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Lokales 1.400 Winterjacken aus Hong Kong für die Leipziger Flüchtlingshilfe
Leipzig Lokales 1.400 Winterjacken aus Hong Kong für die Leipziger Flüchtlingshilfe
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18:46 14.01.2016
Ein australischer Multimillionär und Fabrikant von Toilettenpapier hat der deutschen Flüchtlingshilfe 38.000 Anoraks spendiert.  Quelle: Sachspendenzentrale
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Leipzig

 Die Leipziger Flüchtlingshilfe hat eine Großspende aus Übersee erhalten. Zehn Paletten mit insgesamt 1.400 Winterjacken wurden am Donnerstagvormittag vor der Sachspendenzentrale im Straßenbahnhof Leutzsch abgeladen. „Die Winterjacken kommen vom australischen Toilettenpapierfabrikanten Henry Ngai“, sagte Sprecher Christopher Graebel vom Flüchtlingsrat e.V. gegenüber LVZ.de. Der Multimillionär und Gründer von ABC Tissue Products habe im vergangenen Jahr einen Film über die Flüchtlingshilfe in Hamburg gesehen und dann Kontakt mit der für Flüchtlinge engagierten Großkleiderkammer in der Hansestadt aufgenommen.

„Aus seiner Winterjacken-Fabrik in Hong Kong wurden dann Ende Dezember 38.000 Anoraks nach Hamburg geliefert“, erklärt Graebel weiter. Die Kollegen vom Hanseatic Help e.V. leiteten einen Teil der Lieferung nun auch an andere Städte weiter, so wie nach Leipzig. Mit vereinter Kraft der Sachspenden-Mitarbeiter wurden die 1.400 Jacken am Donnerstagmorgen in Leutzsch von den abgeladenen zehn Paletten in der Sachspenden-Ausgabe einsortiert. Nun stehen sie dort nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch Obdachlosen zur Verfügung, sagte Graebel.

„Winterjacken sind bei überfrierender Nässe natürlich absolut wichtig. Viele der Flüchtling in den Erstaufnahmen sind ja noch nicht registriert, sie erhalten also kein Taschengeld. Wir versuchen ein Mindestmaß an Menschlichkeit sicher zu stellen, dazu gehört auch eine warme Jacke“, so Graebel weiter. Und Christopher Zenker, SPD-Stadtrat und helfende Hand in der Sachspenden-Zentrale, ergänzte: „Gerade mit den Winterjacken wird jetzt zumindest für einen Zeit eine Lücke geschlossen, die bisher in unserem Sachspendenlager klaffte.“

Solch umfangreiche Zuwendungen, wie die des Australiers, gab es bisher noch nicht in Leipzig. Graebel und Co. hoffen angesichts des großen Bedarfs an frischer Unterwäsche, dass trotzdem auch ein Unterhosen-Fabrikant dem Beispiel des Australiers folgen könnte. Gänzlich ungewöhnlich sind Unterstützungen aus der Wirtschaft bei der Flüchtlingshilfe ohnehin nicht: „Es kommen immer mal wieder Firmen oder Unternehmen, aber auch Schulen, die größere Spenden abgeben. Gestern war zum Beispiel die Oper Leipzig da“, erzählt Graebel weiter. Das Gros der Hilfe für die Asylbewerber komme aber weiterhin von Leipziger Bürgern. „Und großartig ist, dass sich wirklich 80 Prozent der Leute mit ihren Spenden an unsere Bedarfsliste halten“, so der Sprecher der Leutzscher Sachspendenzentrale.

Die aktuelle Bedarfsliste im Netz: sachspendenzentrale.wordpress.com

Von Matthias Puppe

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