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Boulevard Zwischen Tirol, Leipzig und Bad Tölz: Der TV-Tourismus boomt
Leipzig Boulevard Zwischen Tirol, Leipzig und Bad Tölz: Der TV-Tourismus boomt
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22:53 22.02.2017
Schauspielerin Elisabeth Lanz ist bekannt als Tierärztin in der Fernsehserie "Tierärztin Dr. Mertens", die im Leipziger Zoo spielt. (Archivfoto) Quelle: dpa
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Leipzig

TV-Serien und -Filmen gelingt in seltenen Fällen Kultstatus. Manche, wie die „Schwarzwaldklinik“, behalten dieses Image auch noch lange nach ihrem Verschwinden vom Bildschirm. Einige Produktionen wirken sich sogar auf den örtlichen Tourismus aus. Ob der „Friesland-Krimi“ in Leer (der an diesem Samstag im ZDF zu sehen ist), der „Spreewaldkrimi“ oder die Autoschrotter von „Alarm für Cobra 11“ - da sind einige Fans unterwegs.

In Leipzig wirken sich vor allem „Tierärztin Dr. Mertens“ und die Dauer-Doku „Elefant, Tiger & Co“ (ARD) auf den Tourismus aus. Beide Formate hätten für den Zoo Leipzig eindeutig positive Effekte, sagt Sprecherin Melanie Ginzel. „Wir erleben immer wieder, dass Besucher nach Leipzig kommen, weil sie den Zoo im Fernsehen gesehen haben.“ In Zahlen lasse sich das nicht fassen. Aber sowohl aus Zuschriften aller Art als auch aus Reaktionen an den Gehegen, wenn etwa aus dem TV bekannte Pfleger angesprochen werden, lasse sich das ablesen. Beide Sendungen seien perfekt dafür, um Menschen tierische Themen nahezubringen.

Doch nicht nur in Leipzig macht sich der "TV-Tourismus" bemerkbar. Auf den Tourismus in Tirol hat die ZDF-Serie „Der Bergdoktor" mit Hans Sigl Einfluss. Diese ist für die Region Wilder Kaiser ein großer Gewinn. „Die Serie ist nach zehn Jahren nicht nur Image-Werbung, sondern ist auch ein Buchungsthema“, sagt der Geschäftsführer des Tourimusverbands Lukas Krösslhuber. Die Menschen fragen ausdrücklich nach den Drehorten wie dem Dorfplatz, der Praxis und dem Wohnhaus der Grubers. Wanderungen, Kutschfahrten und E-Bike-Touren sind im Angebot, seit 2011 werden Fan-Tage im Mai und Oktober veranstaltet. Die 1300 Tickets für den Mai seien bereits weg, sagt Krösslhuber. Dort schreiben Sigl und andere Darsteller stundenlang Autogramme. Seit 2013 seien die Buchungen im Sommer um 27 Prozent geklettert. „Wohl die Hälfte davon kam dank des "Bergdoktors".“

Aus Lüneburg ist die ARD-Serie „Rote Rosen“ kaum wegzudenken. Die Außenaufnahmen entstehen in der romantischen Altstadt, das Studio für die Innenaufnahmen steht am Stadtrand. Einmal im Jahr gibt es dort einen Fan-Tag für die Anhänger. „Eine bessere Werbung können wir uns nicht vorstellen“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD). Schon einige Monate nach dem Start der Serie im Jahr 2006 seien die Übernachtungszahlen in Lüneburg gestiegen, heißt es im Rathaus. Waren es damals noch rund 225 000 im Jahr, wurden 2015 fast 319 000 gezählt. Die Zahl der Gruppenführungen zur Serie habe sich von 35 im Jahr 2008 auf 175 im vergangenen Jahr verfünffacht. Die Rosen-Führungen sind meist ausgebucht, sie starten am Rathaus. Dort haben die „Rosen“-Souvenirs eine eigene Ecke in der Tourist-Info.

Auch die Stadt Bad Tölz habe von einer Serie - „Der Bulle von Tölz“ - profitiert, sagt Susanne Frey-Allgaier von der örtlichen Kur- und Tourismusdirektion. Wenn die Serie wiederholt wird, spüre man das Interesse etwa an den Zugriffszahlen auf die Homepage. Genaue Daten sammelt die Stadt dazu aber nicht. „Vor zwei Jahren war die Serie ein großes Thema in Tschechien, das haben wir direkt gemerkt“, sagt sie. Die Stadt veranstaltet einmal im Monat eine Führung auf den Filmspuren in Bad Tölz, die sehr gut nachgefragt sei. Inzwischen gebe es einen Bullenbrunnen mit Figuren aus der Serie und ein Museum.

LVZ

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