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Zweimal wöchentlich stellt er neue Miniaturen im "gemalten Tagebuch" vor

Künstler Heiko Mattausch Zweimal wöchentlich stellt er neue Miniaturen im "gemalten Tagebuch" vor

Immer ist es eine Miniatur, oft ein verlassener Ort: Zweimal wöchentlich zeigt der Leipziger Künstler Heiko Mattausch seine Lieblingsorte in seinem Blog, einer Art gemaltem Tagebuch. Jeden Sonntag und jeden Dienstag veröffentlicht er eine neue Leipziger Stadtansicht. Besonders die Ruinen haben es ihm angetan.

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Quelle: André Kempner

Diesen Leipziger Künstler zieht der Verfall magisch an, stärker als die Schönheit: Wenn Heiko Mattausch in der Stadt unterwegs ist, achtet er besonders auf die Ruinen im Stadtbild. Manchmal steigt er dafür extra aus dem Auto aus oder bleibt beim Rundgang mit Mischlingshündin Molly stehen, um schnell eine Skizze oder ein Foto zu machen.  „In den 1990ern gab es an jeder Ecke verfallene Häuser, jetzt muss man sie schon suchen", erzählt der 39-jährige gebürtige Döbelner. "Ich hoffe, dass ich noch so viel schaffe wie möglich, bis alles saniert ist." Eine Oberfläche, die die Spuren verschiedener Epochen zeigt, löse bei ihm einen Malreiz aus, fügt er hinzu.

Mattausch wohnt in Lindenau, hat dort auch sein Atelier. Ursprünglich ist er Architekt, schob aber ein Lehramtsstudium hinterher, weil er sich nicht vorstellen konnte, mit Architektur sein gesamtes Berufsleben auszufüllen. Nach einem Auslandssemester in Spanien sattelte er schließlich zu seiner großen Leidenschaft, der Malerei, um – das wurde sein drittes Studium, diesmal an der Burg Giebichenstein. „Das habe ich nie bereut, auch die Umwege nicht", sagt der Wahlleipziger.

So ungewöhnlich wie sein Weg zur Malerei ist nun auch sein Weg an die Öffentlichkeit: Zweimal wöchentlich zeigt er seine Leipziger Lieblingsorte in seinem Blog, einer Art gemaltem Tagebuch. Jeden Sonntag und jeden Dienstag veröffentlicht der Künstler ein neues Bild – immer ist es eine Miniatur, oft ein verlassener Ort in Leipzig (hmatt.de/wochenbilder). Felsenkeller, Schaubühne Lindenfels, frühere Plagwitzer Industriebauten - das sind Orte, zu denen er als Student eine Beziehung hatte und deren Entwicklung er auch später beobachtete. Dazu beschreibt der Maler, was ihn mit diesem Ort verbindet und welche Erinnerungen er daran hat. Für große Formate eignen sich diese Stadtmotive oftmals nicht, "aber mit dem kleinen Format passt es." Der Künstler spielt so mit den Farben, dass seine Objekte nie düster und abschreckend wirken. Mittlerweile bekommt er dazu Rückmeldungen aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz.

Kerstin Decker

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