Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Boulevard "Wer Urlaub macht, ist selbst schuld" - Frau Hanisch faszinieren die Classic Open
Leipzig Boulevard "Wer Urlaub macht, ist selbst schuld" - Frau Hanisch faszinieren die Classic Open
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 06.08.2014
Hannelore Hanisch ist Stammgast bei den Classic Open. Quelle: Wolfgang Zeyen
Tisch 25 ist ihr Tisch

Und dann genießt die 76-Jährige aus der Straße des 18. Oktober das Programm bis zum Ende. So handhabt sie es seit 20 Jahren. Jeden Abend. Bei Wind und Wetter, Regen und Sturm. "Einige Male bin ich pitschnass geworden, habe auch schon die Schirme und Tischdecken mit festgehalten", erzählt die Seniorin lachend.

Wunderkerzen hat sie stets dabei. "Ich bin sehr begeisterungsfähig auf breiter Linie", sagt die gebürtige Berlinerin, die seit 40 Jahren in Leipzig wohnt und einer der allertreuesten Stammgäste des Musikfestes ist. Sie liebt die Liveauftritte ebenso wie die DVD-Einspielungen, "auch da hat der Peter Degner ein glückliches Händchen". Warum sie keinen einzigen Tag verpasst hat, zum Beispiel wegen Urlaubs, kann sie auch begründen: "Meine Stadt bietet mir so viel, ich möchte gar nicht mehr verreisen. Wer in dieser Zeit Urlaub macht, ist selbst schuld." Das Konzept der Classic Open findet Hannelore Hanisch großartig: "Hier treffen sich Arm und Reich und stören sich nicht. Ich habe Professoren von der Uni gesehen und an meinem Tisch viele nette Leute kennengelernt, von Düsseldorf bis Bad Dürrenberg."

Doch beim Musikhören belässt es die geschiedene Mutter zweier erwachsener Töchter nicht. Sie legt von jedem Classic-Open-Jahrgang ein Album an, mit dem Programm und den Fotos der Künstler. So konnte sie herausfinden, dass in den 20 Jahren 683 Musikfilmbeiträge und 149 Livekonzerte zu hören waren, mit insgesamt 2218 Livekünstlern. Zahlen, die selbst den künstlerischen Leiter Peter Degner beeindrucken.

An viele großartige Auftritte erinnert sich die ehemalige Chefsekretärin im Uniklinikum. Zum Beispiel an Jazzröhre Uschi Brüning, Kabarettistin Ursula Schmitter oder DDR-Schlagerstar Regina Thoss, die sie zweimal gehört hat. Oder an die damals noch völlig unbekannten Zehn Tenöre, denen sie 2001 lauschte - hinter einer Absperrung, "denn da kam man nur auf Einladung rein". Einige Jahre später habe sie dann viel Geld bezahlt, um die Tenöre in der Peterskirche zu hören.

Obwohl selbst Mitglied der Thomaskirchgemeinde, findet Hannelore Hanisch den Zank um den abendlichen Aufführungsschluss nicht in Ordnung. "Am Sonnabend war hier 23 Uhr Schluss, Aus, Feierabend. Obwohl der Markt rappeldicke voll war. Das verstehe ich nicht. Am Freitag und Sonnabend müsste man doch aushalten können, dass es bis Mitternacht geht. Früher haben wir die Nacht durchgemacht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2014

Kerstin Decker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es sind neun Männer, die sich im Leipziger Gefängnis auf einen Yoga-Kurs eingelassen haben. Allesamt Häftlinge, über die Birthe Riediger sagt: "Vor dem Kurs sind sie immer sehr aufgedreht, danach aber ruhig.

06.08.2014

Leipzig kann sich auf den Besuch der Fußball-Weltmeisterelf freuen: Jogis Jungs sind nominiert für die Goldene Henne, die am 10. Oktober in Leipzig vergeben wird.

06.08.2014

Auch am fünften Tag der Classic Open 2014 schauen die Wirte und Impresario Peter Degner gebannt zum Himmel. "Mit guter Laune vertreiben wir den Regen und sind für unsere Gäste auf dem Marktplatz präsent", so Ratskeller-Chef Ingo Winkler.

05.08.2014