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1000 zusätzliche Betreuungsplätze: LWB baut sechs weitere Kindergärten

Jahresabschluss in Leipzig 1000 zusätzliche Betreuungsplätze: LWB baut sechs weitere Kindergärten

Der kommunale Großvermieter LWB will bis September ein neues Konzept zur Erweiterung seiner Bestände vorlegen. Es sollen 1000 weitere Kitaplätze geschaffen werden - in sechs neuen Kindergärten.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD; rechts) auf der Jahresabschlusskonfernez der LWB.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) will ihr Engagement für die jüngsten Einwohner deutlich verstärken. Neben der 2016 eröffneten Kita „Elsternest“ im Kolonnadenviertel sollen zeitnah noch sechs weitere entstehen. Das teilte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Donnerstag zur Bilanzpressekonferenz mit.

Für die zweite Kita an der Windmühlenstraße mit 135 Plätzen wird nächsten Monat der Grundstein gelegt, bestätigte Geschäftsführerin Iris Wolke-Haupt. An der Watestraße in Lößnig folge im Herbst der Baubeginn für eine neue Einrichtung mit 167 Plätzen. Im Frühjahr 2018 gehe es mit einem Pilotprojekt an der Bernhard-Göring-Straße weiter. In der Südvorstadt wolle das kommunale Unternehmen erstmals einen Kindergarten errichten, der nur die unteren Etagen eines Neubaus einnimmt. Zudem seien 75 Sozialwohnungen geplant, die dann für 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter vermietet werden.

Standorte in Gohlis, Möckern, Lindenau

Weitere Kita-Standorte sind der Lindenauer Hafen, die Fritz-Simonis-Straße in Möckern und die Landsberger Straße in Gohlis. Fest stehe, dass auch diese Kindereinrichtungen ein Teil von jeweils größeren Wohnensembles werden, sagte Wolke-Haupt. Insgesamt schafft Leipzigs größter Vermieter (35.000 Wohnungen) demnach rund 1000 Betreuungsplätze. Schon seit Langem arbeiten in LWB-Objekten außerdem etwa 50 Tagesmütter und -väter, die sich um 250 Kinder kümmern.

Weitere Grundstücke, die nur zum Bau von Kitas (also ohne Wohnungen) geeignet sind, sollen nun an private Investoren verpachtet werden, fuhr die Chefin für den Bereich Wohnungswirtschaft fort. Um die neuen LWB-Eigentümerziele zu erfüllen, die der Stadtrat im April beschlossen hatte, müsse man sich auf Kernthemen konzentrieren, ergänzte Finanzgeschäftsführerin Ute Schäfer. Bekanntlich gehört zu den neuen Zielen, dass der Wohnungsbestand bis zum Ende des Jahres 2026 auf 40.000 steigen soll. Die Überlegung dahinter: Damit könnte das Unternehmen seinen heutigen Marktanteil von gut zehn Prozent trotz des starken Einwohnerwachstums halten.

Allerdings wären für die 5000 Wohnungen Extra-Investitionen von geschätzt 800 Millionen Euro nötig. 2016 habe die LWB einen Gewinn von 14,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Eigentlich könne sie nur diesen Betrag als Eigenanteil für neue Baukredite verwenden, so Schäfer. „Bestände kaufen ist derzeit in Leipzig äußerst schwierig. Zudem steigen die Baupreise. Aus eigener Kraft werden wir die Ziele nicht erreichen können.“

Neues Konzept im September

Ideen, die Stadt könnte ihrem Tochterunternehmen mit einem großen Batzen Geld zur Seite springen, erteilte Jung eine Absage. Selbst wenn Leipzig die Mittel dafür übrig hätte, wären mannigfaltige Vorschriften im Steuer- und Zuwendungsrecht zu beachten, sagte er. „Ich denke, am Ende wird es ein bunter Blumenstrauß von Einzeldingen sein, mit dem wir die LWB unterstützen können.“

Laut Schäfer soll dem Aufsichtsrat im September ein neues Konzept vorgelegt werden, wie weit die Neubautätigkeit aus eigener Kraft verstärkt werden kann. Bisher war lediglich ein halbes Dutzend Projekte mit etwa 500 Wohnungen geplant.

Wie berichtet, hat die LWB soeben ein Sanierungsprogramm für 11.000 ihrer Wohnungen in Plattenbauten gestartet – und zwar in Schönefeld und Dölitz. 2018 stehen in Grünau der Dölziger Weg 2 und die Ludwigsburger Straße 10-16, in Dölitz die Gersterstraße 11-17, in Schönefeld die Schwantesstraße 1-39 sowie in Paunsdorf die Ahornstraße 2-14 an, hieß es gestern.

Alle durch Fernsehberichte erhobenen Vorwürfe, LWB-Mitarbeiter hätten während der Flüchtlingskrise bei Wohnungsvergaben Schmiergeld verlangt oder erhalten, wurden durch eine externe und eine interne Sonderprüfung widerlegt, erklärte Schäfer. Auch die Staatsanwaltschaft sei zu dem Schluss gekommen, dass solche Behauptungen falsch waren. „Uns haben die dadurch nötigen Sonderprüfungen aber 200.000 Euro gekostet.“

Jens Rometsch

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