten viele Mädchen ihre Chance beim Casting nutzen.

Quelle: Dominik Brüggemann

Dresden. Trotzdem lassen sich junge Frauen in Mitteldeutschland nicht davon abhalten, auf dem Laufsteg ihr Glück zu suchen. Der rote Teppich übt eine magische Anziehungskraft aus, obwohl Experten vor den Folgen einer Model-Karriere warnen.

"Ich bin total aufgeregt", verrät die 21-jährige Iris vor dem Casting. Ihren vollen Namen möchte die Studentin der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen nicht nennen. "Ich will nicht, dass jeder weiß, dass ich beim Casting mitmache, sondern möchte erst mal schauen, wie meine Chancen sind", erkärt die junge schlanke Frau mit den glänzenden braunen Haaren. Noch am Morgen sei sie unsicher gewesen, ob sie überhaupt teilnehmen solle. "Erfahrungen im Modeln habe ich keine, aber ich habe mir einiges aus dem Fernsehen abgeguckt, und geübt in hohen Schuhen vor dem Spiegel zu laufen", verrät sie. Was sie am Modeln fasziniere sei die eigene Wandlungsfähigkeit auf Fotos. "Man wird schön hergerichtet und fotografiert, das ist ein Mädchentraum."

Dass es auch negative Aspekte des Modellebens gibt, dessen ist sich die Studentin bewusst: "Oft werden Models ja wegen ihrer Figur kritisiert. Ich weiß nicht, ob es das Richtige für mich ist, wegen jedem Kilo runtergemacht zu werden." Selbst wenn sie weiterkommen sollte, will sie ihr Studium auf jeden Fall fertig machen: "Schönheit ist vergänglich aber Wissen besteht und ist eine sichere Basis."

Für Franziska Schröder heißt es nach dem Auftritt auf dem roten Teppich und dem professionellen Blick von Casting-Direktor Yannick Aellen: Leider nicht weiter. Obwohl die 19-jährige Abiturientin extra aus Bad Wörrishofen im Allgäu angereist ist, nimmt sie die Niederlage gelassen. "Es hat einfach nicht gereicht, aber das ist nicht so schlimm." Trotzdem will die blonde junge Frau hoch hinaus: "Jetzt kümmere ich mich erst mal um eine Ausbildung als Pilotin", sagt sie und lächelt.

Dass die erträumte Modelkarriere für viele nicht so endet, wie in den TV-Shows vermittelt wird, weiß auch Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Die Casting-Shows suggerieren, dass man als Model schnell viel Geld verdienen und berühmt werden kann, aber die Realität ist oft ernüchternd. Nur die wenigsten schaffen das." Für manche Teenies sei die Glitzer- und Glamourwelt so anziehend, dass jede Chance ergriffen werde. "Wir haben schon erlebt, dass junge Mädchen auf unseriöse Firmen hereingefallen sind. Oft sind sie so aufgeregt, dass sie einen Vertrag mit einer Modelagentur unterschreiben ohne auf das Kleingedruckte zu achten."

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V.l: Antonia Uhlmann, Kristin Hille und Julia Tege beim Casting für Germany's next Topmodel iin Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Angehenden Models rät die Expertin daher, sich mögliche Verträge genau anzuschauen oder sich im Zweifel an die Verbraucherzentrale zu wenden. "Laut Vermittler-Vergütungsordnung dürfen Modelagenturen weder für Fotos, Set-Cards oder sonstige Dienste Vorschüsse verlangen. Wer also vorab aufgefordert wird, Geld zu bezahlen, sollte auf jeden Fall skeptisch werden", sagt Schmidt.

Auch Janet Jänsch, Leiterin der Leipziger Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit weiß, dass die im TV vermittelte Model-Glamourwelt nicht viel mit dem Alltag gemein hat. "Viele unserer Models haben einen Nebenjob oder studieren. Die wenigsten machen das hauptberuflich und können davon leben, geschweige denn im Ausland arbeiten", sagt Jänsch. Hinzu kommen die Kosten für Einsteiger, um die Karriere überhaupt in Schwung zu bringen. "Laufstegausbildung und Set-Card sind sehr preisintensiv, dafür sollte man zwischen 800 und 1000 Euro einplanen", sagt Jänsch. Rund 400 Models zwischen 16 und 73 Jahren hat sie in ihrer Kartei. Wichtig sei dabei weniger die Konfektionsgröße, sondern dass die Proportionen stimmten. "Wir achten natürlich auf schöne Haut und Haare und darauf, wie sich jemand bewegt."

An ähnlichen Kriterien orientiert sich auch die Casting-Crew von Heidi Klum. "Wir achten auf die richtigen Proportionen, gepflegte Haut und Haare, ein natürliches Auftreten und das "gewisse Etwas", verrät Petra Dandl, PR-Redakteurin der ProSiebenSat.1 Media AG. In den meisten Fällen scheiterten die Mädchen jedoch an der Größe. "Viele sind bild- hübsch, aber einfach zu klein", sagt Dandl.

Von den rund 120 Mädchen, die in Dresden zum Casting erschienen sind, ist Michaela Cermochova die erste, die überzeugt hat und eine Runde weiter ist. "Damit hätte ich nie gerechnet", sagt die 18-Jährige überwältigt. "Ich freue mich total und bin gespannt, wie es weitergeht." Ihre Videobotschaft wird nun an die Experten-Jury aus Heidi Klum, Thomas Hajo und Thomas Rath weitergeleitet, die entscheiden, welche Mädchen in die erste Show eingeladen werden. "Wie viele Mädchen ausgewählt werden, steht noch nicht fest", sagt Dandl. In der vergangenen Staffel hatten sich bundesweit 13374 Mädchen beworben. 50 von ihnen waren in der ersten Show dabei.

Stefanie Büssing

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